Die Schlacht bei Karksi war eine Schlacht am 29. Oktober 1600 während des Polnisch-Schwedischen Kriegs (1600–1629) zwischen der Polnisch-Litauischen Union und dem Schwedischen Reich.

Vorgeschichte Im Jahr 1593 bestieg der polnische König Sigismund III. Wasa nach dem Tod seines Vaters auch den schwedischen Thron. Trotz der Personalunion blieben Schweden und die Polnisch-Litauische Republik zwei voneinander getrennte Staatswesen. Schweden war lutherisch geprägt, während die Republik zwar ein multikonfessioneller Staat mit gesetzlich verankerter religiöser Toleranz war, jedoch mehrheitlich katholisch blieb.

Ein weiterer Streitpunkt in den schwedisch-polnischen Beziehungen war die Frage Estlands. Dessen Eingliederung in die Republik hatte Sigismund III. Wasa bei seiner Wahl zum polnischen König in den Pacta Conventa zugesagt. Die Spannungen nahmen stetig zu und erreichten ihren Höhepunkt, als Sigismund III. Wasa 1599 und seine Kinder im Jahr 1600 des schwedischen Thrones für verlustig erklärt wurden.

Sigismund wollte den Verlust des schwedischen Thrones nicht hinnehmen. In der Hoffnung auf die Unterstützung der Republik vollzog er am 12. März 1600 die zuvor versprochene Eingliederung Estlands in die Polnisch-Litauische Republik.Wisner Henryk, "Zygmunt III. Waza", S. 34–39

Fürst Karl IX., der inzwischen die Herrschaft in Schweden übernommen hatte, beschloss, Estland mit Waffengewalt zu besetzen, und begann im Februar 1600 seinen Feldzug. Nach den schwedischen Plänen sollten die gesamten Polnischen Livland erobert werden, was Schweden die Kontrolle über den gesamten russischen Ostseehandel verschafft hätte.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 12

Nach Beratungen im Mai mit dem litauischen Kanzler Lew Sapieha und dem Woiwoden von Wenden Jürgen von Fahrensbach entschied sich Sigismund III. Wasa, Letzteren mit einer Streitmacht von 1.800 Berufssoldaten nach Estland zu entsenden. Darunter befanden sich 300 von der Stadt Riga gestellte Infanteristen. Unterstützt wurden sie von örtlichen Truppen und Tataren, sodass die Gesamtstärke des Heeres etwa 4.500 Soldaten betrug.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 34

Im August 1600 landete Herzog Karl IX. in Reval mit dem schwedischen Hauptheer von etwa 10.000 Mann. Eine zweite, kleinere Truppe umfasste rund 4.000 Soldaten. Ziel der ersten Streitmacht war die Einnahme von Pärnu, das nach einer langen Belagerung am 17. Oktober erobert wurde. Die zweite Truppe sollte durch die Einnahme von Laiuse den Weg nach Tartu öffnen.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 41–42

Wenige Tage nach der Einnahme von Pärnu setzte sich das Heer Karls IX. in Richtung Viljandi in Bewegung. Um den Marsch auf der Strecke Karksi–Viljandi abzusichern, stellte Karl IX. eine Abteilung von etwa 1.500 Reitern und Infanteristen unter dem Kommando von Carl Carlsson Gyllenhielm ab. Diese sollte weiter östlich vorrücken und die Burg in der Nähe von Karksi besetzen. Inzwischen hatte sich Farensbach bei Helme, rund 25 Kilometer östlich von Karksi, positioniert. Schon bald sollten die beiden Verbände aufeinandertreffen.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 45

Die Schlacht Gyllenhielm versuchte zunächst, die Burg von Karksi durch eine List einzunehmen. Der örtliche Führer, der gezwungen worden war, die schwedischen Truppen zu begleiten, konnte jedoch vor deren Ankunft bei Karksi fliehen und warnte die Burgbesatzung vor dem herannahenden Feind. Daraufhin entschied sich Gyllenhielm, sein Lager auf dem Gutshof Karija, etwa vier Kilometer von Karksi entfernt, aufzuschlagen. Die von Sträuchern umgebenen und durch Hügel geschützten Gebäude boten günstige Verteidigungsmöglichkeiten.

Nachdem Farensbach von dem Vorrücken des Heeres Herzog Karls IX. in Richtung Karksi erfahren hatte, nahm er einen Teil seiner Streitkräfte, insgesamt etwa 1.500 Mann, und marschierte zur Burg von Karksi. Dort erhielt er Nachrichten über die Abteilung Gyllenhielms und zog anschließend weiter nach Karija. Farensbach beschloss, die Truppen Gyllenhielms anzugreifen, sobald diese am Morgen ihr gut geschütztes Lager verlassen würden.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 45–46

Als die schwedischen Truppen am Morgen aufbrachen, wurden sie von den polnisch-litauischen Streitkräften angegriffen. Der Hauptstoß richtete sich gegen die sich zurückziehende schwedische Infanterie. Als die schwedische Reiterei den Rückzug der Infanterie bemerkte, geriet sie in Panik und ergriff die Flucht. Die polnisch-litauischen Truppen verfolgten die fliehenden Reiter bis zum Lager Karls IX. Gyllenhielm zog sich angesichts der Flucht seiner Kavallerie gemeinsam mit der Infanterie in die Wälder zurück. Nachdem er sich mit seinen Soldaten nach Viljandi durchgeschlagen hatte, erreichte er schließlich das Lager des Herzogs.

Die Folgen Als Farensbach zu der Einschätzung gelangte, dass die Einnahme von Viljandi durch Herzog Karl noch längere Zeit in Anspruch nehmen würde, beschloss er, der von der zweiten schwedischen Heeresgruppe belagerten Festung Laiuse zu Hilfe zu eilen. Der Marsch in Richtung Laiuse wurde unverzüglich aufgenommen. Gleichzeitig entschied man, die Nachschublinien von Pärnu abzuschneiden. Am 2. November erhielt man in der Umgebung von Tartu die Nachricht, dass die Festung bereits drei Tage zuvor kapituliert hatte. Daraufhin ließ Farensbach seine Truppen in Tartu Halt machen.Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka" S. 48

Literatur Henryk Wisner, "Zygmunt III. Waza", Kraków 1984, ISBN 83-02-02089-3 Stanislaw Herbst, "Wojna inflancka 1600–1602", Zabrze 2006, ISBN 83-89943-14-X

Einzelnachweise

Kategorie:Polnisch-Schwedischer Krieg (1600–1629) Karski Karski Kategorie:Konflikt 1600