Oslo-Sthlm 2.55 ist ein schwedisches Unternehmen, das die Aufgabe hat, neue Bahnstrecken zu untersuchen und zu planen, um die Reisezeiten zwischen den Städten Stockholm und Oslo durch eine neue Bahnstrecke zu verkürzen. Die Zielvorstellung ist, die Fahrzeit zwischen den Städten von etwas mehr als fünf Stunden auf unter drei Stunden zu reduzieren.
Gesellschaft Oslo-Sthlm 2.55 ist als Aktiebolag organisiert und befindet sich im Besitz der Gemeinde Karlstad, der Region Värmland, der Region Västmanland, der Region Örebro län, der Region Stockholm, der Stadt Västerås sowie der Gemeinde Örebro.
Ausgangslage Die beiden skandinavischen Hauptstädte sind durch eine Entfernung von etwas mehr als 400 Kilometern getrennt. Der Korridor verläuft durch die bevölkerungsreichste Region Schwedens, der Heimat von fast 3,5 Millionen Menschen. Die Verbindungen zwischen zwei am schnellsten wachsenden Städte Europas ist durch Handel, Wirtschaft und Kultur miteinander verknüpft sind. Es wäre logisch, dass die Infrastruktur unter diesen Voraussetzungen eine angemessene Bahnverbindung ermöglichen sollte.
Die unruhige weltpolitische Lage rückt die Bedeutung dieser Strecke für die schwedische Gesamtverteidigung und die NATO-Mitgliedschaft in ein neues Licht, denn die derzeitige Bahnverbindung leidet unter Kapazitätsengpässen und langen Reisezeiten.
Die Streitkräfte und die Rüstungsindustrie sind auf die Bahn angewiesen, um Personal und Material in großem Umfang zwischen Oslo und Stockholm zu transportieren.
Aufgabe Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket hat 2017 eine Studie zur Auswahl von Maßnahmen zur Verbesserung des bestehenden Bahnkorridors durchgeführt. Das Unternehmen Oslo-Sthlm 2.55 orientiert sich an dieser Untersuchung der Verkehrsbehörde aus dem Jahr 2017.
Diese Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass durch den Ausbau der bestehenden Infrastruktur auf der Värmlandsbana und der Bahnstrecke Stockholm–Örebro (Mälarbanan) sowie durch den Bau zweier neuer Verbindungen (Nobelbanan und Gränsbanan) eine Reisezeit von unter drei Stunden zwischen den Hauptstädten bei vier bis fünf Zwischenhalten erreicht werden kann.
Jährlich finden 1,4 Millionen Flugreisen zwischen den beiden Städten statt. Durch eine verbesserte Bahnverbindung könnten jährlich mehr als eine Million Flugreisende auf die Bahn umsteigen. Die geplante Bahnstrecke würde durch die Gemeinden Stockholm, Västerås, Örebro, Lekeberg, Karlskoga, Degerfors, Kristinehamn, Karlstad, Arvika und Oslo führen.
Westlich von Karlstad ist die heute vorhandene Bahnstrecke eingleisig. Dies würde eine neue Strecke bis zu einem der Vororte von Oslo (Ski oder Lillestrøm) erforderlich machen, eine Entfernung von etwa 100 km.
Notwendige Maßnahmen Ein Großteil der notwendigen Infrastruktur ist bereits vorhanden. Die Mälarbana ist eine moderne Verbindung, die den aktuellen Anforderungen an Kapazität und Fahrzeit nahezu gerecht wird. Die Värmlandsbana ist weitgehend gut ausgebaut, weist jedoch umfangreiche eingleisige Abschnitte auf und müsste zweigleisig ausgebaut werden. Die grenzüberschreitende Verbindung ist unzureichend. Värmland fehlt eine leistungsstarke Anbindung an das Mälardalen.
Die Gränsbana Oslo–Arvika müsste auf einer Länge von etwa 100 km mit geschätzten Kosten von rund 30 Mrd. SEK neu gebaut werden. Etwa die Hälfte der Strecke verläuft in Norwegen, die andere Hälfte in Schweden. Sie würde die Fahrzeit um mehr als eine Stunde und 15 Minuten verkürzen.
Die Värmlandsbana müsste mit geschätzten Kosten von 13 bis 17 Mrd. SEK zweigleisig ausgebaut werden. Dadurch würde die Kapazität für den Güter- als auch für den Regionalverkehr deutlich erhöht.
Die Nobelbana Kristinehamn–Örebro wäre eine 60 km lange neue Bahnstrecke mit geschätzten Kosten von rund 10 Milliarden SEK, die Värmland mit dem Mälaren-Tal verbinden würde. Sie würde die Fahrzeit zwischen Karlstad und Örebro um eine Stunde verkürzen.
Die Mälarbana müsste vollständig zweigleisig ausgebaut werden. Die beiden bestehenden Engpässe verursachen jedoch erhebliche Probleme. Die Kosten für deren Beseitigung werden auf 3 Mrd. SEK geschätzt. Dieser Ausbau würde die Pendlerkapazität in der Region Mälardalen erheblich steigern und die Fahrzeit zwischen Örebro, Västerås und Stockholm um 20 Minuten verkürzen.
Stand im Jahr 2026 Am 16. September 2026 wurde ein Trassenentwurf für die Hochgeschwindigkeitsverbindung Nobelbana zwischen Örebro und Karlstad über Karlskoga vorgestellt, der etwas mehr als eine halbe Stunde Fahrzeit einsparen würde.
Die Strecke verläuft nach dem Entwurf von Örebro aus entlang der Autobahn E18, sieht einen neuen Bahnhof im Süden von Karlskoga vor und schließt nördlich von Kristinehamn an die Värmlandsbana an. Sollte das Projekt realisiert werden, könnte die Fahrtzeit zwischen Karlstad und Örebro zukünftig nur 33 Minuten betragen. Die Prognose für 2045 zeigt fast 3,5 Millionen Fahrten pro Jahr auf der Nobelbana. Heute dauert die schnellste Zugfahrt etwa zwei Stunden und erfordert Umstiege.
Zusätzlich zu den vorgesehenen 16 Hochgeschwindigkeitszügen soll die Strecke von 22 Regionalzügen befahren werden, die die Städte Kristinehamn und Karlskoga bedienen.
Im Rahmen der Trassenstudie wurden verschiedene Varianten für die neue Bahnstrecke zwischen Kristinehamn und Örebro ausgearbeitet und verglichen. Nach zwei öffentlichen Konsultationsphasen, neun Informationsveranstaltungen mit über 1100 Besuchern, 100 gezielten Gesprächen und 500 eingegangenen Stellungnahmen wurde die optimale Variante ermittelt. Die untersuchten Alternativen wurden farblich gekennzeichnet. Nach einer umfassenden Prüfung und Bewertung erwies sich die „Option Schwarz“ als die beste Lösung.
Einzelnachweise
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