Vetulenus Aegialus war ein römischer Freigelassener und wohlhabender Landbesitzer des 1. Jahrhunderts n. Chr. Er besaß ein Landgut bei Liternum in Kampanien, das einst das Exilgut des Publius Cornelius Scipio Africanus gewesen war. Plinius der Ältere berichtet, dass Aegialus durch die Bewirtschaftung dieses Landgutes großen Ruhm und wegen des Bezugs zu Scipio noch größeres Ansehen bei seinen Zeitgenossen erlangte.
Der Philosoph Seneca bezeichnet Aegialus als diligentissimus pater familiae („äußerst sorgfältigen Gutsbesitzer“) und nennt ihn den damaligen Besitzer des Landgutes. Von ihm lernte Seneca landwirtschaftliche Verfahren, insbesondere die Möglichkeit, auch alte Bäume zu verpflanzen. In seinem 86. Brief an Lucilius beschreibt Seneca ausführlich Aegialus’ Methoden beim Anbau von Oliven und Weinreben.Seneca, Epistulae morales 86,14–21.
Plinius zählt Aegialus im Zusammenhang mit erfolgreichen Weinbauern seiner Zeit zu den Personen, die durch eine besonders ertragreiche Bewirtschaftung von Landgut und Weinbergen bekannt geworden waren.Plinius der Ältere, Naturalis historia 14,49.
Ein von Tacitus erwähnter Aegialus gehörte zu den unter Kaiser Nero zu großem Reichtum gelangten Personen; nach Neros Tod verlor er sein Vermögen.Tacitus, Historien 1,37. Ob dieser Aegialus mit Vetulenus Aegialus identisch ist, ist unsicher.
Literatur
Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (2015) V 497.
Einzelnachweise
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