mini|Bisa Butler auf der Craftnow 2025 Mailissa Yamba Butler (* 1973 in Orange, New Jersey, USA) ist eine US-amerikanische Künstlerin. Sie verbindet traditionelle Porträtmalerei mit der Quiltkunst und würdigt und erweitert so die Ästhetik und Traditionen des afroamerikanischen Quiltens. Fotos aus Bundesarchiven dienen oft als Grundlage für ihre Quilts, die die Geschichte der Afroamerikaner in den Vordergrund rücken.
Leben und Werk Butler ist das jüngste von vier Kindern einer afroamerikanischen Französischlehrerin und eines ghanaischen Hochschulpräsidenten. Sie besuchte die Columbia High School und schloss sie 1991 ab. Anschließend studierte sie an der Howard University und beendete ihr Studium der Bildenden Kunst mit Auszeichnung (Cum Laude). Sie wurde von den Vorlesungen renommierter afroamerikanischer Künstlerinnen und Künstler wie Lois Mailou Jones beeinflusst. Ihre Dozenten waren unter anderen Ernie Barnes, Elizabeth Catlett und Jeff Donaldson. Donaldson war Dekan der Fakultät für Bildende Künste und 1968 einer der Gründer von AfriCobra (African Commune of Bad Relevant Artists), ein afroamerikanisches Künstlerkollektiv. Die Philosophie des Kollektivs bestand darin, in ihrer Kunst eine schwarze Ästhetik auszudrücken, die auf gemeinschaftlichem Engagement und positiven revolutionären Ideen basierte.
2004 schloss Butler ihr Masterstudium in Kunstpädagogik an der Montclair State University ab. Während ihr Bachelorstudium auf Malerei ausgerichtet war, konzentrierte sich ihr Masterstudium auf Textilkunst. Mit den Erfahrungen ihrer Mutter und Großmutter beim Nähen in ihrer Kindheit, inspirierte sie dies, Quilten als künstlerisches Medium zu wählen. Während ihres Masterstudiums fertigte sie auch ihren ersten Porträt-Quilt mit dem Titel Francis und Violette (Großeltern) an.
Nach ihrem Masterabschluss unterrichtete Butler über zehn Jahre lang Kunst an einer High School in Newark. Während dieser Zeit fertigte sie weiterhin Quilts und Kleidung an und sie begann Quilts mit Kindermotiven zu gestalten, darunter ihre Werke The Safety Patrol (2018) und South Side, Sunday Morning (2018).
Butler gehört zu einer Gruppe afroamerikanischer Künstler, darunter Amy Sherald und Kehinde Wiley, die Porträtmalerei in Fotografien einsetzen. Butler nutzt Farbe und Textur, um die Fotografien so zu rekonstruieren, dass ein Teil der verlorenen Identität der abgebildeten Person wiederhergestellt wird. Die Symbolik in ihrer Verwendung von Farbe und Stoff ermöglicht dem Betrachter einen Einblick in das Leben der Person. Sie verwendet oft kräftige Farben für Hauttöne und spielt damit auf die Verwendung der Kool-Aid-Farben durch die AfriCobra an. Die Kool-Aid-Farben basieren auf der lebendigen Farbpalette der afroamerikanischen Mode der 1960er und 1970er Jahre.
Beeinflusst von ihrem ghanaischen Vater verwendet Butler auch westafrikanische Wachsdruckstoffe, um die afrikanische Herkunft der Figuren und ihre Geschichte zu verdeutlichen. Sie knüpft an das Erbe des afroamerikanischen Quiltens, feministische Handwerkstechniken der 1970er und 80er Jahre und die Collagetechniken von Romare Bearden an.
Ihre erste Einzelausstellung fand 2020 im Katonah Museum in New York statt. Etwa ein Jahr nach ihrer Debütausstellung wurde Butlers erstes Werk, ihre 2007 entstandene Quiltarbeit Nandi and Natalie (Friends). auf einer Auktion für 75.000 US-Dollar verkauft. Anschließend wurden Butlers Quilts als Titelbild für zahlreiche Publikationen verwendet, darunter die jährliche Person des Jahres-Ausgabe des Time Magazine 2020 und die Mai/Juni-Ausgabe 2021 des Essence Magazine. Sie war 2019 Finalistin des Burke-Preis. 2021 wurde Butlers Kunstwerk von Tarana Burke, der Gründerin der Me Too-Bewegung, als Cover für Burkes Biografie Unbound (2021) veröffentlicht. Im selben Jahr wurde Butler eingeladen, in der Juneteenth Artist Showcase des Oprah Winfrey Networks aufzutreten, die in Zusammenarbeit mit der Claire Oliver Gallery stattfand.
Werke (Auswahl) Francis and Violette (Grandparents) Four Little Girls, 2018 Southside Monday Morning, 2018 Les Sapeurs, 2018 Black Star Family, First-Class-Tickets nach Liberia, 2018 Dear Mama, 2019 Broom Jumpers, 2019 I Know Why the Caged Bird Sings, 2019 The Safety Patrol, 2018, The Art Institute of Chicago Don’t Tread on Me, God Damn, Let’s Go! – The Harlem Hellfighters I Know Why the Caged Bird Beats His Wings I Go to Prepare a Place for You Materfamilias, Gordon Parks Foundation Young, Gifted and Black As Long as Heaven and Earth Exist, the Rules of Fashion Will Never End
Ausstellungen (Auswahl) 2020: Bisa Butler: Portraits, Katonah Museum of Art und im Art Institute of Chicago 2022: This Present Moment: Crafting a Better World 2022: Materfamilias, Gordon Parks Foundation 2023: The World is Yours, Galerie Jeffrey Deitch New York 2027: Bisa Butler: Tender Monuments, Smithsonian American Art Museum
Sammlungen Museum of Art, Louisville Art Institute of Chicago Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) Kemper Museum für zeitgenössische Kunst, Kansas City Minneapolis Institute of Art Mount Holyoke Art Museum, Hadley, Massachusetts Museum für Kunst und Design, New York Museum of Fine Arts, Boston Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Newark Museum of Art Orlando Museum of Art Pérez Art Museum Miami Smithsonian American Art Museum Nationalmuseum für afroamerikanische Geschichte und Kultur der Smithsonian Institution Kunstmuseum Toledo, Toledo
Literatur Tarana Burke: Unbound: My Story of Liberation and the Birth of the Me Too Movement. Headline, 2021, ISBN 978-1-4722-9235-3. Erica Warren: Bisa Butler: Portraits. Yale University Press, 2020, ISBN 978-0-300-25431-0. Myrtle Elizabeth Andrews, Dalila Scruggs: Bisa Butler-Tender Monuments. Smithsonian Books, 2027, ISBN 978-1-58834-838-8.
Weblinks Biografie bei Britannica (englisch) Bisa Butler: African American Quilter Extraordinaire (englisch) Youtube-Video: Artist Bisa Butler on her Process and Using Materials with Meaning (englisch)
Einzelnachweise
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