mini|hochkant|Roman Bartoszcze (1991) Roman Bolesław Bartoszcze (* 9. Dezember 1946 in Jaroszewice; † 31. Dezember 2015 in Inowrocław) war ein polnischer Politiker (PSL (w), PSL, PFLCh „Ojcowizna“, RdR, BdP). Er gehörte von 1989 bis 1991 dem Sejm in dessen X. (Volksrepublik) und I. (Dritte Republik) Wahlperiode an. 1990/91 war er Vorsitzender der PSL, deren Kandidat er bei der Präsidentschaftswahl 1990 war.
Leben und Beruf Roman Bartoszcze, älterer Bruder des 1984 von Beamten des Sicherheitsdienstes Służba Bezpieczeństwa ermordeten oppositionellen Bauernführers Piotr Bartoszcze, schloss 1963 die Bergbaufachschule in Rydułtowy und 1970 die landwirtschaftliche Berufsschule in Inowrocław ab. Er bewirtschaftete einen mehrere Hektar großen Hof in Sławęcin, das zur Landgemeinde Inowrocław gehört. Nach seinem Tod wurde er in Inowrocław beigesetzt.„Zmarł Roman Bartoszcze. Dziś odbędzie się pogrzeb współtwórcy rolniczej »Solidarności«“ auf express.bydgoski.pl, abgerufen am 19. September 2026.
Politik Bartoszcze war 1969 Ortsvorsitzender des Landjugendverbandes Związek Młodzieży Wiejskiej. Von 1969 bis 1980 gehörte er der Blockpartei Zjednoczone Stronnictwo Ludowe (ZSL) an. 1980 beteiligte er sich an Gründung des von seinem Bruder Piotr geleiteten unabhängigen Bauernverbandes „Solidarność Chłopska“. Nachdem dieser sich 1981 mit der „Solidarność Wiejska“ und den ebenfalls oppositionellen Bauerngewerkschaften zur landwirtschaftlichen Solidarność zusammengeschlossen hatte, war er in dieser aktiv. Im März 1981 organisierte er einen Sitzstreik von Bauern in Bydgoszcz. Er leitete das landesweite Bauernstreikkomitee, dessen Ziel die Registrierung der landwirtschaftlichen Solidarność war. Am 17. April 1981 unterzeichnete er das Bydgoszczer Abkommen, das zur Legalisierung der landwirtschaftlichen Solidarność führte und die Proteste beendete. Nach der Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 1981 war er zwei Monate interniert. Nach seiner Freilassung engagierte er sich im „Gesamtpolnischen Bauernwiderstandskomitee“. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder gab er die Untergrundzeitschrift „Żywia i broni“ heraus. Er wurde vom Sicherheitsdienst Służba Bezpieczeństwa überwacht.Andrzej W. Kaczorowski: Roman Bartoszcze, in: Jan Skórzyński (Hrsg.): Opozycja w PRL. Słownik biograficzny 1956–89, Ośrodek Karta, Warschau 2002, Seiten 22–23, ISBN 83-88288-11-3.
Bei der halbfreien Wahl 1989 wurde er auf dem Wahlvorschlag des Komitet Obywatelski Solidarność im Wahlkreis Inowrocław in den sogenannten Vertragssejm gewählt.Ergebnis im Monitor Polski 1989, Nr. 21, S. 272. Im selben Jahr wurde er stellvertretender Vorsitzender der Polskie Stronnictwo Ludowe (wilanowskie), die sich auf die Polskie Stronnictwo Ludowe der Zwischenkriegszeit berief. Als diese sich im Mai 1990 mit der inzwischen in PSL „Odrodzenie“ umbenannten ZSL und weiteren kleineren Bauernparteien zur neuen PSL vereinigte, wurde Bartoszcze deren Vorsitzender. Bei der Präsidentschaftswahl 1990 war er Kandidat der PSL und erreichte 7,2 % der Stimmen, womit er den Einzug in die Stichwahl verpasste.Ergebnis in Dziennik Ustaw 1990, Nr. 83, S. 1125. Im Juni 1991 wurde er als PSL-Vorsitzender abgewählt, woraufhin er die Partei verließ und das Polskie Forum Ludowo-Chrześcijańskie „Ojcowizna“ (PFLCh „Ojcowizna“) gründete, dessen Vorsitzender er bis zur Auflösung 1997 war. Für das PFLCh „Ojcowizna“ wurde er bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 auf der Liste Porozumienie Centrum (PC) erneut in den Sejm gewählt.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 455. 1992 verließ er als Teil der Gruppe um den ehemaligen Ministerpräsidenten Jan Olszewski die PC-Fraktion und beteiligte sich an der Gründung der Fraktion Ruch dla Rzeczypospolitej (RdR).„KLUB PARLAMENTARNY »RUCH DLA RZECZYPOSPOLITEJ«“ auf www.sejm.gov.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025. Bei der Parlamentswahl 1993 kandidierte er nicht erneut und schied aus dem Sejm aus. Bei der Parlamentswahl 1997 kandidierte er für den Narodowo-Chrześcijańsko-Demokratycznego Blok dla Polski,Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 19. September 2026. der jedoch mit lediglich 1,4 % der Stimmen an der 5-%-Hürde scheiterte.Ergebnis in Monitor Polski 1997, Nr. 64, S. 1238.
Bei der Präsidentschaftswahl 2010 unterstützte er Marek Jurek.„W Warszawie został zaprezentowany Społeczny Komitet Poparcia Marka Jurka“ auf www.marekjurek.pl, abgerufen am 19. September 2026.
Ehrungen 2006 Komtmandeurskreuz des Ordens Polonia RestitutaVerleihnachricht in Monitor Polski 2006, Nr. 80, S. 2632. 2016 Krzyż Wolności i Solidarności (postum)Verleihnachricht in Monitor Polski 2016, S. 1028.
Weblinks
Biogram auf der Seite des Sejm
Einzelnachweise
Kategorie:Sejm-Abgeordneter (Dritte Republik) Kategorie:PSL-Mitglied Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Komtur) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann