|} Die elektrische Feldbahn des Acquaresi-Bergwerks in der Gemeinde Iglesias auf Sardinien war eine 4,8 km lange Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm, die um 1904 durch die Berliner Firma Arthur Koppel geliefert und verlegt wurde.
Feldbahn mini|Öfen der Erzaufbereitungsanlage des Acquaresi-Zink-Blei-Bergwerks Die Feldbahn führte von der Aufbereitungsanlage des Acquaresi-Bergwerks zu den steinernen Lagerhallen in Cala Domestica. Die fest verlegte Strecke mit Stahlschienen auf Holzschwellen war 4,8 km lang. Sie hatte eine Spurweite von 600 mm und wurde im Oktober 1904 eingeweiht. Die 3 t schwere elektrische Lokomotive vom Typ „Arthur Koppel“ wurde von zwei über einen Regler gesteuerten Elektromotoren angetrieben. Sie erreichte bei Leerfahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h und war mit einer elektrischen Bremse, einer Handbremse und einer Alarmglocke ausgestattet.
Die sechs Kipploren fassten jeweils 1000 kg Gestein. Für die Hin- und Rückfahrt auf der 4,8 km langen Strecke benötigte die elektrische Feldbahn bei 10 bis 15 km/h Geschwindigkeit etwa eine Stunde zuzüglich der Zeit für das Be- und Entladen und rangieren.Esperienze in arrivo: Ferrovia Scalittas - Cala Domestica.
Geschichte Acquaresi ist ein historischer Bergbaustandort für die Gewinnung von Zink-Blei-Erz in den Bergen im Süd-Westen Sardiniens nur wenige Kilometer von Buggerru entfernt. In unmittelbarer Nähe des Bergwerks entstanden 1881 das Bergarbeiterdorf, eine kleine Kirche, die Betriebsleitung, das Krankenhaus, ein kleiner Güterbahnhof sowie die Aufbereitungsanlage, zu der Öfen und eine Waschanlage gehörte.
mini|Elektro-Lok mit Kipploren am Lagerhaus in Cala Domestica Die Ausbeutung der Zink-Blei-Lagerstätten von Acquaresi begann 1870 durch die englische Gesellschaft Gonnesa Mining Ltd. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigte das Bergwerk 500 Arbeiter und produzierte jährlich 1.000 Tonnen Roherz. Das Roherz wurde erst in den Öfen geröstet und durchlief dann eine in den Bergen errichtete mechanisch-hydraulische Aufbereitungsanlage. Es wurde mit der elektrischen Eisenbahn zur Küste transportiert und in Cala Domestica wurde es in einem steinernen Lagerhaus gelagert, bevor es nach Carloforte verschifft wurde, wo es in Hochsee-taugliche Frachtschiffe verladen wurde. Dazu verwendeten die Seeleute aus Carloforte Bilancelle genannte kleine Segelboote.
In den 1920er Jahren wurden die Anlagen in Acquaresi an das belgische Unternehmen Vieille Montagne verkauft, das bereits die Bergwerke von Masua und den wichtigen Verladehafen Porto Flavia weiter südlich besaß. Die ursprünglich konkurrierenden Geschäftsleitungen von Acquaresi, Masua und Monte Cani wurden 1921 unter einem Dach vereinigt, auch weil alle Anlagen begannen, das Vorkommen Massa Marx abzubauen, benannt nach dem deutschen Techniker, der in den Bergwerken Gutturu Pala und Pubusinu tätig war.Francesca Sanna: Passaggio a Sud-Ovest. Itinerario di miniera nella Sardegna sud-occidentale.Mineralienatlas–Fossilienatlas: Acquaresi Bergbau.
mini|Aufbereitungsanlagen und Abraumhalden des Acquaresi-Bergwerks Der Bergbaubetrieb erfolgte an verschiedenen Standorten (San Giorgio, Campo Spini, Scalittas und Sotto Scalittas) und an verschiedenen Zink-Blei-Erzkörpern (mit den Namen Congo, Dadi, Garibaldi, Marx, Piga, Schiffini und Thomas), die in Kalkstein eingebettet waren.Acquaresi Pb-Zn mine - A zinc-lead mine owned and operated by Vieille Montagne from 1930 until the 1990ies - Iglesias - South Sardinia Province - Sardinia - Italy.
Das Acquaresi-Bergwerk wurde von 1976 bis 1998 mit modernen Untertage-Förderanlagen ausgebeutet, bis es nach einem Einsturz der Decke aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Das geförderte Material bestand aus einer Mischung aus Zink- und Bleisulfiden, die in Kalkstein eingebettet waren und sich in der Nähe des Cabitza-Schiefers befanden. Der Erzkörper erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung mit einer subvertikalen Ausdehnung bis in eine Tiefe von etwa 400 m und einer durchschnittlichen Mächtigkeit von etwa 50 m. Die Mächtigkeit des Abraums, der aus klüftigem und verwerfungsdurchzogenem Kalkstein besteht, variiert zwischen 30 und 180 m.Pier Paolo Manca, Paolo Desogus, Giampaolo Orru: The reuse of abandoned Acquaresi mine voids for storage of the Masua flotation tailings. Int J Coal Sci Technol (2014) 1(2):213–220, DOI:10.1007/s40789-014-0030-5. Das Untertage-Bergwerk diente von 1968 bis 1985 auch zur Entsorgung von Flotationsrückständen aus dem Bergwerk Masua.
Nachdem das Bergwerk geschlossen worden war, entvölkerte sich das Bergarbeiterdorf Acquaresi, und es blieb nur noch eine alte Dame zurück, die sich viele Jahre lang weigerte, wegzuziehen, weil das ihr heimatliches Zuhause war, auch wenn dort mittlerweile außer ihr niemand mehr lebte. In Cala Domestica sind heute noch die Ruinen der steinernen Erzlagerhäuser zu sehen.
Zukünftige Rehabilitation mini|Vertikaler Querschnitt durch das Acquaresi-Untertage-Bergwerk
Das Untertage-Bergwerk befindet sich in einer Tiefe zwischen +320 und und ist über einen etwa 5 km langen helixförmigen Stollen mit der Aufbereitungsanlage und den Absetzbecken verbunden. Der Grundwasserspiegel im Bergwerk liegt bei etwa
Eine interessante Lösung für die Minderung der Einsturzgefahr und die Sanierung des Standorts wäre es, die Abfälle aus dem Verarbeitungsprozess in den unterirdischen Bergbauhohlräumen zu lagern, wodurch sowohl die Rekultivierung der Oberflächenflächen als auch die Stabilisierung der aufgegebenen Hohlräume erreicht würde, um gefährliche Bodensenkungen zu verhindern. Für derartige Maßnahmen sind jedoch inerte Abfälle erforderlich, die keine Verschmutzungsquelle darstellen dürfen, und es muss ein geeignetes Wasser-Feststoff-Verhältnis gewählt werden, um gute Pumpbarkeit zu gewährleisten.Lorenzo Sedda: First update of the regional database of storage facilities (mining and mining-metallurgical waste deposits) in Sardinia. Juli 2026.
Lokomotive Hersteller Baujahr Bauart Spurweite Zustand Empfänger Arthur Koppel 1898 B-el 600 mm neu Bergwerk Sardegna, Acquaresi – Cala DomesticaJens Merte: O&K AK – Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG, Berlin.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Feldbahn in Italien Kategorie:Arthur Koppel Kategorie:Iglesias (Sardinien)