Lazare Gagnidze (; * 4. Februar 1937 in Tiflis) ist ein georgischer Germanist, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Geistlicher der Georgisch-Orthodoxen Kirche.
Leben Gagnidze studierte ab 1956 Deutsch und Ungarisch am Pädagogischen Institut für Fremdsprachen in Tiflis und war anschließend dort als Ungarischlehrer und Mitarbeiter am Lehrstuhl für deutsche Sprache tätig. Von 1969 bis 1996 arbeitete er außerdem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schota-Rustaweli-Institut für Geschichte der georgischen Literatur. 1973 promovierte er über die ungarischen Übersetzungen von Schota Rustawelis Der Recke im Tigerfell. Er veröffentlichte etwa 40 wissenschaftliche Arbeiten zu den georgisch-ungarischen und georgisch-deutschen Literaturbeziehungen.https://www.mematiane.ge/product-details.php?id=15594
Als Mitglied der staatlichen Organisationskommission für die Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag Rustawelis lernte Gagnidze 1966 in Tiflis die deutsche Professorin Gertrud Pätsch kennen, die ihn als Schüler annahm. Von 1966 bis 1970 hielt er sich an der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf. Dort wurde er unter anderem von Heinz Mettke in Althochdeutsch und von Henrik Becker in moderner Germanistik unterrichtet; Pätsch selbst gab ihm einen Kurs in Theologie. Nach eigener Aussage halfen ihm die in Deutschland erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen später bei der Neugestaltung des Deutschunterrichts am Fremdspracheninstitut in Tiflis, wo er ab 1974 den Lehrstuhl für deutsche Sprache innehatte.
Von 1962 bis zum Zerfall der Sowjetunion war er stellvertretender Vorsitzender der georgisch-ungarischen und georgisch-deutschen Freundschaftsgesellschaften und wirkte als Vermittler zwischen den Literaturen und Kulturen dieser Länder.
Gagnidze veröffentlichte unter anderem ein Deutsch-Georgisches Wörterbuch (1990) sowie ein Deutsch-Georgisches und Georgisch-Deutsches botanisches Wörterbuch (2008).https://dspace.nplg.gov.ge/handle/1234/9214
1992 begann Gagnidze seine kirchliche Laufbahn. 1995 wurde er zum Priester geweiht, 1999 zum Erzpriester erhoben. 2001 wurde er zum Mönch geschoren und zum Hegumen ernannt. 2007 erhob ihn Patriarch Ilia II. zum Archimandriten. Seit 2008 ist er geistlicher Seelsorger des Klosters Samtawro in Mzcheta.https://www.mematiane.ge/subproduct-details.php?id=12141
Literatur Lazare Gagnidze: Deutsch-Georgisches Wörterbuch. Tiflis 1990. Archimandrit Lazare (Gagnidze-Dwali): Botanisches Wörterbuch Deutsch-Georgisch, Georgisch-Deutsch. Tiflis 2008.https://dspace.nplg.gov.ge/handle/1234/9214 Archimandrit Lazare (Gagnidze-Dwali): Biblische Pflanzen. Tiflis 2016, ISBN 978-9941-0-6412-8.https://dspace.nplg.gov.ge/handle/1234/174198
Einzelnachweise
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