Der Fluss Manikiatis (; auch Manikiotiko Rema () genannt) ist einer der größeren Flüsse der griechischen Insel Euböa. Er hat eine Länge von 25 Kilometern und fließt von Westen nach Osten durch die Gemeinde Kymi. Seine Quelle liegt in den südlichen Ausläufern des Xirovounio, außerdem wird er von Zuläufen aus den Mavrovouni gespeist. Der Manikiatis mündet mitten am Strand von Stomio, 2 Kilometer östlich des Ortes Oxylithos, in die Ägäis. Vorher fließt er an den Dörfern Neo Chori, Koili, Monodryo und Mesonisi vorbei. Unter dem griechischen Namen Potamos Manikiatis ist er als Natura 2000 Schutzgebiet mit der Registriernummer GR2420017 ausgewiesen. Das geschützte Gebiet umfasst eine Fläche von 163,25 Hektar.
Einem Bericht der WWF zu den Feuchtgebieten auf den griechischen Inseln zufolge ist die Flussmündung stark durch menschlichen Eingriff geschädigt. Das gesamte nordwestliche Ufer des Flussbetts in Richtung Strand sei befestigt und bebaut worden und auch der letzte Abschnitt der Ufervegetation sei zum Zweck der Bebauung gerodet worden.
Flora und Fauna Häufig ist die Vegetation neben dem Fluss so dicht, dass sie fast undurchdringlich ist. An den Ufern des Manikiatis wachsen Platanen, Weiden, Pappeln, Silbereichen, Wildschilf sowie verschiedene Sträucherarten wie Heidekraut, Bärenklau, Geißblatt und andere. In unmittelbarer Nachbarschaft des Flusses gedeihen auch Blumen, darunter Glockenblumen, Liliengewächse, Schafgarben (Achillea ligustica), Glatter Krokus und Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata).
An der Flussmündung wurden viele Ufervogelarten beobachtet. Dazu gehören Graureiher, Silberreiher, Nachtreiher, Zwergreiher, Seeschwalben, Kormorane, Stockenten, Flussregenpfeifer, Stelzenläufer, Seeregenpfeifer sowie Eisvögel. Abschnitte des Flusses mit dichten Schilfgürteln werden von Kleinvögeln wie Teichrohrsänger, Schwarzkehlchen, Wasseramseln, Gelbkehlchen und Nachtigallen aufgesucht. In höheren Lagen kommen in Nachbarschaft des Manikiatis auch Sperber, Baumfalken, Steinkauze und Eulen vor.
Der Fluss beherbergt zahlreiche Amphibien und Reptilien. Grünfrösche, Laubfrösche, Sumpfschildkröten, Eidechsen, Ringelnattern, Vierstreifennattern, Leopardnattern und Vipern leben dort. Ein besonders wichtiger Lebensraum ist der Manikiatis für die stark vom Aussterben bedrohte Fischart Euböische Barbe (Barbus euboicus). Durch den Rückgang der Wassermenge, ausgelöst von Regenmangel und der Wasserentnahme für die Landwirtschaft, wird sein Lebensraum bedroht. Dieser Fisch ist auf Euböa endemisch und gilt als einer der geografisch am stärksten eingeschränkten Süßwasserfische Europas.
Sehenswürdigkeiten Über einen Wanderweg lässt sich vom Dorf Manikia in etwa einer Stunde der Manikiatis-Wasserfall () erreichen, der ein Teil des Flusses ist und ungefähr 21 Kilometer von der Stadt Kymi entfernt liegt. Er ist etwa 25 Meter hoch und bildet an seinem Fuß einen ruhigen, tiefen Teich.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Mittelgriechenland) Kategorie:Fluss in Europa Kategorie:Fluss in Griechenland Kategorie:FFH-Gebiet