mini|Katholische Kirche St. Barbara in Recklinghausen-Suderwich St. Barbara in Suderwich nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei Liebfrauen (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Barbara von Nikomedien, der Patronin der Bergleute, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das neue Gotteshaus von 2011 ist eine einfache Saalkirche im Stil der Moderne und hat 50 bzw. 300 Sitzplätze.
Geschichte Für die Schachtanlage „König Ludwig IV/V“ entstand in den Jahren 1907 bis 1908 in Suderwich die „Neue Kolonie“ mit vielen Wohnungen vor allem für polnische, böhmische und slowakische Bergarbeiter. In einer Notkirche in einer Baracke der katholischen Schule an der Henrichenburger Straße fand 1929 bis 1954 regelmäßig Gottesdienst statt. 1936 konstituierte sich erstmals ein Kirchenbauverein. Da die nationalsozialistischen Behörden den Bau des 1938 geplanten Gotteshauses verhinderten, bildete sich 1951 ein neuer Kirchenbauverein.
Nach der Abtrennung des 1954 errichteten Seelsorgebezirks Suderwich von St. Johannes (Recklinghausen-Suderwich) erfolgte 1956 die Errichtung eines seelsorglich selbstständigen Pfarrrektorats und 1957 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Barbara.
Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Walter Kremer (Duisburg) entstand 1952–54 in Suderwich die erste Kirche. Weil die Zahl der Gottesdienstbesucher sehr stark zurückging, musste dieses Gebäude 2011 profaniert und abgerissen werden. Als Ersatz wurde 2010–11 eine St.-Barbara-Kapelle an das Pfarrheim angebaut und durch Weihbischof Dieter Geerlings am 4. Juni 2011 der heiligen Barbara geweiht. Die Errichtung des neuen Gotteshauses war ein Gemeinschaftswerk vieler freiwilliger Helfer der Gemeinde mit Unterstützung lokaler Handwerker.
St. Barbara ist ein schlichter eingeschossiger Saalbau mit einem Satteldach. Durch Öffnen von Räumen des Gemeindehauses kann der Pfarrsaal von 50 auf 300 Sitzplätze erweitert werden. Aus der alten Kirche wurden mehrere Fensterteile, die Barbara-Figur, der Ambo, das ewige Licht in Form einer Bergmannsleuchte sowie der Altar mit den Reliquien der beiden Heiligen Coronata und Luzinda übernommen. Die zwei Stahlglocken „Maria“ und „Barbara“ hängen derzeit in einem ehemaligen Trafohäuschen direkt neben dem Gotteshaus.
Strukturentwicklungen Im Rahmen einer Neuordnung der Gemeindestrukturen im Bistum Münster wurden St. Barbara (Suderwich) und Heilig Geist (Essel) am 28. November 2004 in die Pfarrei St. Johannes der Täufer (Recklinghausen-Suderwich) eingegliedert. 2014 erfolgte die Integration von St. Johannes in die Gemeinde Liebfrauen (Recklinghausen).
Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.
Glocken Im Campanile des neuen Gotteshauses St. Barbara hängen die folgenden zwei Kirchenglocken aus Stahl:
Glocke 1: Schlagton: e‘; Ø 135 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1956 Glocke 2: Schlagton: gis‘; Ø 105 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1954.
Orgel Die Firma Franz Breil (Dorsten) baute 1968 für die alte Kirche St. Barbara eine Pfeifenorgel mit 24 Registern sowie mit Hauptwerk (C−g3), Schwellwerk (C−g3) und Pedal (C−f1). Die Schleifladen-Orgel hatte eine mechanische Spieltraktur und eine elektrische Registertraktur. Vor dem Abriss des alten Gotteshauses in Suderwich 2011 wurde dieses Instrument nach Bordeaux (Frankreich) verkauft und von Francois Delangue in der „Chapelle de la Madeleine“ aufgebaut.
Die Firma Gebrüder Stockmann (Werl) erstellte 2012 für die neue St.-Barbara-Kirche eine kleinere Pfeifenorgel mit 10 Registern sowie mit zwei Manualen (C−g3) und Pedal (C−f1). Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Barbara (Suderwich) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
Kategorie:Barbarakirche Barbara Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Saalkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Erbaut 2011 Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa