Das Kloster Malo Malowo »Hl. Nikolaus von Myra - Wundertäter« () ist ein inaktives Mönchskloster im geistlichen Bezirk Sofia der Diözese Sofia der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Seine Kirche wurde Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahr­hundert fertig gestellt. Das klösterliche Leben endete dort bereits 1971. 2025 wurde die erste Phase seiner Restaurierung abgeschlossen.

Lage Es liegt im Nordwesten Bulgariens an der Südflanke des Tschepăn-Gebirges, eines Teils des Westbalkans. Das Areal befindet sich in einem kleinen Tal zwischen dem Nordosthang des Popow Gipfels () und dem Südwesthang des Kozars () oder Nackten Kopfes () in einem Buchenwald. Südlich des Klosters erstreckt sich eine große Wiese. Der Bereich, ca. 2 km nordnordöstlich des Dorfs Malo Malowo (), gehört zum Gemeindegebiet von Dragoman. Im Zentrum des Dorfs zweigt die Straße Hl. Nikolaus () von der Republikstraße III-8103 nach Norden ab. Am Ortsrand geht sie in einen Feldweg über, der bis zur Klosterpforte führt. Die Entfernung zum östlich gelegenen Bahnhof Dragoman an der Bahnstrecke Kalotina–Swilengrad beträgt 12 km.

Geschichte Über die Gründung des Klosters sind keine Quellen erhalten. Es wurde dem Heiligen Nikolaus geweiht. Vermutlich entstand es zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert.Nikolaj Tuleschkow, 2026, S. 145 Aufgrund der Fresken nimmt man an, dass die Klosterkirche Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet und ausgeschmückt wurde.Georgi Tschavrakov, 1978, S. 238Weselin Rangelow, 2015, S. 254

Eine lokale Legende brachte der Klosterkämmerer Martinow () im Jahre 1929 in einem Gespräch mit einem betagten Bürger Malo Malowos in Erfahrung. Diese besagte, dass das Kloster Anfang des 19. Jahrhunderts verwüstet wurde. Örtliche Bauern nutzten die Felder und Wiesen des Klosters für eigene Zwecke. In dieser Zeit erschien der Heilige Nikolaus einer alten Frau, Großmutter Sawa (, transkribiert Baba Sawa), im Traum und bat darum, dass das Kloster wieder instand gesetzt werde. Da sie für diese Aufgabe keine Mitstreiter fand, begann sie allein mit der Reinigung der Kirche und dem Entfernen des Wildwuchses. Bald erhielt sie Unterstützung von Großvater Rano (, transkribiert Djado Rano). Beide sammelten in den umliegenden Dörfern auch Mittel für die Restaurierung. Die Reparatur der Kirche und der Aufbau der Wohn- und Nebengebäude wurde später von einer Kommission unter Leitung des Priesters Pawel organisiert. Um 1830 wurde Pawel zum Igumen (Vorsteher) des Klosters.

1871 stellte einer der Mönche eine Inventarliste des Klosters auf und übergab diese dem Bistum Sofia. Es verfügte über zwei Pferde, zwanzig Kühe, vier Ochsen, 100 Schafe und 30 junge Schafe sowie zehn Bienenstöcke. Dies lässt erkennen, dass das Kloster auch wirtschaftlich erfolgreich war. Das klösterliche Leben erstarb erst 1971 mit dem Tod des Mönchs Euphrosius (). Seitdem war das Kloster verlassen. (balkanec.bg, 2020; bulgarisch, Übersetzung: Der Verfall eines der ältesten Klöster im Raum Dragoman geht weiter - Klosters Malo Malowo „Hl. Nikolaus, der Wundertäter“)

1973 traf das Kulturministerium () den Beschluss № 39, der Klosterkirche den Status eines nationalen Kulturdenkmals von künstlerischer Bedeutung zu verleihen. Durch den Leerstand kamen jedoch die Fresken zu Schaden und der Klosterhof verwilderte. Im Jahre 1990 begannen kriminelle Schatzsucher ihre Aktivitäten. Im Kirchenschiff hoben sie bei der Suche nach Wertgegenständen einen zwei Meter tiefen Graben aus. Vermutlich geht auch der Einsturz des Wohngebäudes auf ihr Zerstörungswerk zurück.

Seit 2018 arbeiteten die Gemeinde Dragoman zusammen mit dem Bistum Sofia an der Rettung des Ensembles. Am 5. Juni 2020 waren die notwendigen Unterlagen zusammengestellt und ein Antrag auf Förderung durch den Staatsfonds „Landwirtschaft“ () konnte eingereicht werden. Die erste Phase der Restaurierung begann feierlich am 30. Mai 2024. Sie konnte am 4. September 2025 abgeschlossen werden. Dabei wurden die Kirche instand gesetzt, die Fresken gesichert und ein Zugangsweg neu angelegt. Ein Komitee aus Mitgliedern des Kulturministeriums und des Nationalen Instituts für das immobile Kulturerbe () nahm die Arbeiten ohne Beanstandungen ab. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Haupt- sowie der Nebengebäude. (www.espressonews.bg, 2025; bulgarisch, Übersetzung: Die erste Phase der Restaurierung des Klosters Malo Malowo wurde fertiggestellt)

Kunst und Architektur Klosterhof mini|Klosterhof vor der Restaurierung (2006) Das Klosterareal hat einen komplexem Umriss. Dieser ergibt sich durch Kombination eines Nordost-orientierten Quadrats mit einem in Richtung Süden ansetzenden Trapez. Der Hof ist mit einer Natursteinmauer umfriedet. Die Klosterpforte befindet sich an der Westseite des Komplexes. Im Südostteil steht die Klosterkirche. Ihre nähere Umgebung, als auch de neue Zugangsweg sind mit Bruchsteinen gepflastert.

In der Ostecke befand sich das zweigeschossige Wohngebäude der Mönche. Vom Stil her entsprach es den Häusern der Bulgarischen Wiedergeburt. Der erste Stock verfügte über eine hölzerne Galerie. Im Gebäude waren die Räumlichkeiten des Igumens, ein Gästezimmer als auch die Zellen der Mönche untergebracht. Das Haus ist vor langer Zeit, vermutlich infolge von Raubgrabungen, eingestürzt. Die Ruine des eingeschossigen neuen Wohnflügels ist unmittelbar nördlich der Klosterpforte erhalten.: (drumivdumi.com, 2022; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Malo Malowo und der Große Gipfel im Tscherpăn-Gebirge) Für beide Gebäude ist ein Wiederaufbau in der nächsten Rekonstruktionsphase vorgesehen.

Der Klosterkomplex verfügt über einen funktionsfähigen steinernen Rohrbrunnen mit einem Bronzeauslauf, der 1900 von einem Meister aus Debăr gestaltet wurde. Des Weiteren existiert auf dem Gebiet eine heilige Quelle. Ihr Quellort ist durch einen Steinbogen geschützt.

Kirche »Hl. Nikolaus im Sommer« mini|Klosterkirche vor der Restaurierung (2006) Die Klosterkirche »Hl. Nikolaus im Sommer« () ist eine einschiffige, kuppellose Kirche, deren Südseite teilweise in den Hang eingelassen ist. Sie weist ein Tonnengewölbe mit einer nach Ostnordost orientierten Apsis auf. Ihre Wände bestehen aus Bruchstein. In der West- und Südwand als auch in der Apsis sorgen kleine Fenster für den Lichteinfall. Das Dach ist mit Steinplatten gedeckt. Der Grundriss hat eine Dimension von 3,80 × 8,30 m. An der Westseite formen die vorgezogenen Längswände (Anten) eine Nische. Der Bereich oberhalb der Eingangstür ist verputzt und zeigt das Fresko „Das Jüngste Gericht“ (). (svetimesta.com; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Malo Malowo "Hl. Nikolaus")Georgi Tschavrakov, 1978, S. 241 Über der Tür befindet sich eine kleine Nische mit einem, heute verblichenen, Fresko des Heiligen Nikolaus. Das Kirchengebäude wurde später an der Westfassade um eine Vorhalle (Narthex) erweitert. Davon war im Jahr 1939 nur die östliche Rückwand erhalten.Krăstju Mijatew, 1939, S. 236 Heute sind davon keinerlei Spuren mehr erkennbar. Der Baustil ist typisch für die zur Zeit der osmanischen Herrschaft errichteten Kirchen.Nikolaj Tuleschkow, 2026, S. 145

mini|Fresko „Mutergottes Platytera“ in der Apsis­konche mini|Fresko „Eucharistie“ in der Apsis Auch der Kircheninnenraum wurde 2025 restauriert. Als einziger Teil der Einrichtung ist die Nische für die Proskomidie in der Apsis erhalten. Altar- und Gemeinderaum (Naos) waren ursprünglich verputzt und vollständig mit Fresken ausgeschmückt.Georgi Tschavrakov, 1978, S. 239 Die Bilder gelten als außergewöhnliche Raritäten. In der Apsiskonche befindet sich das Fresko „Muttergottes Platytera“. Darunter folgt das streifenförmige Wandbild „Eucharistie“ (), das die Kommunion der Apostel zeigt.Krăstju Mijatew, 1939, S. 240 Der untere Bereich zeigt vier Kirchenväter: den Hl. Basilius den Großen, den Hl. Gregor den Großen, den Hl. Nikolaus sowie einen unbekannten Heiligen.Krăstju Mijatew, 1939, S. 242 Als besonders ausdrucksvolles Werk gilt die Darstellung „Christus im Grabe“ () im Bereich der Opfernische.

Um den oberen Bereich der Wände im Naos verläuft ein Band, das Medaillons von Heiligen zeigt. Ein Teil der Deckenfresken ist jedoch verloren. (citybuid.bg, 2025; bulgarisch, Übersetzung: Die erste Etappe der Restaurierung des Klosters Malo Malowo in der Gemeinde Dragoman ist abgeschlossen)

Patronatsfest Das Patronatsfest des Klosters ist der Gedenktag der Übertragung der Reliquien des Heiligen Nikolaus von Myra nach Bari im Jahr 1087, der am 9. Mai begangen wird. Bis zum 9. September 1944 wurde dieser Tag mit einem Volksfest auf der Wiese vor dem Kloster gefeiert.

Literatur : (bulgarisch, Übersetzung: Alte Kirchen in Westbulgarien). Известия на българския археологически институтъ, XIII (1939), S. 228–245, Sofia 1943. : (bulgarisch, Übersetzung: Räumliche und funktionale Organisation der Klosterhöfe in Bulgarien). Dissertation, , 259 S., Sofia 2015. Georgi Tschavrakov: Bulgarische Klöster. 2. Auflage, 379 S., Verlag Septemvri, Sofia 1978, . : (bulgarisch, Übersetzung: Kirchen mit Anten - der Typ massiver Kirchen in der mittelalterlichen christlichen Architektur der Baumeister aus der Region Kraischte), In: : (bulgarisch, Übersetzung: Die Kunstgeschichte als Berufung), S. 125–148, , Sofia 2026, ISBN 978-619-7619-60-7.

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Einzelnachweise

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