Vishwakarma Puja (auch Vishwakarma Jayanti, bengalisch বিশ্বকর্মা পুজো) ist ein hinduistisches Fest zu Ehren Vishwakarmas, der in der religiösen Überlieferung als göttlicher Baumeister gilt. Besonders für Menschen in handwerklichen, technischen und industriellen Berufen ist es ein Anlass zur Verehrung ihrer Arbeitsmittel.
Religiöse Bedeutung Nach hinduistischen Erzählungen schuf Vishwakarma die Stadt Dwaraka, die als Residenz Krishnas gilt, sowie Waffen für andere Gottheiten. Die im September begangene Form des Festes fällt auf Kanya Sankranti und im bengalischen Kalender auf den letzten Tag des Monats Bhadra. Der Termin liegt im gregorianischen Kalender gewöhnlich um den 17. September, fiel beispielsweise 2020 jedoch auf den 16. September. Daneben wird Vishwakarma in Teilen Indiens auch am Tag nach Diwali verehrt. In Nepal wird das Fest am ersten Tag des Monats Ashwin nach dem dortigen Kalender gefeiert.
Riten Werkstätten, Fabriken und Geschäfte werden für die Puja gereinigt; auch Werkzeuge, Maschinen und Fahrzeuge werden gesäubert und geschmückt. Am Arbeitsplatz werden Bildnisse oder Statuen Vishwakarmas aufgestellt und mit Blumen sowie Reis verehrt. Zu den weiteren Opfergaben gehören Kurkuma, Sandelholz, Früchte und Süßigkeiten; auch Lampen und die zeremonielle Arati sind Teil der Feier. Die Beteiligten erbitten Schutz vor Hindernissen bei der Arbeit und Erfolg in ihrem Beruf. Mancherorts ruhen die Maschinen während der Feier, und die Werkzeuge werden an diesem Tag nicht benutzt. Neben traditionellen Handwerkern nehmen heute auch Beschäftigte aus dem Ingenieurwesen, dem Baugewerbe und technischen Betrieben teil. In Kathmandu bringen Gläubige neue und gebrauchte Fahrzeuge zur Verehrung zum Bhadrakali-Tempel; in Nepal werden Maschinen überdies mit roten und weißen Tüchern geschmückt.
Regionale Bräuche und gesellschaftliche Bedeutung In Westbengalen geht die Puja mit dem Steigenlassen farbiger Drachen einher, das in Kolkata und Howrah von Kindern wie Erwachsenen gepflegt wird. In Jutefabriken der Region Hugli umfassten die Feiern traditionell auch den Besuch von Familienangehörigen und gemeinsame Mahlzeiten. Nach der Schließung mehrerer Jutefabriken in der Region Hugli berichteten Beschäftigte 2019 von deutlich kleineren Feiern oder ganz ausgefallenen Festen. Ein Bericht aus Nordbengalen beschrieb 2025 aufwendig geschmückte Festzelte und Feiern in Geschäften, Garagen, Büros und Technologieunternehmen. Die Feier wird dort auch als gemeinschaftlicher Anlass über einzelne Berufs- und Religionsgemeinschaften hinweg begangen.
Einzelnachweise
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