Johannes Brämer, auch Bremer, Bræmer (* 24. April 1616 in Lübeck; † 25. Dezember 1670 in Kopenhagen) war ein deutsch-dänischer evangelisch-lutherischer Geistlicher und Hofprediger.
Leben Johannes Bremer war ein Sohn des Lübecker Kaufmanns Friedrich Brämer und dessen Ehefrau Catharina, geb. Botsack, einer Schwester von Johann Botsack und Tante von Bartholomäus Botsack. Christian Brämer war sein jüngerer Bruder. Er besuchte das Katharineum zu Lübeck sowie das Akademische Gymnasium Danzig, an dem sein Onkel Johann Botsack als Rektor amtierte, und studierte Philosophie und Evangelische Theologie an den Universitäten Königsberg, Rostock (1635)Eintrag im Rostocker Matrikelportal und Helmstedt (1640).Matrikeleintrag
1642 erhielt Brämer die Berufung als Diaconus (2. Pastor) an der Marienkirche in Flensburg.Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig. Band 3, Flensburg 1841, S. 886 Am 8. Dezember 1742 kehrte er kurzzeitig zu seiner Graduierung als Magister an die Universität Rostock zurück.Eintrag 1642 im Rostocker Matrikelportal
Bremer blieb bis 1648 in Flensburg. Er nahm auch seinen inzwischen verwaisten Bruder Christian bei sich auf. Als 1648 der bisherige königliche Statthalter der Herzogtümer Schleswig-Holstein als Friedrich III. dänischer König wurde, ernannte er Bremer zu seinem deutschen Hofprediger in Kopenhagen. Gleichzeitig erhielt Bremer eine Präbende als Kanonikus zu Asloe (Oslo) in Norwegen.
1654 wich er wegen der in Kopenhagen grassierenden Pest in die Niederlande aus, konnte aber nach einigen Monaten zurückkehren.
Er war verheiratet mit Dorothea, geb. Moth, einer Tochter des Flensburger Pastors Johann Moth (1574–1642) und Cousine (?) von Paul Moth.
In seiner Tätigkeit als Hofprediger begleitete er seelsorgerlich familiäre Ereignisse der königlichen Familie und hielt zahlreiche Predigten zu Kasualien, vor allem Leichenpredigten, die auch gedruckt wurden.Siehe die Liste bei Bremer, Johannes, in: Holger Ehrencron-Müller (Hrsg.): Forfatterlexikon omfattende Danmark, Norge og Island indtil 1814. Band 2, Copenhagen 1925, S. 58 (dänisch, Digitalisat) Daneben übersetzte er Johann Heermanns Labores sacri ins Lateinische und verfasste Erbauungsliteratur.
Werke Labores Sacri In Evangelia Dominicalia Dn. Johannis Heermanni. Lübeck: Schernwebel 1641, 2. Auflage 1645 Labores Sacri In Evangelia Festivalia Dn. Johannis Heermanni. Lübeck: Schernwebel 1645, 2. Auflage 1645 Johannis Heermanni... Labores Sacri In Evangelia Dominicalia Et Festivalia ... Frankfurt 1663 (Neuauflage in einem Band) Das Zustossen Rohr undt Glümmend Tochtt desz Glaubens : Welches der Herr nicht zubrächen noch außlöschen wirdt: Dän Schwachen zu Trost / undt Dän Starcken zur Erinnerung gezeigett. Kopenhagen: Pauli 1670; 2. Auflage Ratzeburg und Kopenhagen 1678 Kontemplations-Spiegel irdischer Dinge.
Literatur Johann Moller Cimbria Literata, Sive Scriptorum Ducatus Utriusque Slesvicensis Et Holsatici, ... Kopenhagen 1744, Band 1, S. 69f Bremer (Johannes), in: Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon... Theil 1: A–C. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1750 , Sp. 1361 Bremer, Johannes, in: Holger Ehrencron-Müller (Hrsg.): Forfatterlexikon omfattende Danmark, Norge og Island indtil 1814. Band 2, Copenhagen 1925, S. 58 (dänisch, Digitalisat) Rudolf Eckart: Lexikon der niedersächsischen Schriftsteller von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Osterwieck im Harz: Druck und Verlag von A. W. Zickfeldt, 1891; Digitalisat, S. 36
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Einzelnachweise
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