Weichzeichnen bezeichnet in der Filmtechnik die gezielte Verringerung der Schärfe, des Mikrokontrasts oder der Konturenschärfe eines Filmbildes. Im Unterschied zu einer tatsächlichen Fehlfokussierung bleibt das Motiv dabei häufig grundsätzlich erkennbar und teilweise scharf. Die Wirkung kann durch optische Mittel bei der Aufnahme oder durch digitale beziehungsweise analoge Nachbearbeitung erzeugt werden.
Wirkung Weichzeichnung kann verschiedene Eigenschaften des Filmbildes verändern: Verringerung feiner Details und des Mikrokontrasts weichere Konturen Abmilderung von Hautunreinheiten und Falten Streuung heller Bildpartien und sogenannte „Halos“ bzw. Blooming Verringerung des Gesamtkontrasts teilweise Aufhellung der Schatten Erzeugung eines träumerischen, romantischen, nostalgischen oder entrückten Bildeindrucks
Geschichte Die Technik kam aus der Piktorialismus-Fotografie in die Kinematografie. Das BFI schreibt, dass Soft Focus im frühen 20. Jahrhundert von der Fotografie in den Film überging. Besonders ausgeprägt war der Einsatz bei D. W. Griffiths Broken Blossoms (1919), dessen Bildgestaltung unter dem Einfluss des Kameramanns Hendrik Sartov stand. Jedoch hat Griffith auch schon bedeutend früher die Technik angewandt, so erstmalig in seinem Film Leather Stocking von 1909. In den 1920er Jahren wurde Soft Focus in der amerikanischen Kinematografie zunehmend üblich und verbreitete sich anschließend auch in Europa.
Kategorie:Filmtechnik