mini|Phil Lewis 2010 Philip Francis Lewis, genannt Phil Lewis (* 9. Januar 1957 in London, England) ist ein britischer Sänger, der durch seine Arbeit als Sänger der amerikanischen Band L.A. Guns bekannt wurde. Er trat auch als Schauspieler in Erscheinung.
Leben Phil Lewis wurde als Philip Francis Lewis in London geboren. Er war an der Royal Russell School in Croydon, Surrey, einer Privatschule.
Karriere 1979 gründete Lewis unter anderem mit Phil Collen, dem späteren Gitarristen von Def Leppard, die Band Girl. Die Band veröffentlichte zwei Alben, Sheer Greed (1980) und Wasted Youth (1982), bevor sie sich 1982 wieder auflöste. Danach wechselte er zur Band The London Cowboys, dann zu Airrace, und wurde 1985 Sänger der Band Tormé von Ex-Ozzy Osbourne und Gillan-Gitarrist Bernie Tormé, mit der er zwei Studioalben veröffentlichte. 1987 wurde Lewis Sänger der L.A. Guns.
L.A. Guns (1987–1995) mini|Phil Lewis mit den L.A. Guns (2008) 1987 kam Phil Lewis als Sänger zu den L.A. Guns. Die Band bestand zu dieser Zeit aus Tracii Guns (Gitarre), Mick Cripps (Gitarre), Nickey Alexander (Schlagzeug) sowie dem frisch zur Band gestoßenen Kelly Nickels (Bass). Die Band suchte zu dieser Zeit einen Ersatz für den gerade hinausgeworfenen Sänger Paul Black und Lewis wurde von seinem Landsmann Alan Jones empfohlen, der das Kleidungsgeschäft führte, in dem Mick Cripps arbeitete. Lewis gab später an, Paul Black bereits seit seinen Anfangstagen in Los Angeles gekannt zu haben und sich schlecht gefühlt zu haben, seinen Job „geklaut“ zu haben. Alan Jones war zu der Zeit faktisch auch der Manager der L.A. Guns. Die Band hatte zu dieser Zeit noch kein Album veröffentlicht, bekam aber im Rahmen des wachsenden Erfolges der Guns N’ Roses einen Plattenvertrag. 1988 erschien das gleichnamige Debütalbum der Band. Lewis musste die bereits aufgenommenen Gesangsspuren von Paul Black bearbeiten und neu einsingen. Die L.A. Guns gaben diese Texte später als Lewis Texte an und wurden deswegen erfolgreich von Black verklagt. Bereits nach den Aufnahmen der Band verließ Nickey Alexander die Band und Steve Riley wurde der neue Schlagzeuger der Band. Nach dem zweiten Album der Band, Cocked & Loaded, wurde Schlagzeuger Steve Riley entlassen, weil Lewis und Guns nach Angaben von Bassist Kelly Nickels mit dessen Position als Bandchef unzufrieden waren. Nach einem weiteren Album, Vicious Circle, kam Schlagzeuger Steve Riley zurück. Nach einer Tour verließen jedoch Lewis und Cripps die Band und suchten sich normale Jobs. Auch musikalische Differenzen sollen eine Rolle gespielt haben. Das nächste Album war geprägt von Tracii Guns Vorliebe für Bands wie Pantera. Mit dem neuen Sänger Chris Van Dahl wurde ein deutlich härterer Sound gewählt. Dieses Album musste bei CMC International erscheinen, da die Band ihren Plattenvertrag bei Polydor verlor.
Zu seinen Zeiten bei den L.A. Guns war Phil Lewis auch bei den Bands Filthy Lucre und den Liberators aktiv. Nach den L.A. Guns produzierte Lewis Alben für andere Bands, mischte den Sound bei Fox Sports und arbeitete auch als Telefonseelsorger.
Rückkehr zu den L.A. Guns (ab 1999) 1999 kam es zur Reunion der L.A. Guns im klassischen Line-up. Obwohl diese Reunion bezüglich der anderen Mitglieder von eher kurzer Dauer war, blieb Phil Lewis in der Band. Mick Cripps und Kelly Nickels verließen die Band bereits 2000 wieder, 2002 verließ Originalgitarrist Tracii Guns die L.A. Guns, um sich seinem Projekt Brides of Destruction zu widmen. So blieben Phil Lewis und Schlagzeuger Steve Riley in der Band und spielten in den Folgejahren mit unterschiedlichen Besetzungen als L.A. Guns.
Reunion mit Tracii Guns und Gerichtsprozess mit Steve Riley (ab 2016) 2016 gaben Phil Lewis und Tracii Guns bekannt, wieder als L.A. Guns zu touren. Hierfür verließ Phil Lewis faktisch die bestehende L.A.-Guns-Besetzung und gründete eine neue Band mit demselben Namen. Als 2018 sein alter Bandkollege Steve Riley wiederum eine neue Bandbesetzung bekannt gab, wurde er von Lewis und Guns verklagt. Man einigte sich vor Gericht und ab April 2021 musste Steve Riley seine Band Steve Riley's L.A. Guns nennen. Riley starb 2023 und seine Band gab 2025 ihre Auflösung bekannt.
Seine Entscheidung, die Bands zu wechseln, begründete er damit, dass Steve Riley nach dem 2012er Album Hollywood Forever nicht mehr die Ambitionen hatte, weitere neue Musik zu machen. Er wurde frustriert und teilte Riley laut eigenen Angaben im Oktober 2015 mit, die Band im Dezember 2016 zu verlassen. Ursprünglich hatte er geplant, nach den L.A. Guns ein Soloalbum aufzunehmen. Dann wurde er jedoch von Tracii Guns nach einer Reunion gefragt.
Diskografie Mit Girl Sheer Greed (1980) Wasted Youth (1982) Killing Time (1997)
Mit Tormé Back To Babylon (1985) Die Pretty, Die Young (1987)
Mit L.A. Guns L.A. Guns (1988) Cocked & Loaded (1989) Hollywood Vampires (1991) Cuts (1992) Vicious Circle (1994) Greatest Hits and Black Beauties (1999) Live: A Night on the Strip (2000) Cocked & Re-Loaded (2000) Man in the Moon (2001) Waking the Dead (2002) Rips the Covers Off (2004) Tales from the Strip (2005) Loud and Dangerous: Live from Hollywood (2006) Hellraiser's Ball: Caught in the Act (2008) Covered in Guns (2010) Hollywood Forever (2012) The Missing Peace (2017) The Devil You Know (2019) Checkered Past (2021) Black Diamonds (2023) Leopard Skin (2025)
Mit Filthy Lucre Popsmear (1997)
Solo El Niño/More Purple than Black (1999) Access Denied (2000) – manchmal auch als Liberators Album bezeichnet Gypsy: Phil Lewis Semi-Precious Jewels (2007)
Mit Sheer Greed Sublime to Ridiculous (1992) (Gastsänger auf einem Lied)
Filmografie 1992: Melrose Place (Eine Episode) 2008: Witchmaster General
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Einzelnachweise
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