Wer weiß schon, was ein Leben ist? ist ein Spielfilm unter der Regie von Annelie Boroș und Vera Brückner, der anlässlich des 150. Geburtstages der Malerin Paula Modersohn-Becker gedreht wurde und am 3. September 2026 in die deutschen Kinos kam.
Handlung mini|Katharina Stark auf der Berlinale 2025 Eine junge Frau, dargestellt von Katharina Stark, möchte bei einem Casting die Rolle der Paula Modersohn-Becker erhalten und argumentiert, dass sie ihr ja ähnlich sei und auch charakterlich nahestehe. Das relativiert sie gleich wieder und meint: „Wer weiß schon, was ein Leben ist?“. Sie erhält die Rolle und nun beginnt sie, sich intensiv mit der Künstlerin auseinanderzusetzen. Sie lernt auch die anderen drei Schauspielenden kennen, die die Rollen von Otto Modersohn, Clara Rilke-Westhoff und Rainer Maria Rilke übernehmen.
Um Paula wirklichkeitsnah spielen zu können, besucht die junge Schauspielerin die Orte, die das Leben der Künstlerin prägten: Worpswede und Paris. Immer wieder denkt sie laut über die Künstlerin nach, macht Ortsbegehungen an ihren Wohnorten, will ihre Malakademie in Paris ansehen und streift durch die Natur von Worpswede, die Paula faszinierte. Mit der anderen Künstlerin, Clara Rilke-Westhoff, scheint sie fast mehr als nur eine Freundschaft zu verbinden. Die beiden Schauspielerinnen probieren auch, die Malkunst bzw. das Formen von Figuren zu erlernen, um authentisch zu sein. Die Clara darstellende Schauspielerin begleitet ihre Kollegin nach Paris. Unangemeldet trifft auch der Schauspieler in Paris ein, der ihren späteren Ehemann Otto darstellt. Das Paar nähert sich einander in der heutigen Zeit und scheint die damalige Beziehung zwischen Otto und Paula wiederzuspiegeln. Häufig sieht man die junge Schauspielerin auch mit Kostüm, teilweise läuft sie so gekleidet im modernen Paris herum. So vermischen sich die Vergangenheit der Paula und die Gegenwart der Schauspielerin.
Bei der Recherche zum Leben der Künstlerin werden Alltagsgegenstände gezeigt, die Paula tatsächlich so malte. An passenden Stellen verbildlichen ihre original Werke, wie sie Alltagsgegenstände oder Personen malte. Der Film wirft auch die Frage auf, ob Paula in Paris ein Verhältnis mit Rilke aufnahm. Sie trennte sich schließlich von Otto, ging allein nach Paris, um ihre Kunst weiter zu entwickeln. Erst nachdem ihr das Geld ausgegangen war, kehrte sie nach Worpswede zu Otto zurück und bekam sein Kind. Kurz danach starb sie an einer Embolie.
Es werden Passagen aus Briefen vorgelesen und in die Filmgeschichte fließen Kommentare und Erklärungen von Kunstfachleuten zu ihrem Leben. Zu Wort kommen die Kunstexpertin Julia Voss, der Museumsdirektor des Paula Modersohn-Becker Museums in Bremen, und andere. Immer wieder werden die in verschiedenen Zeit- und Wahrnehmungsebenen diskutierten Ereignisse in einer Art Nachrichten-Telegramm, das um unteren Bildrand erscheint, verdeutlicht. Dies trägt zu einer vielseitigen Recherche ihrer Vita bei.
Die Entstehung des Dokumentarfilms wird hier zum Inhalt des Films.
Hintergrund Der Film ist Teil einer Trilogie der Bremer Produktionsfirma Kinoscope Film, die bereits Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers (2022) und Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten (2024) drehten. Die Hauptfiguren beider Filme lebten und wirkten genau wie Paula Modersohn-Becker in Worpswede.
Rezeption Auf filmdienst.de steht über den Film: „Die verschiedenen Verfremdungs-, Erzähl- und Zeitebenen greifen dabei bemerkenswert harmonisch ineinander und würdigen Leben und Werk einer Künstlerin, die ihrer Zeit weit voraus war.“
In einem Podcast des NDR spricht man von einem „Annäherungsversuch an Paula Modersohn-Becker“ mit „passender Musik“ und dies „auf eine so ungewöhnliche wie erfrischende Weise.“
Carsten Beyer stellt in seiner Kritik auf radiodrei.de fest, dass der Film „klug und unterhaltsam“ gemacht sei, lobt den gekonnten Einsatz der „Expert:innen“ und hebt die Arbeit der Kamerfrau Janne Ebel hervor: „Mal blendet sie historische Fotografien und deren schauspielerisches Reenactment übereinander, mal entwickeln berühmte Gemälde ein (animiertes) Eigenleben.“
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Paula Modersohn-Becker