Der Rotbauchkuckuck (Phaenicophaeus sumatranus, Syn. Cuculus Sumatranus), auch Kleiner Grünschnabelkuckuck, Rotgesicht-Malkoha oder Lackschaftkuckuck, ist eine Vogelart aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae).
Er kommt in Südostasien vor in Brunei, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Singapur und Thailand und auf den jeweilig begleitenden Inseln.
Früher wurde der Rotbauchkuckuck dann als Rhopodytes sumatranus zusammen mit dem Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi), dem Blauringkuckuck (Phaenicophaeus viridirostris) und dem Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis) in die neu errichtete Gattung Rhopodytes gestelltR. B. Sharpe: On the Cuculidae of the Ethiopian Region. In: Proceedings of the Zoological Society of London, 1873, S. 578–624, 1873, Biodiversity Library, nach eingehenden Untersuchungen wurden die genannten Arten im Jahre 2005 wieder in die Ursprungsgattung Phaenicophaeus zurück übertragen.R. B. Payne: The cuckoos, 2005. ISBN 978-0-19-850213-5
Sein Verbreitungsgebiet umfasst tropischen oder subtropischen Sekundärwald, feuchte und sumpfige Tieflandwälder, Mangrovenwald, überwucherte Plantagen und Torfmoore, gerne in Küstennähe bis in Lagen von 1200 m. ü. M.
Der Artzusatz bezieht sich auf Sumatra.
Beschreibung Die Art ist 40–41 cm groß und wiegt etwa 114 g. Kopf und Brust sind hell- bis dunkelgrau, die Oberseite ist metallisch grün, die Flügel grünlich-blau und der gestufte Schwanz mit weißen Spitzen ist dunkelgrün bis blaugrau, der Augenring ist weiß, darum herum ist eine breite orangene Orbitalhaut zu sehen. Die Kehle ist grau, die übrige Unterseite, der Steiß und die Unterschwanzdecken sind rotbraun bis kastanienbraun, die Schwanzunterseite hat weiße Spitzen. Die Iris ist blau-grau bis dunkel, der Schnabel gelb bis hellgrün mit heller Basis am Oberschnabel, die Beine sind dunkelgrau, bleifarben bis graugrün. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind an kleineren weißen Schwanzspitzen und schmaleren Steuerfedern zu erkennen.
Der kastanienbraune und nicht schwarze Bauch, die mehr orangene Orbitalhaut und die kleineren weißen Schwanzspitzen unterscheiden die Art vom Diardkuckuck (Phaenicophaeus diardi) und dem größeren Grünschnabelkuckuck (Phaenicophaeus tristis), allerdings kann das im Felde schwierig sein. Bei gutem Licht kann das Nasenloch eine zuverlässige Differenzierung ermöglichen: Das Nasenloch des Rotbauchkuckucks ist langgezogen und horizontal, bei Diardkuckuck verläuft es senkrecht und beim Grünschnabelkuckuck ist es rund.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch. Mitunter wurden Populationen aus Borneo als Unterart (Ssp.) Phaenicophaeus sumatranus minor (, 1938)J. H. Riley: Rhopodytes sumatranus minor. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 51, Nummer 23, S. 96, 1938, Biodiversity Library und auf den Batu-Inseln als Phaenicophaeus sumatranus rodolphi (, 1942)S. D. Ripley: Rhopodytes sumatranus rodolphi. In: The Auk Band 59, Nummer 4, S. 575, Digitalcommons beschrieben, unterscheiden sich jedoch nicht signifikant.
Stimme Die Rufe werden als dünnes und hohes „mew“ sowie als schnelle Folge von „kokokokokokok“- oder auch „chi-chi“-Lauten beschrieben.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht aus Insekten wie Heuschrecken, Mantidae, Gespenstschrecken, Echte Grillen, Grashüpfer Raupen und gelegentlich Froschlurchen, die ruhig durch Dickicht und zwischen den Bäumen schleichend erbeutet werden.
Die Brutzeit liegt in Borneo im Juli. Das Nest ist eine flache Plattform aus Stöcken, mit Blättern ausgelegt niedrig im Gebüsch oder hoch in einem Baum. Das Gelege besteht aus 2 weiße Eiern.
Gefährdung Der Bestand gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) durch Habitatverlust. Habitatverlust
Literatur T. S. Raffles: Cuculus Sumatranus. In: Transactions of the Linnean Society of London, Band 13, Heft 2, S. 287, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library Featherbase
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF AviList Core Team. 2026. AviList: The Global Avian Checklist, v2025b. doi:10.2173/avilist.v2025b R. B. Payne: Chestnut-bellied Malkoha (Phaenicophaeus sumatranus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Phaenicophaeus sumatranus
J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. IOC World Bird List v15.2 Turacos, bustards, cuckoos, mesites, sandgrouse James A. Eaton, Bas van Balen, Nick W. Brickle, Frank E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago Greater Sundas and Wallacea. Lynx Edicions, Barcelona, 2. Auflage, S. 64, 2021. ISBN 978-84-16728-44-2 Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, S. 166, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.
Kategorie:Kuckucksvögel