Tiefenholzhausen, auch Diepenhaldessen,Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens wandelte sich im Laufe der Zeit nur unwesentlich: Dypenholzhusen (1235), Depenholthusen (1300), Dyetpenholthusen (1311), Diffinholtzhusin (1347), Depenholthusen (1347), Dieffenholtzhusen (1354), Depenholthusen (1566). Erst ab dem 18. Jahrhundert wurde der inzwischen wüst gefallene Ort als Diepenhaldessen bezeichnet. Siehe: Tiefenholzhausen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) ist eine Dorfwüstung in der Gemarkung von Grebenstein im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie befindet sich etwa 5 km nordöstlich von Grebenstein, zwischen Udenhausen und Carlsdorf, nördlich der abgegangenen Burg Haldessen und der Landesstraße L 3229 an der Esse.
Geschichte Der Ort wurde im Dezember 1235 als „Dypenholzhusen“ erstmals urkundlich erwähnt, als Erzbischof Siegfried III. von Mainz dem Stift Hilwartshausen im Tausch für eine Hufe in „Vrien Mense“ den Zehnten des Erzstifts in Gimte und Tiefenholzhausen schenkte.BW, RggEbMz 33 Nr. 199, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe Das Stift erwarb in der Folge bedeutende Herrschaftsrechte und Grundbesitz im Ort. 1300 verzichteten Dietrich und Bodo von Haldessen zugunsten des Stifts auf ihre vom Bistum Münster zu Lehen gehaltene Vogtei in Tiefenholzhausen, und im März 1311 übertrug Bischof Ludwig II. von Münster dem Stift diese Vogtei im Tausch für die hälftige Teilhabe an mehreren Hufen in Tiefenholzhausen und den Stroforter Ortsteilen Altstrofort und Kirchstrofort.Landgrafen-Regesten online Nr. 581: Kloster Hilwartshausen erhält die Vogtei Tiefenholzhausen Das Dorf wurde an die Herren von Twiste verlehnt, und im Januar 1347 bewilligten Propst, Priorin und Kapitel des Stifts den Verkauf des Dorfs, ausgenommen bestimmte Güter,Vier Hufen und der Zehnt, die weiterhin dem Stift gehörten, sowie drei Höfe, ein Hopfenberg, eine Wiese, ein Garten und die Schaftrift, die den von Twiste vorbehalten blieb. (Landau: Wüste Ortschaften, S. 41) durch die von Twiste an den Landgrafenbruder Hermann und den Pfarrer von Immenhausen, Heinrich Slumphart, zur Ausstattung einer Kapelle auf der Burg Grebenstein.HStAM, Urk. 13, 4574: Zustimmung zum Verkauf von Tiefenholzhausen Im gleichen Jahr erwarb Landgraf Heinrich II. von Hessen den Zehnten in Tiefenholzhausen. 1354 bekundete der Ritter Dietrich von Twiste, dass er sein Gut in Tiefenholzhausen, das er vom Stift Hilwartshausen zu Lehen hatte und das beim Verkauf 1347 noch ausgenommen geblieben war, dem Pfarrer Slumphart in Immenhausen auf Lebzeiten verkauft habe. Noch 1566 hielt das Stift Hilwartshausen Besitz im Ort, den es verlehnte.
Wann der Ort verlassen wurde, ist nicht bekannt, vermutlich jedoch im Dreißigjährigen Krieg. Erst 1775 findet sich noch einmal eine urkundliche Erwähnung im „Summarischen Zinsextrakt“ der Wüstung „Diepenhaldessen“.
Einzelnachweise
Literatur Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 41 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 199 (Haldessen) und S. 246 (Tiefenholzhausen) (Digitalisat, S. 199 Haldessen) und (Digitalisat, SD. 246 Tiefenholzhausen} Manfred von Boetticher (Bearb.): Urkundenbuch des Stifts Hilwartshausen (Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch, 4. Abt.), Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 208; Hahnsche Buchhandlung, Hannover, 2001, ISBN 3-7752-6008-0, 3-7752-8008-0, S. 58 – 163, Nr. 39, 115, 140, 187, 188, 201.
Weblinks Tiefenholzhausen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
Kategorie:Wüstung in Grebenstein Kategorie:Ersterwähnung 1235