mini|hochkant=1.2|Seeburgstraße 20, Klingers Hof Nordseite (2021) Klingers Hof ist ein Gebäudeensemble zu Wohn- und Gewerbezwecken im Seeburgviertel im Ortsteil Zentrum-Südost in Leipzig.Nicht zu verwechseln mit dem Klingerhaus in der Innenstadt, Petersstraße 48 Ecke Schloßgasse Es steht unter Denkmalschutz.
Lage und Gestalt mini|x150px|Innenhof (um 1920)
Klingers Hof steht zwischen den östlichen Enden von Seeburg- und Sternwartenstraße mit den Adressen Seeburgstraße 20 und Sternwartenstraße 21, von der Ringbebauung am Roßplatz durch eine kleine Grünanlage getrennt.
Die den Straßen zugewandten Häuser des Hofes sind durch weitere zwei Gebäude verbunden und umschließen einen Hof von 16 × 10 Metern. Die der Grünanlage zugewandte Seite des Verbindungsbaus ist mit Balkonen versehen. Der Mittelgiebel des dreigeschossigen Hauses an der Sternwartenstraße mit ausgebautem Dachgeschoss ist in typischer Jugendstilmanier gestaltet. Dagegen ist das um zwei breite Fensterachsen längere vierstöckige Gebäude an der Seeburgstraße eher der Reformarchitektur zuzuordnen.
Geschichte mini|x160px|Seeburgstr. um 1915
Georg Klinger (1859–1941) übernahm nach dem Tod seines Vaters Heinrich Louis Klinger (1816–1896) die traditionsreiche Seifenproduktion, in die sein Großvater Heinrich Louis Klinger 1815 durch Einheirat in eine Seifensiederfamilie eingetreten war. Georgs Bruder war der Maler und Bildhauer Max Klinger (1857–1920). Zur Erweiterung seines Betriebes erwarb Georg Klinger 1904 das Grundstück zwischen Seeburg- und Sternwartenstraße und ließ bis 1910 den oben beschriebenen Hof errichten. Neben der Nutzung zur eigenen Produktion vermietete er auch Geschäftsräume, vornehmlich an Betriebe der graphischen Industrie.
Im Zweiten Weltkrieg blieben Klingers Hof sowie beide anliegenden Straßen vom Roßplatz bis zur Nürnberger Straße vor Schäden verschont.Siehe dazu Karte in Als aber in den 1950er Jahren die Ringbebauung errichtet wurde, wurden beide Straßen vom Roßplatz getrennt und die Bebauung bis zu Klingers Hof abgetragen, weshalb in beiden Straßen nun die Nummerierung mit 20er-Nummern beginnt.
Im Krieg waren zahlreiche Gebäude der Universität zerstört worden. Deshalb nutzte neben anderen Einrichtungen die Universität während der DDR-Zeit und bis in die 2010er Jahre das Gebäude Seeburgstraße 20 von Klingers Hof, wo die Seifenproduktion eingestellt war, als zentralen Außenstandort für das Institut für Psychologie mit mehreren Lehrstühlen und als wissenschaftliches Archiv. 2016/2017 wurde Klingers Hof umfassend saniert und eine benachbarte Baulücke (Nr. 22) durch einen Neubau geschlossen, wodurch 33 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten entstanden.
Weblinks
Einzelnachweise
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