Xaver Pfister-Schölch (* 6. November 1947 in Basel; † 13. Mai 2025 ebenda) war ein Schweizer römisch-katholischer Theologe, Pfarreiseelsorger, Erwachsenenbildner und Publizist. Er war langjähriger Informationsbeauftragter der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und engagierte sich für Ökumene, interreligiösen Dialog, kirchliche Erneuerung und gesellschaftliche Verantwortung der Kirche. 2007 erhielt er den Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche.
Leben und Wirken Pfister wuchs in Riehen auf und studierte Theologie unter anderem in Freiburg im Breisgau, Paris und Luzern. In Freiburg promovierte er 1974 über Pascals Weg zu Gott: eine Untersuchung zum Verhältnis von Theologie und Erfahrung. Pfister war mit Gabi Pfister verheiratet.Reden zur Preisverleihung 2007 der Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche. In: herberthaag-stiftung.ch. (PDF, S. 11–13.) Abgerufen am 16. September 2026. Das Paar hatte vier Söhne, darunter der Historiker Benedikt Pfister und der Politiker Pascal Pfister (SP).Pfister Act: Zu Besuch bei Familie Pfister. In: bz – Zeitung für die Region Basel. 9. April 2017. Abgerufen am 16. September 2026.
1975 erhielt er die Institutio des Bistums Basel, womit er in dessen Dienst aufgenommen wurde. Anschliessend war er von 1975 bis 1986 als Pfarreiseelsorger in der Pfarrei St. Clara in Basel tätig. Von 1981 bis 2010 war er zudem Stellenleiter bei der Katholischen Erwachsenenbildung beider Basel und von 1986 bis 2012 Informationsbeauftragter der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt. Daneben engagierte er sich von 1994 bis 2003 als Co-Dekanatsleiter des Dekanats Basel-Stadt. In dieser Funktion war er auch publizistisch tätig und trat regelmässig zu kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen an die Öffentlichkeit. Pfister war 2004 einer der Initiatoren eines offenen Briefes, in dem prominente Schweizer Kirchenleute den Rücktritt von Papst Johannes Paul II. forderten, weil sie befürchteten, dass der Gesundheitszustand des Kirchenoberhauptes zu einer Erosion der päpstlichen Autorität beitrage. Nach seiner Pensionierung wirkte er von 2015 bis 2020 als Schifferseelsorger bei den Schweizerischen Rheinhäfen beider Basel.Verstorbene Seelsorgende des Bistums Basel. In: bistum-basel.ch. Abgerufen am 16. September 2026.
Ein Schwerpunkt seines Wirkens war die Ökumene. Als Informationsbeauftragter war er an der Europäischen Ökumenischen Versammlung beteiligt, die 1989 in Basel unter dem Leitwort «Frieden in Gerechtigkeit» stattfand. Auch der interreligiöse Dialog und die gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen gehörten zu seinen Anliegen.
Radio- und Fernsehprediger Pfister wirkte auch als Radioprediger beim Radiosender DRS 2 und als Sprecher beim Wort zum Sonntag beim Schweizer Fernsehen, und bei Telebasel.
Preise 2007: Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche
Werke (Auswahl) Was mir Mut macht; Imba Verlag, Konstanz 1978, ISBN 978-3-85740-075-9 Peter Felber, Xaver Pfister (Hrsg.): Gerechtigkeit und Frieden umarmen sich. Europäische Ökumenische Versammlung Basel 1989 Folge mir nach: Wege zu einem geglückten Leben, Benziger, Zürich 1991, ISBN 978-3-545-23079-8 Das Kirchenjahr erschliessen, Paulusverlag, Freiburg 1993, ISBN 978-3-7228-0310-4 Spuren Gottes. Alltägliche Besinnungen. Paulusverlag, Freiburg 1996, ISBN 978-3-7228-0391-3 Gott zwischen Teddybär und Bügelbrett; Herder Verlag, Freiburg i.B. 1999, ISBN 978-3-451-26798-7 Nicht nur für sonntags. Paulusverlag, Freiburg 2002, ISBN 978-3-7228-0573-3 Masken des Männlichen. Die Geschichte einer Depression. Freiburg 2006, ISBN 978-3-7228-0686-0 Alter schützt vor Leben nicht, Schweizer Literaturgesellschaft, Zug 2020, ISBN 978-3-03883-097-9
Weblinks
Bistum Basel: Personalnachrichten – Verstorbene
Einzelnachweise
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