Helmut E. Adler (geboren 25. November 1920 in Nürnberg; gestorben 7. Juni 2001 in New York City) war ein US-amerikanischer Psychologe und Hochschullehrer.

Leben Helmut Ernst Adler war ein Sohn des Ingenieurs Paul Adler (1880–1928) und der Lola Offenbacher, er hatte zwei Geschwister. Seine Mutter war in zweiter Ehe mit dem Ingenieur Ernst Eisemann (1891–1943) verheiratet, der Stiefvater wurde im KZ Auschwitz ermordetStolperstein: c:File:Ingelheim Ernst Simon Eisemann.png.

Adler besuchte ab 1930 ein Gymnasium in Nürnberg. 1935 wurde er angesichts der deutschen Judenverfolgung mit einem Schüler-Visum in Großbritannien in Sicherheit gebracht. Er besuchte 1937/38 das Dover College und arbeitete danach als Hilfsarbeiter in der Metallindustrie. Auch seiner Mutter gelang mit den Geschwistern die Flucht aus dem Deutschen Reich, und die Familie kam 1940 in den USA wieder zusammen, wo Adler in der Industrie einen Job als Schweißer fand.

Adler war von 1942 bis 1945 als Soldat der US-Army auf den Philippinen eingesetzt. Er heiratete 1943 die Psychologin Leonore Loeb (1921–2013), sie hatten drei Kinder. Nach Kriegsende studierte Adler Psychologie an der Columbia University und machte 1948 einen B.S., 1949 einen M.A. und wurde 1952 bei Carl J. Warden mit einer Dissertation zum Lernen von Katzen promoviert. Ab 1949 war er Lehrbeauftragter an der Columbia University und wurde parallel dazu 1950 Instructor, 1953 Assistant Professor, 1957 Associate Professor und 1964 Professor für Psychologie an der Yeshiva University.

Adler forschte als Verhaltensforscher zu Tieren generell und speziell zum Vogelzug. Er arbeitete unter anderem am American Museum of Natural History und am New York Aquarium. Er wandte sich der Geschichte der Psychologie zu und übersetzte Gustav Fechners Elemente der Psychophysik ins Englische.

Schriften (Auswahl) James Macdonald, Derek Goodwin, Helmut E. Adler: Bird Behavior. Sterling Publishing: New York, 1962 G. T. Fechner: Elements of psychophysics. Übersetzung Helmut E. Adler. New York: Holt, Rinchart and Winston, 1966 Bird Life. New York, 1969 Fish Behavior. Why Fishes do what they do. New Jersey: Neptune, 1975 Helmut E. Adler, Robert W. Rieber (Hrsg.): Aspects of the history of psychology in America : 1892-1992. Washington, D.C.: American Psychological Association, 1994

Literatur Adler, Helmut E(rnest), in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 9 John D. Hogan, Florence L. Denmark: Obituary: Helmut E. Adler (1920-2001), in: American Psychologist, 56(12), 2001, S. 1172. https://doi.org/10.1037/0003-066X.56.12. John D. Hogan: Obituary Helmut E. Adler, Ph.D. (1920–2001), in: International Journal of Group Tensions, 2001, S. 291f.

Weblinks

Familie Eisemann, bei Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V.

Einzelnachweise

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