Rudolf Berger (* 14. Juni 1883 in Zandlach bei Kolbnitz; † 23. Oktober 1960 in Klagenfurt) war ein österreichischer Komponist. Neben Operetten schuf er auch Lieder und Kammerwerke sowie Chormusik.
Leben Rudolf Berger wurde am 14. Juni 1883 als Sohn von Peter Berger (* 1. Dezember 1849),Geburtsbuch Kolbnitz, tom. VII, fol. 53/54 (Faksimile), abgerufen am 8. September 2026 Besitzer der Stroblhube, und dessen Ehefrau Elisabetha (geborene Stefanitsch; * 27. Juli 1853)Geburtsbuch St. Georgen im Gailtal, tom. VIII, fol. 166 (Faksimile), abgerufen am 8. September 2026 im Dorf Zandlach nahe der damals eigenständigen Gemeinde Kolbnitz im Mölltal geboren.Geburtsbuch Kolbnitz, tom. IX, fol. 5 (Faksimile), abgerufen am 8. September 2026 Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er die Handelsschule in Klagenfurt, wo er auch seine erste musikalische Ausbildung erhielt. Später kam er nach Triest, wo er tagsüber in einem Handelsbüro arbeitete und abends das Liceo musicale Cartolla unter der Leitung von Robert Cartolla besuchte. Hier wurde er zwischen 1903 und 1914 in Komposition und Musikgeschichte (bei Cartolla), Violine (bei Antonietta Chialchia) und Klavier (bei Leone Sinigaglia und Michele Chiesa) ausgebildet. So soll er gar als Cartollas Lieblingsschüler gegolten haben.
Noch während seiner Zeit am Konservatorium, das er mit bestem Erfolg abschloss, komponierte Berger mehrere Werke; darunter eine Sonate in c-Moll und mehrere Trios, die auch allesamt aufgeführt wurden. In Triest fungierte Berger, der von 1914 bis 1918 als Soldat am Ersten Weltkrieg teilnahm, unter anderem auch als Chormeister des Triester Männergesangvereines. Außerdem fand er eine Anstellung in leitender Position in einem erfolgreichen Triester Exporthaus, wodurch ihm auch die finanzielle Möglichkeit geboten wurde, sich intensiver musikalisch zu betätigen. Im Jahr 1913 fand seine erste Operette Die Menschenfresser im Kaiser Franz Josef I. Jubiläumstheater in Klagenfurt zur Uraufführung. Nach den Erfolgen mit dieser Operette folgte noch im selben Jahr sein zweites Werk Kadidjas Geist.
Seine Vertonung des Franz-Lercher-Singspiels Kußfest wurde 1921 aufgeführt und fand positive Resonanz. Bergers Klaviersonaten wurden in weiterer Folge auch von Künstlern im In- und Ausland vorgetragen. Später vertonte er noch zahlreiche weitere Lustspiele, die auch nach 1945 noch auf vielen Bühnen gespielt wurden. Hauptsächlich widmete sich der Tondichter jedoch dem Kärntnerlied. Vor allem im letzten Jahrzehnt seines Lebens schuf er einige Lieder nach Texten von Franz Podesser, Ludwig Joham oder Leo Ginhardt, die teilweise auch im Druck erschienen und von zahlreichen Gesangvereinen ins Repertoire übernommen wurden. Noch mit 70 Jahren saß er nahezu täglich am Klavier, um neue Kompositionen zu kreieren. Anlässlich seines 70. Geburtstages veranlasste Radio Klagenfurt einen eigenen Berger-Abend, an dem zahlreiche Werke des Mölltaler Komponisten gespielt wurden.
Am 23. Oktober 1960 starb Berger im Alter von 77 Jahren in seinem Haus am Königschlößlweg 9 im 12. Klagenfurter Stadtbezirk St. Martin. Die Beerdigung fand in einem kleinen Reihengrab am Zentralfriedhof Annabichl (Klasse: R, Feld: 2, Reihe: 04, Nummer: 2) statt; das Grab wurde Ende des Jahres 1970 aufgelöst.Rudolf Berger in der Verstorbenensuche der Stadt Klagenfurt, abgerufen am 11. September 2026
Persönliches/Familie Am 23. Oktober 1923 trat Berger, der ein Mitglied der Genossenschaft AKM Autoren, Komponisten und Musikverleger war, aus der römisch-katholischen Kirche aus und zur evangelischen Konfession über.
In erster Ehe war er seit 2. Februar 1907 mit Elfrida Mondini verheiratet, mit der er die Tochter Elfrieda (* 14. November 1907) hatte. Seine zweite Ehe ging er am 20. Oktober 1923 mit Rosa Pflüger ein, aus der der Sohn Nordfrid (* 23. Februar 1927) stammt.
Werke (Auswahl) Die Männerfresser (A. Calliano und Heinrich Kaiser), Operette, Uraufführung: 25. Jänner 1913 im Kaiser Franz Josef I. Jubiläumstheater in Klagenfurt Kadidjas Geist (J. Lövenberg-Larska), Operette, Uraufführung: 29. November 1913 im Kaiser Franz Josef I. Jubiläumstheater in Klagenfurt Das Kußfest (Franz Lercher), Singspiel, Uraufführung: 14. Mai 1921 im Stadttheater Klagenfurt Pepita, Operette, Uraufführung: 1926
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn) Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Komponist (Operette) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann