Darvazeh Tepe (oder Tall-e Darvāza) ist eine archäologische Stätte in der Kur-Ebene der iranischen Provinz Fars, etwa 38 km südöstlich von Persepolis und 80 km von Tall-e Malyan entfernt. Die Stätte war von 1800 bis 800 v. Chr. besiedelt; ihre Hauptnutzungsphase fällt in die Qaleh-Zeit. Die dort gefundene Keramik beschreibt und definiert die Shogha- und Teimuran-Ware.

Bedeutung Darvazeh Tepe ist mit einer Größe von 63.500 m² eine große archäologische Stätte in Fars. Mindestens acht Besiedlungsphasen sind nachgewiesen und die Funde weisen darauf hin, dass der Ort ein Zentrum für Kunsthandwerker war. Der Großteil der Keramik und Kunstgegenstände ist einheimischen Ursprungs. Von den wenigen importierten Waren stammen wahrscheinlich die meisten aus Assyrien und wurden ungefähr um 1245 v. Chr. angefertigt. Gemäß Messungen der Radiokarbonmethode war Darvazeh Tepe von 1800 bis 800 v. Chr. besiedelt und ist durch eine wesentliche Kontinuität sowohl in der Architektur als auch in anderen Aspekten der materiellen Kultur gekennzeichnet.

Keramik Mit 93 Prozent macht die Shogha-Keramik den größten Anteil der Keramikfunde aus. Ihr folgt die Teimuran-Keramik mit einem Anteil von 7 Prozent. Beide Keramik-Begriffe sind nach den Orten benannt, an denen sie erstmals entdeckt wurden. Die Beschreibung und Definition erfolgten über die Funde in Darvazeh Tepe.

Bei der Shogha-Keramik handelt es sich um ein grobes (coarse), handgefertigtes Geschirr, das wahrscheinlich um andere Gefäße herum geformt wurde. Ihre Tonmasse ist mineralisch gemagert (grit-tempered). Viele der Innenseiten zeigen Abdrücke der Formen. Zu den wenigen vorhandenen Formen gehören Schalen und Krüge mit glatten oder leicht nach außen gebogenen Rändern, Becher mit Henkeln und glatten Rändern, Kannen mit Ausgüssen sowie Schöpfkellen oder Tabletts. Die Dekoration ist mit schwarzer Farbe angebracht. Zu den Hauptmotiven zählen geometrische Formen, Vögel, Fische und Ziegen sowie Berge, die auf eine leere Fläche am Gefäßkörper gemalt sind. Sie werden von aufeinanderfolgenden Bändern aus geometrischen Nebenmotiven umrahmt, beispielsweise horizontalen Linien, Girlanden und Zickzacklinien, die am oberen Rand des Gefäßes beginnen.

Die Teimuran-Keramik wurde auf einer Drehscheibe hergestellt und mit hohen Temperaturen gebrannt. Ihre Tonmasse ist ebenfalls mineralisch gemagert (grit-tempered). Verschiedene kielförmige (carinated) Schüsseln (bowls) und Gefäße (jars) sind mit einer dünnen hellbraunen (buff) Tonschicht überzogen (coated) und mit horizontalen Linien dekoriert.

Darvazeh Tepe war während der Qaleh-Zeit besiedelt, die durch die archäologische Stätte Tall-e Malyan definiert wird. Einige Scherben dieser archäologischen Periode wurden auch in Darvazeh Tepe gefunden. Untersuchungen in der Kur-Ebene deuten darauf hin, dass sich die Fundstätten mit Shogha-Keramik hauptsächlich östlich des Flusses befinden, während die Qaleh-Fundstätten im Westen konzentriert sind. Die Keramik der vorherigen archäologischen Periode, der Kaftari-Zeit, die ebenfalls durch Tall-e Malyan definiert wird, ist in Darvazeh Tepe dagegen nicht vertreten.

Forschungsgeschichte Darvazeh Tepe wurde von Louis Vanden Berghe auf der linken Seite des Flusses Kur etwa 38 km südöstlich von Persepolis in den 1950er-Jahren erstmals erwähnt. Die Ausgrabungen der Harvard University begannen 1968 und wurden 1970 fortgesetzt.Murray B. Nicol: Darvazeh Tepe. In: Iran. Band 7, 1969, S. 172.Murray B. Nicol: Darvazeh Tepe. In: Iran. Band 9, 1971, S. 168–69.

Literatur Murray B. Nicol: Darvazeh Tepe. In: Iran. Band 7, 1969, S. 172. Murray B. Nicol: Darvazeh Tepe. In: Iran. Band 9, 1971, S. 168–69. Linda Katherine Jacobs: Darvazeh Tepe and the Iranian Highlands in the Second Millennium, B.C. University of Oregon, Eugene, 1980. (Dissertation)

Einzelnachweise

Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Iran Kategorie:Fars Kategorie:2. Jahrtausend v. Chr. Kategorie:1. Jahrtausend v. Chr.