Dietwardissen, auch Diethardessen,Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens wandelte sich im Laufe der Zeit: Thiatwardessun (1015), Thewordessen (1269), Dytwardsin (1310), Dietwardissen (1311) und Dietwordessen (1313); siehe: Dietwardissen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) ist eine Dorfwüstung in der Gemarkung der Kernstadt von Grebenstein im nordhessischen Landkreis Kassel. Die genaue Lage des aufgegebenen Orts ist bisher unbekannt, wird jedoch südlich von Grebenstein vermutet, in Richtung Burguffeln zwischen der B 83 und der Esse.

Geschichte Laut der Vita Meinwerci wurde das Dorf im Jahre 1015 als Thiatwardessun erstmals schriftlich erwähnt, aber erst im Oktober 1269 wird der Ort wirklich fassbar, als der Edelherr Konrad von Schöneberg den Johann von Calden mit fünf Hufen, dem Zehnten und einer Mühle im Dorf und der Feldmark Dietwardissen belehnte; dies Lehen war mit dem Tod des Ritters Berthold von Brunessen heimgefallen.HStAM Bestand, Urk. 52, Nr. 6 Weitere Belege zur Geschichte des Orts sind spärlich. Nach dem Schöneberger Lehnsregister des 14. Jahrhunderts war Sander von Calden Inhaber von vier Mansen, dem Zehnten und der Mühlstätte.Josef Dolle: Das älteste Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg. Edition und Kommentar, in Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 41, 1991, S. 69 Im Dezember 1310 verkauften die Brüder Arnold und Eberhard Wolff von Gudenberg dem Landgrafen Johann von Niederhessen ihre Besitzungen in dem nun „villa“ genannten Dietwardissen, in den Stroforter Ortsteilen „Kyrchstroforde“ und „Aldinstroforde“, in Rykirsin und in Helkirsin,Landau: Beschreibung der wüsten Ortschaften, S. 38 mit allem Zubehör, ausgenommen das Kirchenpatronat in Kyrchstroforde.Landgrafen-Regesten online Nr. 575 Im März 1311 übertrug Bischof Ludwig II. von Münster seine Vogtei zu Tiefenholzhausen dem Stift Hilwartshausen im Tausch für zwei Hufen zu Dietwardissen und zwei Hufen zu Altstrofort sowie die hälftige Teilung von bisher gemeinsam mit dem Stift gehaltenen drei Hufen im Kirchspiel Kirchstrofort.Landgrafen-Regesten online Nr. 581: Kloster Hilwartshausen erhält die Vogtei TiefenholzhausenManfred von Boetticher (Bearb.): Urkundenbuch des Stifts Hilwartshausen (Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch, 4. Abt.), Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 208; Hahnsche Buchhandlung, Hannover, 2001, S. 119–122

Der Ort wurde 1347 letztmals urkundlich erwähnt, von seinen Bewohnern bereits verlassen.Josef Dolle: Das älteste Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg. Edition und Kommentar, in Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 41, 1991, S. 69

Einzelnachweise

Literatur Kurt Günther: Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert (Schriftenreihe des Arbeitskreises für Heimatgeschichte, Band 9), Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1989 (Dissertation Marburg, 1959), S. 118–119 Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 37 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 89 (Digitalisat)

Weblinks Dietwardissen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)

Kategorie:Wüstung in Grebenstein