mini|St. Michael in Untergriesbach mini|Innenansicht nach Osten mini|Blick zur Orgelempore mini|Vierungsfresko mini|Seelenkapelle Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael ist eine im Kern gotische, barockisierte Saalkirche in Untergriesbach im Landkreis Passau in Niederbayern. Sie gehört zum Pfarrverband Untergriesbach im Dekanat Hauzenberg der Diözese Passau.

Geschichte und Architektur Die in beherrschender Höhe gelegene Kirche wurde im Jahr 1725 unter Verwendung von Mauern des Chores und des westlichen Langhausteils mit unterwölbter Empore eines spätgotischen Vorgängerbauwerks im Wesentlichen neu erbaut. Dabei wurde das Schiff um breite, flach geschlossene Querarme zu einem zentralisierten Raum erweitert. Der Westturm stammt aus dem Jahr 1714, der klassizistische Turmaufbau von 1801.

Im Innern ist die kreuzförmige Anlage klar und weiträumig gestaltet. Über der Vierung erhebt sich eine flache Vierungskuppel über Zwickeln, die übrigen Raumteile sind mit Tonnengewölbe geschlossen. Die Wandteile sind durch Wandpfeiler mit Kompositkapitellen gegliedert, die an den Vierungspfeilern gekröpft sind. Der mit zierlichem Band- und Rankenwerk gestaltete Gewölbestuck stammt aus der Zeit um 1725. Die Fresken wurden von den Passauern Joseph Schwarz um das Jahr 1725 und Johann Georg Unruhe nach 1780 ausgeführt. Das Kuppelfresko mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts von J. G. Unruhe ist bereits klassizistisch geprägt.

Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist der Hochaltar aus den Jahren 1686–89 von Matthias Högenwald aus Passau. Die stattliche Schauwand zeigt in den seitlichen Ädikulä überlebensgroße Schnitzfiguren der Apostelfürsten. Die Wangen sind in Form voluminöser Akanthusranken gestaltet. Auf den verkröpften Segmentbogengiebeln der Ädikulä stehen Figuren der Heiligen Stephanus und Laurentius. Der viersäulige Auszug wird von einer Schutzengelgruppe bekrönt. Die Gemälde wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts von G. Unruhe geschaffen.

Die Seitenaltäre wurden von Franz Stadler aus Neufelden gestaltet und in den Jahren 1748/49 aufgestellt. Die Anlagen sind flach gestaltet, mit tektonischen Gliedern, die dennoch andeutungsweise räumlich entfaltet sind. Auf den Gebälkstücken ruhen verdrehte Volutengiebelstücke, ein feines Frührokoko-Schnitzornament belebt die Aufbauten. Seitlich sind Figuren der Heiligen Joachim und Anna, Barbara und Margareta aufgestellt. Die Gemälde sind mit J. G. Unruhe 1798 bezeichnet. Die Kanzel wurde 1711 von Joseph Ignaz Reiter aus Passau geschaffen.

Die Orgel ist ein Werk von G. F. Steinmeyer & Co. aus dem Jahr 1902 mit 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Im südwestlichen Winkel zwischen den Kreuzarmen befindet sich die Seelenkapelle, die nach 1730 ausgestaltet wurde. Der stuckierte Altar mit Kreuzigungsgruppe ist in der Art des Franz Joseph Ignaz Holzinger (Modler?) gestaltet.

Literatur

Weblinks

Website des Pfarrverbands Untergriesbach

Einzelnachweise

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