Ken’s Labyrinth ist ein Ego-Shooter von Ken Silverman. Das ursprünglich ab 1993 von Epic MegaGames im Shareware-Modell vertriebene Computerspiel ist ein frühes 3D-Spiel für PC und gilt als Klon von Wolfenstein 3D. Silverman veröffentlichte das Spiel sowie den Quelltext dazu später auf seiner Website.
Handlung und Spielprinzip Die Handlung dreht sich darum, dass Außerirdische vom Planeten Zogar ein gefährliches Labyrinth kreiert haben. In diesem halten sie Lebewesen aus der ganzen Galaxie zur Unterhaltung gefangen. Die Aliens haben den Hund des Protagonisten namens Sparky entführt und die Menschheit versklavt. Der Spieler muss nun den Hund Sparky im Labyrinth finden und dabei Aliens, Monster und Roboter bekämpfen.
Das Spiel ist ein 3D-Shooter aus der Egoperspektive. Es kann mit Tastatur oder Joystick gespielt werden. Das Sammeln von Waffen und Schlüsseln gehört neben dem Bekämpfen von Monstern zu den Spielinhalten. Das Spiel bietet Möglichkeiten, mit der Umwelt zu interagieren, zum Beispiel mit Spielautomaten.
Entwicklung und Veröffentlichung Ken’s Labyrinth war Ken Silvermans erstes kommerzielles Spiel. Silverman entwickelte das Spiel ursprünglich unter dem Titel WalKen, einer Kombination aus walk (englisch für „gehen“) und seinem Vornamen. Er wurde von seinem Vater ermutigt, es zu veröffentlichen. Zur Vermarktung trat er im Oktober 1992 per Brief an fünfzehn Firmen heran. Eine davon war Apogee, die zwar von dem Spiel beeindruckt war, aber von Silverman wollte, es mehr oder weniger von Grund auf neu zu programmieren. Stattdessen entschied er sich für Epic MegaGames als Publisher, der bereit war, das Spiel ohne größere Änderungen zu veröffentlichen. Ken Silverman war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des komplett von ihm selbst in C programmierten Spiels gerade einmal 17 Jahre alt. Auf technischer Seite enthält Ken’s Labyrinth im Gegensatz zu Wolfenstein 3D Sprites und Texturen, mit denen interagiert werden kann. Die Handlung war Silverman nicht wichtig, aber mehrere Personen bestärkten ihn darin, eine zu integrieren, weshalb sein Bruder Alan und dessen Freund Mahesh etwas zusammensponnen, mit dem er die Leere füllte. Später steuerte Mark Rein von Epic MegaGames noch weitere Handlungsteile hinzu, wie den Hund Sparky. Das Shareware-Modell, unter dem das Spiel veröffentlicht wurde, sah vor, dass das erste Drittel des Spiels kostenlos war und man sich für die zwei weiteren registrieren und zahlen musste. Ein Leveleditor war für einen weiteren Aufpreis erhältlich.
Ken Silverman veröffentlichte sowohl das Spiel als Freeware als auch später den Quellcode dazu auf seiner eigenen Website, ebenso wie frühe Versionen von Ken’s Labyrinth.
Rezeption
Laut dem Rollenspielmagazin Dragon sei das Spiel klar von Wolfenstein 3D beeinflusst und ähnle diesem von Optik und Gefühl stark. Das Spielprinzip unterscheide sich aber etwas. Beim deutschsprachigen Magazin PC Joker wurde in einem Test mehrerer Shareware-Spiele die Soundblaster-Sprachausgabe von Ken’s Labyrinth als beeindruckend gelobt. Die Zeitschrift Aktueller Software Markt bezeichnete die Grafik in ihrem Test mehrerer 3D-Labyrinth-Spiele im Mai 1993 trotz Schattenwürfen als nicht ganz so gut wie bei Catacomb Abyss. Positiv hervorgehoben wurden aber die vielen Bewegungsmöglichkeiten in Echtzeit. Das Spiel wird retrospektiv teilweise als erster Klon von Wolfenstein 3D bezeichnet.
Apogee, mit denen Entwickler Ken Silverman bereits für die Veröffentlichung von Ken’s Labyrinth Kontakt aufgenommen hatte, kam nach der Veröffentlichung des Spiels auf Silverman zu, da ihnen id Software nicht die Doom-Engine lizenzieren wollte. Stattdessen beauftragten sie Ken Silverman mit der Entwicklung der Build-Engine für ihr kommendes Spiel Duke Nukem 3D. Die Engine fand auch in weiteren Titeln der Zeit Verwendung.
Weblinks Offizielle Website von Ken Silverman (englisch)
Spielbare Freeware-Version im Internet Archive (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Computerspiel 1993 Kategorie:DOS-Spiel Kategorie:Ego-Shooter Kategorie:Freeware-Spiel Kategorie:Science-Fiction-Computerspiel