Johann Friedrich Frick, kurz Friedrich Frick, (* 31. Oktober 1774 in Berlin; † 21. September 1850 in Bad Kreuznach) war ein deutscher Maler, Grafiker und Kupferstecher.

Leben und Wirken Friedrich Frick wurde 1774 als viertes Kind eines Unteroffiziers und späteren Mühlen-Waagemeisters und einer Strumpfweberstochter in Berlin geboren. 13-jährig erhielt er Zeichenunterricht in der Königlichen Preußischen Academie der Künste und mechanischen Wissenschaften. 1790 wurde er in der Klasse des Malers Johann Graetsch in der Zeichnung ganzer Figuren und bei Ferdinand Collmann in Porträt- und Historienmalerei geschult. Über seine Hinwendung zum Kupferstich ist nichts überliefert.

Während seiner akademischen Studien freundete er sich mit den angehenden Architekten Friedrich Gilly (1772–1800) und Martin Friedrich Rabe (1775–1856) an. 1802 wurde er Rabes Schwager. Gilly hatte 1794 Skizzen von den Ruinen der ehemaligen Ordensburg Marienburg (polnisch: Malbork) angefertigt. Inspiriert von Gillys Vorlagen und dessen Umsetzungsversuch in Aquatintatechnik, schuf Frick sein bedeutendstes Werk: Ansichten des Schlosses Marienburg, von 1799 bis 1803 in 19 Blättern mit 24 Veduten in Aquatinta-Manier. Angefügt wurde ein deutscher und ein französischer Kommentar sowie Historische und Architectonische Erläuterungen der Prospecte des Schlosses Marienburg in Preussen, verfasst von Konrad Levezow und Friedrich Rabe.

Schon zu Beginn seiner Arbeit an dem Projekt zog er das Interesse von Friedrich Wilhelm III. auf sich, der ihm diverse finanzielle Zuwendungen verschaffte. Im Mai 1803 wurde er ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie der Künste. Das angestrebte akademische Lehramt erhielt er jedoch trotz zweier Anläufe nicht. Der ihm am 18. Dezember 1808 endlich verliehene Professorentitel diente lediglich dem Prestige, weil damit keine Lehrverpflichtung verbunden war.

Ab 1805 wirkte Frick am Entwurf und der Herstellung der preußischen Banknoten, den sogenannten Tresorscheinen, mit. Die anderen Beteiligten waren der Stahlschneider Johann Christoph Gubitz und dessen Söhne. Man entzweite sich jedoch und Frick beendete den Auftrag alleine zur Zufriedenheit des Ministers Karl Freiherr vom Stein, der Frick 1806 mit einer ansehnlichen Gratifikation und einer lebenslangen Pension entlohnte. Bis 1824 war Frick mit der Fertigung aller preußischen Banknoten beauftragt.

Aufgrund dieser einträglichen Tätigkeit konnte Frick einen eigenen Hausstand gründen. Er heiratete 1811 die Tochter des wohlhabenden Berliner Wachstuchfabrikanten und Stadtverordneten Carl Heinrich Friedrich Woltersdorff. In der Folge erwarb er östlich von Berlin mehrere Landgüter und machte deren Bewirtschaftung neben der Geldscheinproduktion zu seiner wichtigsten Einnahmequelle. Die grafische Kunst trat dabei immer mehr zurück. Als letzte nachweisbare Arbeit gilt ein 1815 entstandenes Gedenkblatt zu den Befreiungskriegen mit dem Titel Kriegerdenkmal, das als Aquatinta nach einer Zeichnung von Ludwig Wolf ausgeführt wurde. Seine Skizzenbücher füllte er aber weiterhin mit Eindrücken und Vorhaben.

1832 starb seine Frau und 1836 verkaufte er seine brandenburgischen Besitztümer gewinnbringend, um nach Berlin zurückzukehren, wo er aller finanzieller Sorgen enthoben bis 1850 lebte. Gestorben ist er im September 1850 bei einer Brunnenkur in Bad Kreuznach.

Bedeutung Frick revolutionierte die Grafikproduktion: Seine opulenten Publikationen basieren auf der Mischung verschiedener Intaglio-Druckverfahren, primär die Radierung für Umrisse und die Aquatinta zur Füllung der Binnenflächen. Der Effekt unterschiedlicher Stofflichkeit wie Luft, Gemäuer, Ziegel, Vegetation oder Draperie wird innerhalb einer Darstellung durch bis zu zehn Ätzstufen erzeugt. Durch Bestäubung der Platte mit unterschiedlich zusammengesetzten Staubpartikeln oder feinem Puder aus Asphalt oder Harz, unterschiedlich starkes Anschmelzen und die mehrstufige Ätzung entstanden so auf den Kupferdruckplatten äußerst variable Körnungen, mit der sich unterschiedlichste Strukturen wie das Spiel von Licht und Schatten oder Wind, Wasser und Wolken bis ins kleinste Detail naturgetreu abbilden ließen.

„Fricks Druckgrafiken waren in ihrem Erscheinungsbild atemberaubend“, befindet die Kunsthistorikerin Anna Schultz. Ungeachtet der aufwändigen Herstellung gab es viele Nachahmer; sie blieben allerdings technisch hinter ihrem Vorbild zurück.

Das Marienburg-Tafelwerk war die „erste systematische Erfassung eines mittelalterlichen Baudenkmals im deutschsprachigen Raum. Die Veröffentlichung stand damit am Anfang einer ästhetischen und politischen Neubewertung gotischer Baukunst.“ Sie beförderte die materielle Herrichtung der Marienburg mit anschließender ideeller Erhöhung zum preußischen Nationaldenkmal.

Werke (Auswahl) 1799–1803: Ansichten des Schlosses Marienburg um 1800: Königin Luise Königin von Preußen 1803: Kürassier Regiment Schleinitz im Lager bei Berlin um 1804: Dragoner Regiment Churfürst Pfalz Baiern im Lager bei Berlin 18??: Herbstmanöver im Jahre 1803 bei Borne unweit Potsdam 1812: Panorama von Riga 18??: Häusliche Andacht

Einzelnachweise

Weblinks

Familienarchiv Frick im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

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