mini|Katholische Pfarrkirche St. Antonius in Recklinghausen (im Stadtteil König Ludwig) St. Antonius ist die römisch-katholische Pfarrkirche im Recklinghausener Stadtteil König Ludwig und liegt nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Antonius von Padua und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine Saalkirche im Stil der Moderne und hat 350 Sitzplätze.

Geschichte Nach der Gründung der Zeche „König Ludwig“ 1872 entstand ab 1888 eine Bergarbeiterkolonie im Südosten von Recklinghausen. Der erste dortige Sakralbau war eine am 6. Dezember 1904 eingeweihte Notkirche, die bis 1939 für den Gottesdienst genutzt wurde.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks König Ludwig von der Gemeinde St. Marien (Recklinghausen) erfolgte 1904 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1913 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Antonius.

Baubeschreibung Die Grundsteinlegung für die Antoniuskirche war 1929, aber wegen der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Grundlage musste der Bau für viele Jahre ruhen. Das heutige Gotteshaus entstand erst 1935–38 nach den Plänen des Architekten Josef Franke (Gelsenkirchen) und wurde am 2. Oktober 1938 eingeweiht. Eine Bombenexplosion im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs zerstörte fast alle Fenster an der Kirche sowie am Pfarrhaus. Die künstlerische Neuverglasung der Fenster dauerte bis zum Jahr 1963.

St. Antonius ist ein Wandpfeilersaal mit Querbalkendecke unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor mit geradem Schluss liegt im Osten. Der eingebundene Eckturm im Nordwesten besitzt ein kupfergedecktes Pyramidendach und fasst im Erdgeschoss die Taufkapelle. Die angebaute eingeschossige Sakristei im Südwesten liegt quer zum Hauptschiff und hat ein Satteldach. Das Gotteshaus besteht aus dunkelrotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus rotbraunen Dachziegeln. St. Antonius steht mit der Nummer 163 in der Liste der Baudenkmäler in Recklinghausen.

Zu den Gebäuden der Gemeinde in König Ludwig gehören das Pfarrhaus von 1906, die Kaplanei von 1963, das Pfarrheim von 1961, das Gemeindezentrum „ECA-Siedlung“ (mit Kapelle) von 1971 sowie der 1900 eröffnete und 1963 umgebaute Kindergarten „St. Antonius“ und auch der Kindergarten „St. Martin“ von 1969.

Strukturentwicklungen Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Im Campanile von St. Antonius hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl.

Glocke 1: Schlagton: cis‘; Ø 160 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 2: Schlagton: e‘; Ø 135 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 3 Schlagton: fis‘; Ø 118 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 4: Schlagton: gis‘; Ø 105 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955.

Orgel Die Firma Friedrich Fleitner (Münster) baute 1923 für St. Antonius eine Pfeifenorgel mit 19 Registern sowie mit elektropneumatischen Spiel- und Registertrakturen.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Antonius (Recklinghausen) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

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