Milton Quon (* 22. August 1913 in Los Angeles, Kalifornien; † 18. Juni 2019 in Torrance, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Schauspieler chinesischer Abstammung. Er ist nicht zu verwechseln mit Tyrus Wong.

Leben Quon wurde 1913 in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Er war der älteste und einzige Sohn von Ng Quan Ying und Wong Shee Quon, chinesische Einwanderer aus der Provinz Canton, und hatte sieben jüngere Schwestern. Sein Onkel ermutigte ihn, eine Laufbahn in der Kunst einzuschlagen. Im Alter von etwa 14 bis 15 Jahren, im Jahr 1928, ertrank er fast in einem Brandungsrückstrom (), wie die Los Angeles Times damals berichtete.

Nach seinem Abschluss an der John H. Francis Polytechnic High School im Jahr 1932 besuchte er die Frank Wiggins Trade School (heute das Los Angeles Trade–Technical College) sowie das Los Angeles Junior College (heute das Los Angeles City College), wo er den Abschluss Associate of Arts erwarb. 1936 erhielt er ein Stipendium für das Chouinard Art Institute (heute das California Institute of the Arts), das er 1939 abschloss. Sein Vater starb während seiner Ausbildung.

1944 heiratete er Peggy Wong. Das Paar hatte vier Kinder: die Söhne Timothy, Michael und Jeffrey sowie eine Tochter, Sherrill.

Im August 2013 wurde Quon einhundert Jahre alt. Er starb am 18. Juni 2019 im Alter von 105 Jahren in Torrance. Er wurde von seiner Frau Peggy, seinen Kindern sowie vier Enkeln überlebt.

Karriere Neben und nach seiner Ausbildung arbeite Quon zunächst freiberuflich und entwarf Speisekarten und sonstige Designs für Restaurants im heutigen Chinatown von Los Angeles, darunter Man Jen Low, Grandview Gardens und das Soochow Restaurant. Sein „Außenlaternen“‑Schild für Grandview Gardens gilt heute als ein historisches Wahrzeichen.

1939 begann er schließlich für die Walt Disney Animation Studios zu arbeiten, wo er an den Filmen Fantasia und Dumbo mitwirkte – Disneys „Goldenem Zeitalter“ der Animation. In Fantasia arbeitete er an prägenden Szenen wie Waltz of the Flowers () und Arabian Dance () mit. Bei Dumbo war er der erste Assistenz-Animator.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Illustrator für die Douglas Aircraft Company und leitete ein Team von 17 Künstlern, die Reparaturhandbücher für deren Bomber und Transportflugzeuge illustrierten. Nach dem Krieg kehrte er 1946 zu den Walt Disney Studios zurück und leitete dort drei Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit; er fertigte unter anderem Werbegrafiken für Filme wie Musik, Musik und Onkel Remus’ Wunderland aus dem Jahr 1946 an. Von 1951 bis 1963 war er der erste chinesisch-US-amerikanische Art Director der Werbeagentur BBDO (damals BBD&O). 1964 wechselte er zur Verpackungsfirma Sealright Co. und blieb dort bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1980 in leitender Funktion.

Von 1974 bis 1989 unterrichtete er zudem Zeichnen, Malerei und Werbung am Los Angeles Trade‑Technical College und legte seit seiner Pensionierung eine Sammlung von über einhundert Skizzenbüchern an, die Reisen nach New York City, London und Xi’an in China zeigten, Besuche in Stockton, um die Familie seiner Frau Peggy zu sehen oder das „Spezialgericht“ im Hof’s-Hut‑Restaurant seiner Wahlheimat Torrance.

In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren trat Quon zudem als Schauspieler in Gast- und Statistenrollen in Fernsehserien und Filmen auf, darunter Chill Factor, Speed und Sweet Jane.

Das Chinese American Museum in Los Angeles zeigte 2005 eine Retrospektive seiner Arbeiten, neben Skizzen auch zahlreiche Aquarelle. 2012 gehörte er zu den fünf Künstlern der Ausstellung „Round the Clock: Chinese American Artists Working in Los Angeles“ () im Vincent Price Art Museum in Monterey Park und 2013 erhielt er den Golden Spike Award der Chinese Historical Society of Southern California. Im Jahr 2017 war er zudem in einer Vater‑und‑Sohn‑Kunstausstellung in Red Bank, New Jersey, gemeinsam mit seinem Sohn Michael, sowie in einer Einzelausstellung in der Emeritus Gallery des Santa Monica College vertreten.

Filmografie (Auswahl) 1940: Fantasia 1941: Dumbo 1989: Chill Factor 1994: Speed 1996: Mighty Morphin Power Rangers (Fernsehserie) 1998: Sweet Jane 2000: The Cat Killers 2015: Tyrus New York Cops – NYPD Blue

Auszeichnungen 2013: Golden Spike Award der Chinese Historical Society of Southern California

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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