Karl Neumann (* 14. Juni 1900 in Köslin; † Juni 1945 in Weesow) war ein deutscher NS-Propagandist.

Werdegang Neumann wuchs in Köslin auf, wo er das Gymnasium besuchte. Er absolvierte eine Ausbildung zum Bank- und Getreidekaufmann und war später als Prokurist und kaufmännischer Angestellter bei Fleischfabriken an der Ostsee tätig.

Zum 1. Juli 1931 trat Neumann der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 567.908).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/30410865 Er wurde noch im selben Jahr wegen nationalsozialistischer Propaganda von seinem Arbeitgeber entlassen. Ab Anfang 1932 war er NSDAP-Gaupropagandaleiter von Pommern-Mecklenburg. Nach der Machtergreifung übernahm er 1933 die Leitung der Landesstelle Pommern-Mecklenburg des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda in Stettin. Im Oktober 1934 wechselte er als Referent in die Zentrale des Propagandaministeriums in Berlin. Im April 1936 wurde er zum Oberregierungsrat ernannt.

1937 wurde Neumann Leiter der Abteilung Film der Reichspropagandaleitung der NSDAP, die sich vor allem mit der Durchführung propagandistischer Filmvorführungen befasste. Im Oktober 1939 übernahm er zudem eine Führungsposition beim Deutschen Propaganda-Atelier, einer technischen Entwicklungs- und Planungsstelle, die für die Konzeption und Herstellung von Propagandamedien zuständig war. Im März 1940 kehrte er in das Propagandaministerium zurück, wo er die Leitung des Referats „Kulturfilm-Dramaturgie“ in der Abteilung Film übernahm und der neu gegründeten Deutschen Kulturfilm-Zentrale übernahm. Diese sollte die Produktion von Kulturfilmen zentralisieren und strenger kontrollieren, die zuvor überwiegend von kleineren, unabhängigen Firmen hergestellt worden waren.

1941 wurde Neumann von Joseph Goebbels zum Geschäftsführer der Deutsche Zeichenfilm GmbH ernannt. Diese sollte als deutsches Konkurrenzunternehmen zum weltweit dominierenden US-amerikanischen Walt-Disney-Trickfilmkonzern aufgebaut werden. Aufgrund der geringeren Ressourcen und der Belastungen durch den Zweiten Weltkrieg scheiterte dieses Vorhaben. Vollendet wurde jedoch lediglich der farbige Kurzfilm Armer Hansi aus dem Jahr 1943. Aufgrund der zunehmenden Luftangriffe der Alliierten auf Berlin verlagerte Neumann einen Teil der Produktion nach Dachau und Wien. Im Oktober 1944 wurde die Gesellschaft schließlich aufgelöst.

Am 14. Mai 1945, wenige Tage nach Kriegsende, wurde Neumann in Berlin-Tegel von sowjetischen Soldaten verhaftet. Er wurde in das Speziallager Nr. 7 des NKWD im brandenburgischen Weesow verbracht, wo er sich im Juni 1945 erhängte.

Literatur Neumann, Karl. In: Das Deutsche Führerlexikon. 1934/1935. Stollberg, Berlin 1934, S. 330 (online). Neumann, Karl. In: Herrmann A. L. Degener: Degeners Wer ist’s?, X. Ausgabe, Verlag Herrmann Degener, Berlin 1935, S. 1137. Willi A. Boelcke: Kriegspropaganda 1939–1941. Geheime Ministerkonferenzen im Reichspropagandaministerium. DVA, Stuttgart 1966, , S. 59f. Rolf Giesen: Bienenstich und Hakenkreuz. Zeichentrick aus Dachau – die Deutsche Zeichenfilm GmbH. Mühlbeyer Filmbuchverlag, Frankenthal 2020, ISBN 978-3-945378-61-8.

Weblinks Karl Neumann auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien Chronologie zum Animationsfilm in Deutschland 1940–49 auf der Website des Deutschen Instituts für Animationsfilm

Einzelnachweise

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