Hans-Günther Schmidt, vollständig Karl Ferdinand Hermann Johannes Günther Schmidt (* 2. April 1889 in Hannover; † 4. Dezember 1965 ebenda) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalintendant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Leben Schmidt legte 1908 das Abitur am humanistischen Gymnasium in Hannover ab. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg, Berlin und Göttingen. Ab 1908 war er Mitglied des Corps Rhenania Freiburg.Kösener Corpslisten 1960, 35/781 1912 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Danach absolvierte er das Rechtsreferendariat. Dieses wurde unterbrochen vom Wehrdienst beim Niedersächsischen Feldartillerie-Regiment Nr. 46 von 1912 bis 1913 und vom Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 beim Königlich Preußischen Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 48, zuletzt als Leutnant der Reserve. 1921 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab. Im selben Jahr wurde er in Göttingen zum Doktor der Rechte promoviert.
Von 1921 bis 1936 war Schmidt als Regierungsrat beim Finanzamt Hannover tätig. Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.312.034).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/19601001 Von August 1936 bis Juni 1938 war er beim Luftkreiskommando III Dresden tätig. Im Februar 1937 wurde er zum Oberregierungsrat befördert. Von Juli 1938 bis Juni 1939 war er Luftgauintendant im Luftgaukommando VIII Breslau. Danach war er bis Januar 1940 Leiter der Gruppe „Organisation, Unterbringung und Haushalt“ in der Abteilung „Liegenschaften und Unterkunftswesen“ unter Abteilungsleiter Heinrich Scheit in der Amtsgruppe „Verwaltung“ unter Amtsgruppenleiter Wilhelm Untrieser im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. In dieser Funktion folgte ihm Wilhelm Sander nach.
Im Januar 1940 wurde Schmidt zum Ministerialrat befördert und wurde zum Luftgauintendanten im Luftgaukommando XVII Wien ernannt. Im Oktober 1941 wurde er zum Ministerialdirigenten bzw. Generalintendanten befördert. Von September 1942 bis September 1943 war er Luftgauintendant im Luftgaukommando Belgien-Nordfrankreich. Danach war er von September 1943 bis November 1944 Luftwaffenintendant im Luftwaffenkommando Südost. Anschließend war er von November 1944 bis April 1945 Luftgauintendant im Luftgaukommando XIV Wiesbaden/Nürnberg. Daraufhin war er bis zum Kriegsende im Mai 1945 zur besonderen Verwendung im Reichsluftfahrtministerium bzw. beim Oberkommando der Luftwaffe. Von Kriegsende bis 1947 befand er sich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.
Im März 1948 nahm Schmidt eine Tätigkeit beim Büro Hannover des Evangelischen Hilfswerks auf. Bei seinem Spruchkammerverfahren im März 1949 wurde er als „Entlasteter“ eingestuft. Über seinen weiteren Werdegang ist nichts bekannt. Er starb im Dezember 1965 im Alter von 76 Jahren in Hannover.
Literatur Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945 Teil II, Band 3: Odebrecht–Zoch. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-2207-4.
Weblinks Hans-Günther Schmidt auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
Kategorie:Ministerialdirigent (NS-Staat) Kategorie:Militärperson (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Generalintendant (Armee) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Regierungsrat (Deutsches Reich) Kategorie:Finanzbeamter Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Jurist in der Finanzverwaltung Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Leutnant (Deutsches Heer) Kategorie:Person (Hannover) Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1965 Kategorie:Mann