Die Proteste in Gambia 2026 fanden am Montag, den 7. September 2026 ihren Höhepunkt. Es kam zu heftigen landesweiten Protesten gegen die anhaltenden Stromausfälle.
Ausgangssituation Der Ärger über die anhaltenden Stromausfälle kocht nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl in Gambia im Dezember über. Der amtierende Präsident Adama Barrow möchte bei dieser Wahl für eine dritte Amtszeit kandidieren.
Die jüngsten Stromausfälle wurden als besonders hart empfunden, angesichts der Hitze, die das Land seit Juni erlebt habe. Die täglichen Stromausfälle dauerten 16 bis 18, manchmal 20 Stunden und sich sogar auf 48 Stunden ausdehnten. Die National Water and Electricity Corporation (NAWEC) hatte bereits am 15. August in einer Mitteilung von einem „unvorhergesehenen Anstieg der Stromnachfrage während der Spitzenlastzeiten“ berichtet, den das Unternehmen auf die hohen Temperaturen zurückführte.
Es gab mehrere Berichte über Todesfälle in Kliniken, die direkt mit den massiven Stromausfällen in Verbindung gebracht werden. Genau diese Vorfälle haben die Wut der Bevölkerung befeuert und die Proteste in Gambia Anfang September 2026 massiv eskaliert. Die zivilgesellschaftliche Organisation Gambians Against Looted Assets (GALA) forderte eine lückenlose Untersuchung nach dem Tod des Aktivisten Ebrima Gassama im Brikama General Hospital. Berichten zufolge fiel während seiner Behandlung der Strom aus. Beim Versuch, ihn auf eine andere Station mit Notstrom zu verlegen, verschlechterte sich sein Zustand fatal.
Verlauf In den Abendstunden vom 7. September 2026 sind zahlreiche Demonstranten auf die Straße gegangen und fordern den Rücktritt von Präsidenten Adama Barrow. Sie versammelten sich auf den Straßen in der Hauptstadt Banjul. Aber auch auf den Straßen von Kanifing (Serekunda), der größten Stadt, und auch in der West Coast Region, so auch in Brikama und Brufut, gingen die Menschen auf die Straße. In Banjul versammelten sich die Menschen vor der Zufahrt zum State House und skandierten „Barrow muss weg“. Es wurden Reifen verbrannt und Straßen blockiert. Als Zeichen der wachsenden Frustration über die Regierung versammelten sich Demonstranten in der Stadt Farato vor dem Wohnsitz von Vizepräsidenten Muhammed B. S. Jallow und zerstörten Banner an einem Büro der regierenden National People’s Party.
Die Proteste wurde von Madi Jobarteh beschrieben, als dass sie größtenteils friedlich verliefen, weil sie spontan waren, Geschäftsführer der gambischen Nichtregierungsorganisation Edward Francis Small Centre for Rights and Justice in einem Interview gegenüber der Radio France Internationale (RFI).
Die Polizei (Gambia Police Force) setzte Tränengas ein, um die Menschenmengen aufzulösen, die sich an mehreren Orten versammelt hatten, unter anderem in der Nähe von Barrows Wohnsitz und dem Hauptsitz der NAWEC, die das Land mit Strom versorgt. Über die Zahl der Demonstranten gibt es keine offiziellen Angaben.
Reaktionen und Folgen Adama Barrow, Staatspräsident Präsident Barrow besuchte am Dienstagmorgen des 8. September Anlagen des nationalen Versorgungsunternehmens der NAWEC. Er wandte sich am Abend des 8. September in einer Fernsehansprache an die Nation. Er erklärte die Stromausfälle bei einem Besuch in einem NAWEC-Kraftwerk zum Notfall und zu einer „Frage der nationalen Sicherheit“ und kündigte er an, dass die Regierung bis Ende Oktober eine weitere 24-Megawatt-Generatoreinheit im Kraftwerk Brikama installieren werde.
Er sagte: „Ich weiß, dass die Ventilatoren stillstehen, Kinder im Dunkeln arbeiten, Mütter verdorbene Lebensmittel wegwerfen und die Hitze Tag und Nacht unerträglich ist“. Der gambische Präsident kündigte außerdem ein zusätzliches 50-Megawatt-Solarkraftwerk in Soma an (die Soma Solar Power Station), dessen Bau in Kürze beginnen soll.
Ismaila Ceesay, Informationsminister Ismaila Ceesay entschuldigte sich am 8. September bei den von den Stromausfällen betroffenen Menschen und erklärte: Die Behörden arbeiten „unermüdlich daran, die Stabilität wiederherzustellen und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung so schnell wie möglich zu verbessern“, erklärte Gambias Informationsminister. Er bezeichnete die Ereignisse der vorangegangenen Nacht als „zutiefst beunruhigend“ und „Als Regierung sind wir uns der Frustration, der Wut und der Not bewusst, die viele Gambier erleben“.
Gallo Saidy, Geschäftsführer des staatseigenen Versorgungsunternehmen NAWEC Der Geschäftsführer der NAWEC, Gallo Saidy, erklärte, die anhaltenden Stromausfälle seien teilweise auf den Klimawandel und den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran zurückzuführen. Der Stromversorger gab in einer im August veröffentlichten Erklärung zudem an, aufgrund der hohen Temperaturen einen „unvorhergesehenen Anstieg“ der Nachfrage zu verzeichnen.
Siehe auch Liste von Kraftwerken in Gambia
Einzelnachweise
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