mini|500px|Limes Noricus in Noricum und Oberpannonien Die Liste von Grabinschriften römischer Militärangehöriger in den Provinzen Raetia und Noricum führt militärische Grabdenkmäler aus römischer Zeit auf, sofern darauf der Name des Verstorbenen festgehalten ist. Die auf diese Weise erfassten Namen sind nur ein Teil der epigraphisch überlieferten Namen von Legions- und Auxiliarangehörigen in den römischen Provinzen Raetia und Noricum; weitere Personen sind zum Beispiel als Auftraggeber der Grabsteine oder als Stifter von Weihealtären bekannt.
Auffindung und Erhaltung Im Jahr 1505 veröffentlichte der Humanist Konrad Peutinger eine Sammlung römischer Inschriften aus seiner Heimatstadt Augsburg und dem Augsburger Umland unter dem Titel Romanae vetustatis fragmenta; er knüpfte damit an italienische Vorbilder an.Vgl. Martin Ott: Konrad Peutinger und die Inschriften des römischen Augsburg: Die „Romanae vetustatis fragmenta“ von 1505 im Kontext des gelehrten Wissens nördlich und südlich der Alpen. In: Gernot Michael Müller (Hrsg.): Humanismus und Renaissance in Augsburg: Kulturgeschichte einer Stadt zwischen Spätmittelalter und Dreißigjährigem Krieg. De Gruyter, Berlin/Boston 20109, S. 275–292.
Sehr oft sind Römersteine in Österreich in Kirchbauten einbezogen. Beispielsweise wirkt die Pfarrkirche St. Donat (St. Veit an der Glan) aufgrund der vielen römerzeitlichen Grabdenkmäler an ihren Außenmauern wie ein Freilichtmuseum. Sie befindet sich nämlich in Nachbarschaft eines römischen Gräberfeldes, und ein Dekret Kaiser Franz I. von Österreich verfügte, dass neu aufgefundene Römersteine in die nächstgelegene Kirche eingemauert werden sollten.Gernot Piccottini: Zwei archäologische „Freilichtmuseen“: Die Pfarrkirche St. Donat und das Prunnerkreuz. Geschichtsverein für Kärnten, Newsletter Nr. 2/2013. (Online)
Liste der Grabinschriften Erläuterung der Tabellenspalten: Inschrift: Identifikation der Inschrift, in der Regel durch die Nummer im Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) oder in der Zeitschrift Année Épigraphique (AE). Der Link führt zur Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby (EDCS), die den Inschriftentext auflöst und Bilder der Monumente zeigt. Bild: Darstellungen der Inschriften oder Grabmäler bzw. ihrer Fragmente. Datierung: Gesicherte oder mögliche zeitliche Einordnung gemäß EDCS, aufgrund von Indizien in den Inschriften (negative Zahlen stehen für Jahre im 1. Jahrhundert v. Chr.). Name: Name des Verstorbenen gemäß Inschriftentext. Alter: Alter des Verstorbenen, gemäß Angaben in der Inschrift (nach EDCS). Dienstjahre: Absolvierte Dienstzeit, gemäß Angaben in der Inschrift (nach EDCS). Einheit, Funktion: Einteilung und Funktion in Truppen der römischen Armee oder sozialer Rang des Verstorbenen, gemäß Angaben in der Inschrift. Herkunft: Ethnie, Stadt oder Civitas, aus welcher der Verstorbene stammte, gemäß Angaben in der Inschrift. Fundort: Ortschaft oder Lokalität, wo das Grabmal entdeckt wurde. Jahr: Fundjahr der Inschrift; bei älteren Objekten, deren Fundjahr unbekannt ist, Jahr der Ersterwähnung in der Literatur. Aufbewahrungsort: Institution mit dem heutigen Standort des Grabmals und Ort; heute nicht mehr auffindbare Stücke sind als «verschollen» bezeichnet.