Das Haus Sattler ist ein 1680 erbautes Fachwerkhaus in Idstein, das nach dem Bildhauer Johann Martin Sattler und seiner Ehefrau benannt wurde. Das Wohnhaus im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis wurde 1992 an den heutigen Standort transloziert und steht unter Denkmalschutz.
Lage Das Haus im Zentrum der Stadt stand ursprünglich in der Löhergasse 3 nahe der Rodergasse, die zum Rodertor, einem der drei Stadttore, führte und eine der drei Hauptstraßen der Stadt bildete. Um Platz zu schaffen für die Bebauung des Löherplatzes wurde es 1992 abgetragen und am heutigen Standort in der Kaffeegasse 2a wieder aufgebaut. Dort stand zuvor eine Scheune des Nachbarhauses. Die Adresse liegt an der Einmündung der Obergasse, ebenfalls einer der Hauptstraßen und nahe des früheren Obertores.Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Rheingau-Taunus-Kreis II: Altkreis Untertaunus. Bearbeitet von Dagmar Söder. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1649-5, S. 358.
Geschichte Erbaut wurde das Haus ursprünglich vom Bildhauer Johann Martin Sattler (um 1640/50–unbekannt) und seiner zweiten Ehefrau Anna Elisabeth Andern.Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4, S. 677, Nr. 3705. Sattler arbeitete zu dieser Zeit am Umbau der Unionskirche mit, in der er den Taufstein sowie das Grabmal des Grafen Johannes von Nassau-Idstein geschaffen hat. Bald nach Errichtung des Hauses ist Sattler nach Frankfurt umgezogen, wo er ebenfalls im Bauwesen tätig wurde.Wolfgang Hammerschmidt: Idsteiner Persönlichkeiten, S. 282
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus 1953 durch den Bildhauer Ferdinand Abt renoviert. Vor der Bebauung des heutigen Löherplatzes wurde es 1992 abgebaut und am heutigen Standort wieder aufgebaut. Bei dieser Translozierung wurden säulenähnlich profilierte Eckpfosten nicht übernommen.
Unter Denkmalschutz gestellt wurde das Gebäude aus künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Gründen. Abgerufen am 18. September 2026.
mini|Brüstungstafel am Haus Sattler (2012)
Beschreibung Das Fachwerkhaus ist ein zweistöckiges Gebäude, das traufständig an der Straße liegt und über ein Satteldach mit zwei symmetrisch angeordneten Dachgauben verfügt. Es umfasst eine eher bescheidene Grundfläche von ca. 7,80 Metern Breite und ca. 7,00 Meter Tiefe. Das Fachwerk der früher verputzten Fassade ist symmetrisch gegliedert. Über der Eingangstür befindet sich im Obergeschoss ein Mittelerker mit Giebel und einer Brüstungstafel mit Inschriften, die u. a. das Bauherrenehepaar nennt. Rechts und links befinden sich je zwei schmale Fenster über Andreaskreuzen. Einige Eigenwilligkeiten der Fassadengestaltung werden dem Beruf des Erbauers als Steinbildhauer zugeschrieben: Dabei handelt es sich um die halbplastische Behandlung der Ständer mit stilisierten Basen sowie um Ohrengewände der Fenster.Schön, dass wir Ihnen unser Fachwerk zeigen dürfen!, auf Website der Stadt Idstein unter idstein.de, abgerufen am 18. September 2026.
Die Inschrift auf der Brüstungstafel lautet: 1680 / Mit Gott Hoff und Bav / avff Menschen versprechen und Zvsag nicht vertrau / Schwech stil vnd hör als dan mehr vnd bav Gott vnd der Obrigkeit zu Ehr / dieses Havs stehet in Gottes Hand Gott bewar es for Feier vnd Prand / Johan Martin Satler Anna Lisabeth Anderin.
Literatur Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Rheingau-Taunus-Kreis II: Altkreis Untertaunus. Bearbeitet von Dagmar Söder. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1649-5, S. 358. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4, S. 677, Nr. 3705. Wolfgang Hammerschmidt: Idsteiner Persönlichkeiten. In: Magistrat der Stadt Idstein (Hrsg.): Idstein. Geschichte und Gegenwart. Idstein 1987 (ohne ISBN), S. 273–285.
Weblinks
Schön, dass wir Ihnen unser Fachwerk zeigen dürfen!, auf Website der Stadt Idstein unter idstein.de
Einzelnachweise
Kategorie:Fachwerkhaus in Idstein Kategorie:Kulturdenkmal in Idstein Kategorie:Versetztes Bauwerk in Hessen Kategorie:Erbaut 1680 Kategorie:Wohngebäude in Hessen