mini|hochkant|St. Georg in Schonungen Die Neue Kirche (St. Georg) in Schonungen ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Schonungen im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Sie gehört zu den Baudenkmälern von Schonungen und ist unter der Nummer D-6-78-174-181 in der Bayerischen Denkmalliste registriert. Die Kirche gehört zum Dekanat Schweinfurt im Bistum Würzburg.
Geschichte Bereits seit 1313 existiert eine Kirche in Schonungen. 1740 plante der renommierte Architekt Balthasar Neumann eine Kirche für Schonungen. Diese verglühte 1853 bei dem großen Dorfbrand bis auf die Außenmauern. 1858 wurde jene Balthasar-Neumann-Kirche in schlichterer, nüchterner Art wiederhergestellt. Seit 1906 existierten Pläne für eine Erweiterung der alten Kirche. Erst im Jahre 1930 wurde ein völliger Neubau ins Auge gefasst. Das Bedürfnis nach einem Neubau wuchs nach dem Kriege noch mehr, da viele Heimatvertriebene nach Schonungen kamen. Die Zahl der Katholiken betrug im Jahre 1960 schon 2600, während die Kirche nur 210 Sitzplätze bot. 1956 wurde schließlich ein geeignetes Grundstück gefunden. Dombaumeister Hans Schädel und sein Assistent Friedrich Ebert legten 1957 die ersten Pläne vor. Im Januar 1959 kam die Genehmigung der obersten Baubehörde aus München. Darauf begannen die Bauarbeiten unter der Leitung des Würzburger Architekten Andreas Marquart. Am 23. August 1959 fand die Grundsteinlegung statt. Bischof Josef Stangl weihte das Gotteshaus am 19. März 1961 ein. Die neue Kirche steht ebenso wie die alte Kirche unter dem Patrozinium des Heiligen Georg.
Beschreibung Der blockhafte, mit Sandstein verkleidete Bau steht auf einem dreieckigen Grundriss. Der fünfeckige Kirchenraum läuft auf eine Spitze zu, in der sich der Altarraum befindet. Über dem Altarraum befindet sich eine Laterne. In nördlicher Himmelsrichtung grenzt ein Atrium mit Opaion und Brunnen an das Kirchenschiff. Die drei Bankblöcke reihen sich um den von dem Landshuter Fritz Koenig geschaffenen Altar. Der Altar hat einem Schriftfries am unteren Ende („Pascha nostrum immolatus est Christus“). Zu der breiten Gestalt des Altars tritt die schlichte aus zwei Scheiben gestaltete Kanzel. Fritz Koenig schuf weiterhin den Tabernakel, das zentrale Kreuz und den Osterleuchter. Der Tabernakel zeigt das apokalyptische Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln.
Südlich an das Kirchenschiff fügt sich die Werktagskapelle. Die Betonglasfenster der Kapelle schufen Hans und Sela Bail aus Reistenhausen. Dunkle Farben dominieren diese Betonglaswand. An der rechten Wand der Kapelle befindet sich eine von Heinrich Söller aus Schweinfurt geschaffene vergoldete Madonna.
Vom Atrium gelangt man in eine Taufkapelle. Darin befindet sich runde Taufstein. Das rückwärtige Fenster der Taufkapelle schuf Friedrich May aus Würzburg.
Orgel mini|Hindelang-Orgel mini|Ott-Orgel 1940 wurde für die alte Kirche eine neue Orgel angeschafft. Diese stammte von den Gebrüdern Hindelang und verfügte über 25 Register, auf zwei Manualen und Pedal. Sie wurde 1961 in die neue Kirche übernommen und 2010 in die Kirche Mariä Geburt in Berdyansk in der Ukraine transferiert. 1974 wurde ein von Paul Ott für die Marienkirche Bergen gebautes Instrument über die Familie Weishaupt vermittelt und 2010 nach Schonungen in die neue Kirche eingebaut.
Die Disposition lautet wie folgt: I Rückpositiv C–a3 Holzgedackt 8′ Principal 4′ Rohrflöte 4′ Octav 2′ Larigot ′ Octävlein 1′ Scharff II–III Krummhorn 8′ Tremulant II Hauptwerk C–a3 Bourdon 16′ Principal 8′ Gedackt 8′ Octav 4′ Koppelflöte 4′ Quinte ′ Oktav 2′ Mixtur IV ′ Spanische Trompete 8′ III Schwellwerk C–a3 Rohrflöte 8′ Spitzgambe 8′ Principal 4′ Gedackt 4′ Nasat ′ Waldflöte 2′ Terz ′ Scharff III Dulcian 16′ Oboe 8′ Tremulant Pedal C–f1 Principal 16′ Subbass 16′ Octav 8′ Gemshorn 8′ Octav 4′ Flöte 2′ Rauschpfeife II Posaune 16′ Trompete 8′ Schalmey 4′
Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, II/P Spielhilfe: 256-fache Setzeranlage
Geläut Der Glockenturm beherbergt ein Geläut. Alle Glocken goss die Gießerei Bachert in Kochendorf. Sie kamen 1961 in die Kirche.
Glocke: c‘ - Christkönig „Jesu Christe, Rex Gloriae, veni cum Pace“ Glocke: es‘ - Maria „Ave Maria gratia plena“ Glocke: g‘ - Georg „Sancti Georgi, Patronus ecclesiae nostrae, protege nos“ Glocke: b‘ - Josef „Ite ad Josef“
Literatur Urban Rapp in: Schonungen bei Schweinfurt – Pfarrkirche Sankt Georg, Schnell und Steiner München und Zürich, 1964
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Einzelnachweise
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