Sara Wickström (* 30. April 1976 in Espoo) ist eine finnische Medizinerin und Zellbiologin. Sie ist seit 2021 Direktorin der Abteilung Zell- und Gewebedynamik am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin. Am 18. September 2026 erhielt sie für ihre Arbeiten zur Zellkern-Mechanobiologie den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.https://www.thenakedscientists.com/podcasts/naked-scientists-podcast/titans-science-sara-wickstromhttps://koerber-stiftung.de/projekte/koerber-preis-fuer-die-europaeische-wissenschaft/alle-preistraeger-innen/2026-sara-wickstroem/#s54814
Leben Wickström ist finnlandschwedischer Herkunft, wuchs in Espoo auf und interessierte sich bereits als Jugendliche für Physik und Astronomie. Sie schrieb sich zunächst gleichzeitig für Medizin an der Universität Helsinki und für Elektrotechnik an der Technischen Universität Helsinki ein, entschied sich nach ersten Erfahrungen in einem zellbiologischen Labor jedoch für die Medizin.
Nach ihrem Abschluss in Medizin an der Universität Helsinki und ihrer Promotion 2004 arbeitete sie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Zehn Jahre leitete sie danach eine Max-Planck Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Ab 2018 leitete sie als Professorin das Laboratorium „Cell and Developmental Biology“ an der Medizinischen Fakultät der Universität Helsinki und dem Helsinki Institute of Life Science. Seit Ende 2021 ist sie Direktorin des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in der Stadt Münster/W., wo sie zusammen mit ihrem Mann lebt.
Neben ihrer wissenschaftlichen Laufbahn war Wickström als Ultimate-Spielerin aktiv und gehörte der finnischen Nationalmannschaft an, die sie später auch trainierte.
Forschung Wickströms Forschung beschäftigt sich mit der Frage, wie mechanische Kräfte die Entwicklung und das Verhalten von Zellen und Geweben beeinflussen. Sie konnte zeigen, dass Zellen physikalische Kräfte wie Druck, Zug und Dehnung wahrnehmen und diese Signale bis in den Zellkern weiterleiten. Dort können mechanische Einwirkungen die Struktur des Chromatins verändern und dadurch die Aktivität von Genen beeinflussen. Wickström gilt als eine der Begründerinnen der Mechanobiologie des Zellkerns.
Diese Mechanismen spielen unter anderem bei der Entwicklung und Regeneration von Gewebe sowie bei Krankheiten eine Rolle. Bei Fibrose und Krebs verändert sich beispielsweise die mechanische Umgebung der Zellen durch eine Versteifung des Gewebes. Mit dem Preisgeld des Körber-Preises untersucht Wickström unter anderem, ob Zellen ein „Gedächtnis“ für Verletzungen und mechanische Belastungen entwickeln und ob solche Veränderungen therapeutisch beeinflusst werden können.
2026 erhielt Wickström den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft für ihre Forschungen zur Mechanobiologie des Zellkerns.
Auszeichnungen 2017 Binder-Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie 2023 A. I. Virtanen-Forschungspreis 2023 Innovation in Research Award der American Society for Cell Biology 2026 Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft
Weblinks Sara Wickström beim Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Sara Wickström bei der Körber-Stiftung Titans of Science: Sara Wickstrom, The Naked Scientists Podcast (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Zellbiologe Kategorie:Person (Universität Helsinki) Kategorie:Ultimate Kategorie:Nationalspieler Kategorie:Finnlandschwede Kategorie:Finne Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Frau