mini|Zubereitung von Plow in einem übergroßen Kasan bei einer öffentlichen Veranstaltung in Taschkent, Usbekistan (2012) Ein Kasan oder Kazan (aserbaidschanisch und , ) ist ein großer Kochtopf, der in Vorderasien, Zentralasien, der Türkei und auf der Balkanhalbinsel verbreitet ist. Er wird hauptsächlich zum Kochen und Frittieren eingesetzt. Er ist mit einem Kochkessel oder Dutch Oven vergleichbar. Ursprünglich hatten Kasane runde Böden, es existieren auch Varianten mit flachen Böden zum Einsatz auf modernen Herden. Sie sind beliebt zur Zubereitung von Plow.
Etymologie mini|Plow im Kasan auf einem Utschak außerhalb eines Restaurants im russischen Listwjanka (2014) Das Wort ist erst seit dem 13. Jahrhundert unter anderem im Codex Cumanicus belegt und im Mitteltürkischen in verschiedenen Schreibweisen überliefert. Die Formen qazan und qazghan bedeuten „Kessel“ bzw. „Topf“; qazghan wird dabei als „das ausgehöhlte Ding“ erklärt. Die Etymologie des Wortes ist umstritten. Neben einer Herleitung aus dem Türkischen wird eine Entlehnung aus dem Persischen erwogen. Auch der Name der russischen Stadt Kasan geht möglicherweise auf dieselbe türkische Wortbedeutung „Kessel“ zurück.
Geschichte mini|Zubereitung von Samanak im Kasan anlässlich des Nouruz in Usbekistan (2011) Große Metallkessel sind in der eurasischen Steppe bereits seit der Bronzezeit belegt. Die frühesten bekannten Kessel aus Kupferlegierungen stammen aus dem nördlichen Kaukasus und werden in die Zeit der Maikop-Kultur im 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. datiert. Eine Form großbauchiger Kessel mit einem Standfuß trat nach heutigem Forschungsstand in der Spätbronzezeit erstmals in Zusammenhang mit archäologischen Funden der Sintashta-Kultur im nördlichen Zentral-Kasachstan auf. Der Kesseltyp verbreitete sich anschließend vor allem in den nördlichen Steppen- und Waldgebieten Eurasiens. Viergriffige Exemplare aus Keramik zur Zeit des Mittelalters konnten bei Taras und Aqtöbe gefunden werden.
Die vorwiegend nomadisch lebenden Turkvölker Zentralasiens verfügten über Küchengeräte und Kochgeschirr, welches transportabel sein musste. Kasane waren ursprünglich halbkugelförmige Gefäße von etwa einem halben Meter Durchmesser. Es wird angenommen, dass der Kasan eine Erfindung nomadischer Türken des Mittelalters war. Bei den türkischen Hirtenvölkern war der Kasan das beliebteste Kochgeschirr, und einige der Nachbarvölker übernahmen ihn unter anderem für die Zubereitung von Plow.
Im Osmanischen Reich war der Kasan ein Symbol meuternder Janitscharenregimenter, die als Zeichen für ihren Ungehorsam den Kazan ihrer Einheit umwarfen. Der Ausdruck () ist auch heute noch im Türkischen ein Synonym für Meuterei.
Auch im Balkan ist die Bezeichnung kazan bekannt. Im Albanischen ist kazan im Sinne von „Kessel“ bereits 1635 im Wörterbuch von Frang Bardhi nachgewiesen. In Bulgarien ist der kazan als großer Koch- und Siedekessel belegt.
Beschreibung mini|Zubereitung von Samanak in einem Kasan, der auf einer einfachen Feuerstelle zum Einsatz kommt (2008) Kasane sind traditionell in Form einer Halbkugel, also mit rundem Boden. Heute gibt es sie auch mit flachem Boden. Statt Griffen oder Bügel besitzen Kasane in der Regel vier Ausbuchtungen am Rand, die nicht nur zum Anheben, sondern auch zum Transport mittels Lasttier nützlich waren. Der Durchmesser liegt üblicherweise bei einem halben Meter. Kasane werden aus Gusseisen oder in der heutigen Zeit auch aus Aluminium hergestellt.
Der Einsatz erfolgt über einer flachen Grube als Feuerstelle, auf einem Eisenring mit drei Beinen (, ) oder Herden mit entsprechenden Öffnungen. Er ähnelt dem chinesischen Wok und dem indischen Karhai.
Verwendung Bei den Usbeken wird der Kasan () als großes gusseisernes Kochgefäß verwendet, in dem in ländlichen Regionen nahezu alle Mahlzeiten zubereitet werden. In Süd-Kirgisistan wird zwischen Brot aus dem Tandur () und Brot unterschieden, das in einem Kasan frittiert wird. Der gleiche Teig kann zu kleinen Stücken geschnitten und zu Baursaki () frittiert werden, einem bei Festen servierten Lebensmittel.
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Einzelnachweise
Kategorie:Kochgeschirr