Ryszard Kulesza (* 28. September 1931 in Warschau; † 19. Mai 2008 ebenda) war ein polnischer Fußballspieler und -trainer.

Sportlicher Werdegang Kulesza begann nach dem Zweiten Weltkrieg seine Karriere bei Okęcie Warschau und Polonia Warschau, wo er 1950 in der höchsten Spielklasse debütierte. Dort konnte er sich jedoch nicht dauerhaft als Stammspieler durchsetzen und spielte zeitweise für Gwardia Warszawa und Polonia Bydgoszcz.

Nach dem Karrieende war Kulesza als Trainer tätig und betreute zunächst die unterklassig antretenden Ruch Piaseczno, Mazowsze Grójec, Znicz Pruszków und Lechia Gdańsk.

1974 kam Kulesza als Verbandstrainer zum polnischen Verband, wo er fortan einerseits für die polnische U-23- respektive U-21-Nationalmannschaften zuständig war und andererseits als Assistent zum Trainerteam der A-Nationalmannschaft gehörte. Zunächst unterstützte er Kazimierz Górski, der jedoch beim Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspiele 1976 auf Jacek Gmoch als Assistenten setzte. Als dieser nach Górskis Rücktritt nach dem verpassten Titel kurze Zeit später beerbte, rückte Kulesza als dessen Nachfolger als erster Assistent nach. Zwei Jahre später verpasste Polen bei der WM-Endrunde 1978 als Tabellendritter in der zweiten Gruppenpphase einen Platz unter den besten vier Mannschaften, so dass Gmoch zurücktrat. Daraufhin rückte Kulesza als polnischner Nationaltrainer nach. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 1980 spielte Polen in einer Gruppe mit Vizeweltmeister Niederlande. Zwar wurde das Heimspiel im Mai 1979 gewonnen, nach einer Niederlage und einem Unentschieden gegen die DDR reichte ein Remis im Rückspiel im Oktober 1979 in Amsterdam den Westeuropäer zur Turnierqualifikation. Vor der Abreise zum Länderspiel gegen Italien im Herbst 1980 kam es zu einem Eklat, als Józef Młynarczyk und Włodzimierz Smolarek das Teamhotel ohne Erlaubnis verlassen hatten und Młynarczyk erst zum Frühstück zurückkehrte. Daraufhin von Trainerassistent Bernard Blaut konfrontiert, der mit dem Ausschluss drohte, kündigten einige Vereinskameraden von dessen Klub Widzew Łódź einen Streik für das anstehende Länderspiel an. Smolarek sowie Stanisław Terlecki, Zbigniew Boniek und Władysław Żmuda wurden vom polnischen Verband aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen, woraufhin Kulesza kurze Zeit später zurücktrat und Antoni Piechniczek neuer Nationaltrainer wurde.

1981 übernahm Kulesza das Traineramt bei der tunesischen Nationalmannschaft. Mit der Mannschaft qualifizierte er sich gegen den Senegal für den Afrika-Cup 1982, da Ägypten nicht in der folgenden Qualifiaktionsrunde antrat. Als Gruppenletzter hinter Libyen, Ghana und Kamerun schied er mit der Auswahl in der Gruppenphase aus. In der Qualifikation zum Afrika-Cup 1984 kam es nach anfänglichem Triumph über Ruanda erneut zum Duell mit Ägypten. Dieses Mal trat der Konkurrent an und setzte sich durch. Im Anschluss an die verpasste Qualifikation wurde Kulesza entlassen und durch Youssef Zouaoui ersetzt.

Kulesza blieb anschließend in Nordafrika als Vereinstrainer tätig. Nach Stationen bei CS Sfax und dem marokkanischen Erstligisten Mouloudia d’Oujda kehrte er später nach Polen zurück, wo er wieder beim Verband beschäftigt war. Dabei leitete er die Trainerausbildung und war zeitweise Vorsitzender des Trainerrats. Er rückte ins Präsidium des Verbandes auf, der ihn anschließend zum Ehrenmitglied ernannte. Auf sein Betreiben wurden die Ergebnisse der beiden Spiele des letzten Spieltages der Spielzeit 1992/93 zwischen ŁKS Łódź und Olimpia Posen (7:1) sowie Wisła Krakau und Legia Warschau (0:6) wegen Verdachts der Spielmanipulation untersucht und letztlich annulliert.

Weblinks Biografischer Beitrag zum 90. Geburtstag (polnisch)

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