Ralph Louis Engelstad (* 28. Januar 1930 in Thief River Falls, Minnesota; † 26. November 2002 in Las Vegas, Nevada) war ein amerikanischer Geschäftsmann und Besitzer des Imperial Palace Casino-Hotels in Las Vegas und Biloxi, des Klondike Hotel und Großspender zweier Arenen. Er galt auch als Mitentwickler des Las Vegas Motor Speedway.
Jugend Engelstad wurde am 28. Januar 1930 in Thief River Falls als eines von fünf Kindern von Christian und Madeline (Thill) Engelstad geboren. Seine Eltern waren norwegische Immigranten aus Vang in Hedmark.
Während seiner Highschool-Jahre arbeitete Engelstad als Gehilfe bei dem Agrarbetrieb AGSCO Corporation in Grand Forks, North Dakota.
Im Jahr 1954 schloss er sein Studium der Betriebswirtschaft an der University of North Dakota (UND) ab. Während seiner Zeit an der UND spielte Engelstad außerdem als Torwart in der Eishockeymannschaft der Universität und erhielt sogar eine Einladung zu einem Probetraining bei den Chicago Black Hawks. Nach seinem Abschluss heiratete er Betty Stocker aus East Grand Forks. Die beiden bekamen eine Tochter namens Kris.
Karriere In den 1950er Jahren gründete Engelstad sein eigenes Bauunternehmen: Engelstad Construction. Engelstad wurde im Alter von 29 Jahren Millionär und erfüllte sich damit seinen Wunsch, bis zum 30. Lebensjahr Millionär zu werden. 1959 zog er nach Las Vegas, Nevada, wo sein Bauunternehmen staatliche Aufträge für den Bau von FHA-Häusern erhalten hatte.
Im Jahr 1965 erwarb er den Thunderbird-Field-Flughafen und später auch unbebaute Grundstücke in der Nähe. 1967 verkaufte er 145 Hektar Land, einschließlich des Flughafens, für 2 Millionen Dollar an den Milliardär Howard Hughes. Engelstad verwendete das Geld, um das Motel „Kona Kai“ am Las Vegas Strip zu kaufen.Imperial Palace owner Engelstad dies. Liz Benston, Las Vegas Sun, 27. November 2002. Er verkaufte das Motel 1975 für 1,2 Millionen Dollar; später wurde daraus das „Klondike Hotel and Casino“.
1971 erwarb er das Flamingo Capri Motel, das sich ebenfalls am Las Vegas Strip befand. 1972 fügte er ein Casino hinzu und benannte das Anwesen 1979 in „Imperial Palace Hotel and Casino“ um. Bis 1989 belief sich sein Vermögen auf schätzungsweise 300 Millionen Dollar. 1997 eröffnete er ein zweites Imperial-Palace-Resort in Biloxi, Mississippi.
1996 schloss sich Engelstad mit Bill Bennett (Eigentümer des Sahara Hotels und Casinos) zusammen, um den Las Vegas Motor Speedway zu errichten, den sie später, im Jahr 1998, an Speedway Motorsports verkauften.
Nach einem jahrelangen Kampf mit Lungenkrebs verstarb Engelstad am 28. November 2002 im Alter von 72 Jahren.
Ehrungen Ralph Engelstad wurde im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter als „Nationaler Arbeitgeber des Jahres“ vom President’s Committee on the Employment of People with Disabilities, als „Arbeitgeber des Jahres“ von der Southwest Business, Industry and Rehabilitation Association und mit dem „Humanitarian of the Year Award“ der International Gaming & Business Exposition. Im Jahr 2002 wurde Engelstad für seine Verdienste um die Bau-, Casino- und Unterhaltungsbranche in die North Dakota Entrepreneur Hall of Fame aufgenommen.
Kontroversen Vorwürfe der Nazi-Sympathisierung Engelstad wurde vorgeworfen, mit dem Nationalsozialismus zu sympathisieren, da er in einem privaten Raum seines Hotel-Casinos „Imperial Palace“, den er als seinen „Kriegsraum“ bezeichnete, eine Sammlung von Nazi-Erinnerungsstücken aufbewahrte. Nachdem diese Erinnerungsstücke entdeckt worden waren, erklärte sich Engelstad bereit, sie zu verkaufen, anstatt sie auszustellen. In einem Entschuldigungsbrief an die Jüdische Föderation von Las Vegas (Jewish Federation of Las Vegas) schrieb Engelstad: „Ich habe nun das Gefühl, getan zu haben, was ich tun konnte, und mich für das entschuldigt, was ich nicht tun kann.“ Zusätzlich zu den Erinnerungsstücken, die er in seinem „Kriegsraum“ ausgestellt hatte, wurde in seinem Hotel eine Druckplatte gefunden, die zur Herstellung von Autoaufklebern mit der Aufschrift „Hitler was right“ (Hitler hatte Recht) verwendet worden war.
Am 20. April 1986 und 1988 veranstaltete er in seinem Casino in Las Vegas Partys zur Feier von Adolf Hitlers Geburtstag, bei denen Barkeeper T-Shirts mit der Aufschrift „Adolf Hitler – European tour 1939–45“ trugen. Aus diesem Grund verhängte die Nevada Gaming Commission 1989 gegen Engelstad eine Geldstrafe in Höhe von 1,5 Millionen Dollar „wegen Handlungen, die dem Ruf und dem Image der Glücksspielindustrie Nevadas geschadet haben“. Engelstad entschuldigte sich öffentlich für die Partys und bezeichnete sie als „dumm, taktlos und geschmacklos.“
Logo der "Fighting Sioux" Engelstad geriet in den Streit um das Logo des Eishockeyteams North Dakota Fighting Sioux, als er auf dem Campus der University of North Dakota eine 104-Millionen-Dollar-Arena für das Eishockeyprogramm der „Fighting Sioux“ errichten ließ. In der Mitte der Bauarbeiten drohte Engelstad damit, die Finanzierung zurückzuziehen, sollte der seit langem bestehende Spitzname geändert werden. Das Logo war tausendfach in der Arena angebracht, sodass eine Entfernung mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre. Später stellte Engelstad das Stadion unter private Verwaltung und legte fest, dass das „Fighting-Sioux“-Motiv auf unbestimmte Zeit beibehalten werden müsse. Ein Treuhandfonds der Familie Engelstad ist weiterhin Eigentümer der Arena und vermietet sie an die Universität.
Der Hochschulrat von North Dakota beschloss am 8. April 2010, den Spitznamen „Fighting Sioux“ als Reaktion auf den Druck seitens der NCAA abzuschaffen. Am 8. Februar 2012 kam es zur „Aufhebung der Aufhebung“. Nachdem 17.213 Einwohner von North Dakota eine Petition unterzeichnet hatten, durch die die Debatte über den Spitznamen zu einer landesweiten Abstimmung führte, nahm die UND die Verwendung des Spitznamens wieder auf. Am 14. Juni 2012 wurde der Spitzname erneut abgeschafft, nachdem bei einer Abstimmung am 11. Juni 2012 über die Beibehaltung oder Abschaffung des Spitznamens 67,35 % der Wähler in North Dakota dafür gestimmt hatten, den Namen „Fighting Sioux“ und das Logo mit dem Kopf eines amerikanischen Ureinwohners abzuschaffen, da aufgrund drohender Sanktionen der NCAA negative Konsequenzen zu befürchten waren.
Philanthropisches Wirken Ralph und seine Frau Betty gründeten im Jahr 2002 die Engelstad Foundation. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung mehr als 300 Millionen US-Dollar an Fördermitteln an Organisationen vergeben, die sich für den Tierschutz, benachteiligte Menschen, Bildung, Denkmalschutz, medizinische Forschung und Versorgung, Menschen mit Behinderungen sowie Veteranen einsetzen. Zu den nennenswerten Spenden an Organisationen zählen Projekte in Minnesota, Mississippi, Nevada, North Dakota und Utah.
Ralph Engelstad Arena, Grand Forks, North Dakota (1988 umbenannt, 2001 neueröffnet) Ralph Engelstad Arena, Thief River Falls, Minnesota (2003) Ralph & Betty Engelstad Clubhouse, Las Vegas (1994) Ralph and Betty Engelstad Campus, Las Vegas Ralph and Betty Engelstad School of Health Sciences, Las Vegas Engelstad Scout Park, Las Vegas (2016) Engelstad Family Foundation Event Terrace, University of Nevada, Las Vegas (2018) Engelstad Family Adoption Center, Las Vegas (2019)
Einzelnachweise
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