Touchdown – Sein Ziel ist der Sieg (Originaltitel: Rudy) ist ein US-amerikanischer Sportfilm von David Anspaugh aus dem Jahr 1993. Der Film erzählt die Geschichte von Daniel „Rudy“ Ruettiger, der trotz schlechter Voraussetzungen Football für die University of Notre Dame spielen wollte. Die Hauptrolle spielt Sean Astin. Es war der erste Spielfilm seit 1940, für den die Universität Notre Dame Dreharbeiten auf ihrem Campus erlaubte. In Deutschland erschien der Film am 9. August 1994 direkt auf Video.
Handlung Rudy Ruettiger wächst in den 1960er Jahren in Joliet, Illinois auf. Seine Familie ist Football-begeistert, und sein Traum ist es, für Notre Dame zu spielen. Dafür fehlen ihm aber die Noten, das Geld und die körperlichen Voraussetzungen. Nach der Highschool arbeitet er wie sein Vater und seine Brüder im Stahlwerk. Als sein Freund Pete bei einer Explosion im Werk stirbt, entschließt sich Rudy, es doch zu versuchen.
Für Notre Dame reichen seine Noten nicht. Ein Priester, Father Cavanaugh, bringt ihn am benachbarten Holy Cross College unter, von wo aus ein Wechsel möglich wäre. Auf dem Campus lernt Rudy den Platzwart Fortune kennen, der ihm später heimlich einen Schlafplatz im Stadionbüro überlässt. Der Hilfsassistent D-Bob bringt Rudy das Lernen bei und stellt dabei fest, dass Rudy Lese-Rechtschreib-Schwäche hat.
Nach zwei Jahren und drei abgelehnten Bewerbungen wird Rudy an der Universität Notre Dame angenommen. Beim Probetraining schafft er es in den Trainingskader, aber nicht in den Spielkader. Trainer Ara Parseghian sagt ihm zu, dass er in seinem letzten Studienjahr bei einem Heimspiel auflaufen darf. Parseghian tritt jedoch zurück, sein Nachfolger Dan Devine hält sich nicht an die Zusage.
Rudy gibt auf und verlässt das Team. Fortune erzählt ihm daraufhin, dass er selbst früher für Notre Dame gespielt und ebenfalls hingeworfen hat und dass er das bis heute bereut. Rudy kehrt zurück. Die Spieler des Abschlussjahrgangs legen Devine ihre Trikots auf den Schreibtisch und bitten darum, dass Rudy beim letzten Heimspiel dabei sein darf. Devine gibt nach.
Beim Spiel gegen Georgia Tech sitzt Rudy zunächst auf der Bank. Gegen Ende rufen die Zuschauer seinen Namen, und Devine lässt ihn in den letzten Spielzügen aufs Feld. Rudy bringt den gegnerischen Quarterback zu Fall. Seine Mitspieler tragen ihn anschließend vom Platz.
Produktion
Entstehung Ruettiger versuchte bereits 1982, einen Film über sein Leben auf den Weg zu bringen. Nachdem er den Sportfilm Hoosiers gesehen hatte, wandte er sich an dessen Drehbuchautor Angelo Pizzo und ließ über Jahre nicht locker. Pizzo hatte zunächst kein Interesse an einem weiteren Sportfilm aus Indiana, erwähnte das Projekt aber gegenüber Regisseur David Anspaugh und Produzent Robert Fried.
1991 verkaufte Fried den Stoff an Columbia Pictures. Nach einem Wechsel an der Spitze des Studios landete das Projekt Anfang 1992 in der Turnaround; TriStar Pictures übernahm es im September 1992. Die Produktion hatte danach nur zwei Wochen für Drehbuchänderungen und zwei Tage, um die Drehgenehmigung von Notre Dame zu bekommen. Die Universität hatte seit Knute Rockne, All American (1940) keine Dreharbeiten mehr auf dem Campus zugelassen, änderte ihre Haltung aber nach der Lektüre des Drehbuchs.
Dreharbeiten Gedreht wurde ab dem 24. Oktober 1992 an 50 Drehtagen. Schauplätze waren der Campus von Notre Dame, das Holy Cross College und Orte in South Bend. Die Zuschauerszenen entstanden in den Halbzeitpausen der Heimspiele gegen Boston College und Penn State; die Szene, in der Rudy vom Platz getragen wird, wurde vor 59.000 Zuschauern beim Spiel gegen Boston College aufgenommen. Die Spielszenen drehte NFL Films. Danach zog die Produktion nach Chicago, wo ein Stahlwerk als Drehort diente; Whiting in Indiana stand für Joliet.
Musik Die Filmmusik stammt von Jerry Goldsmith, der schon für Hoosiers komponiert hatte. Das Stück „Tryouts“ wurde später in zahlreichen Kinotrailern verwendet, unter anderem für Good Will Hunting und Seabiscuit.
Historische Genauigkeit Die Szene, in der die Spieler ihre Trikots auf den Schreibtisch des Trainers legen, hat es nicht gegeben. Dan Devine hatte bereits einige Tage vor dem Spiel entschieden, dass Ruettiger auflaufen darf. Devine hatte sich bereit erklärt, im Film als Gegenspieler dargestellt zu werden, zeigte sich über das Ausmaß später aber verärgert. Auch Joe Montana, der damals im Team stand, widersprach der Darstellung: Weder hätten die Zuschauer Rudys Namen gerufen, noch habe jemand ein Trikot abgegeben.
Veröffentlichung Der Film wurde am 28. August 1993 beim Toronto International Film Festival als Abschlussfilm gezeigt und startete am 18. Oktober 1993 in den US-Kinos im Verleih von TriStar Pictures. Er spielte weltweit rund 32,8 Millionen US-Dollar ein.
In Deutschland erschien der Film am 9. August 1994 auf Video, einen Kinostart gab es nicht. Im Fernsehen lief er auch unter dem Titel Es gibt keine Grenzen.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei der S.M.G. Filmproduktion in München. Dialogbuch und Dialogregie übernahm Peter Woratz.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Rudy Ruettiger Sean Astin Philipp Moog Dennis „D-Bob“ McGowan Jon Favreau Oliver Mink Fortune Charles S. Dutton Thomas Rauscher
Rezeption Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. Auf Rotten Tomatoes sind 80 Prozent von 49 ausgewerteten Rezensionen positiv, der Metacritic-Metascore liegt bei 71 von 100 Punkten aus 22 Kritiken. Beim Kinopublikum erreichte der Film bei CinemaScore die Note „A“.
Roger Ebert bescheinigte dem Film in der Chicago Sun-Times Frische und Ernst; Rudys Traum sei am Ende mehr als bloße Sportlerromantik. Stephen Holden hielt ihm in der New York Times zugute, dass er trotz aller Glätte realistisch wirke und das gute Ende nicht ins Märchenhafte kippe. Kenneth Turan ordnete ihn in der Los Angeles Times als gutmütigen und vorhersehbaren Vertreter des Genres ein, dem mit Zynismus kaum beizukommen sei.
Das Lexikon des internationalen Films bewertete den Film als „Diskussionswert“ und sah in ihm „die sensible Darstellung eines Traums, die Möglichkeit und Grenzen seiner Verwirklichung“. Dass er nicht in Rührseligkeit abgleite, liege an der differenzierten Auseinandersetzung mit den Konflikten der Hauptfigur.
Auszeichnungen American Film Institute 2006: Platz 54 der Liste AFI’s 100 Years… 100 Cheers der inspirierendsten US-Filme
Weblinks
Einzelnachweise Leonard Klady: 3 Preems Set For Toronto. In: Daily Variety, 28. August 1993, S. 1.
Kategorie:Filmtitel 1993 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Footballfilm Kategorie:Filmbiografie über Sportler