Die Orpheus war eine 32-Kanonen-Fregatte der Lowestoffe-Klasse der britischen Marine, die von 1773 bis 1778 in Dienst stand.
Geschichte Bau Die im britischen Klassifizierungssystem zum 5. Rang gehörende spätere Orpheus wurde am 25. Dezember 1770 bestellt und im Mai 1771 bei der King’s Yard in Harwich, unter der Bauaufsicht des Schiffbaumeisters John Barnard auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 7. Mai 1773 und die Fertigstellung, wofür sie am 24. Mai zur Marinewerft bei Sheerness verlegte, am 11. Juni 1773. Die reinen Baukosten betrugen 12.654 Pfund, 16 Schilling und 11 Pence (siehe Pfund Sterling).
Einsatzgeschichte Die Orpheus wurde am 23. April 1773 unter dem Kommando von Captain John MacBride offiziell in Dienst gestellt und nach Ablieferung für 835 Pfund, 7 Schilling und 7 Pence ausgerüstet. Anschließend war das Schiff Teil der Flottenschau vor Spithead am 22. Juni 1773 und kurzzeitig im Ärmelkanal eingesetzt. Bevor es im August 1774 wegen Nichtbedarfs aufgelegt wurde.
Etwa ein Jahr später, am 25. Juli 1775, wurde die Orpheus unter dem Kommando von Captain Charles Hudson erneut in Dienst gestellt und zwischen August und Ende September 1775 in Plymouth für 3729 Pfund, 11 Schilling und 8 Pence zur Verwendung auf der North American Station ausgerüstet. Sie verließ die britischen Gewässer am 30. September 1775, zusammen mit dem Linienschiff Chatham (50 Kanonen), und erreichte Halifax auf Nova Scotia nach 97 Tagen Reise.
Im Zuge des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges operierte die Orpheus zusammen mit anderen britischen Einheiten vor der Delaware Bay, um ein Ein- wie Auslaufen von Kräften der amerikanischen Rebellen zu verhindern. Hierbei wurde am 28. Juni 1776 durch die sie begleitende Sloop Kingfisher (14 Kanonen) das amerikanische Schiff Nancy (6 Kanonen) gesichtet, ein aus der Karibik (Saint Thomas, Dänisch-Westindien) kommender, mit Schießpulver und Waffen beladener amerikanischer Blockadebrecher. Im Rahmen der Verfolgung der Nancy durch die Orpheus und Kingfisher lief diese am 29. Juni am Turtle Gut Inlet an der Küste der Cape-May-Halbinsel auf Grund. Durch die herbeigerufenen amerikanischen Kräfte, unter dem Kommando des Captains der Kontinentalmarine John Barry, war es möglich, trotz der Störungen durch die Briten, einen Großteil der Fracht der Nancy für die Amerikaner zu retten, bevor das Schiff zur Verhinderung einer britischen Kaperung in Brand gesetzt wurde und schließlich explodierte.
Nach dieser Episode vor der Cape-May-Halbinsel, welche auch als Battle of Turtle Gut Inlet bezeichnet wird, operierte die Orpheus weiter vor der nordamerikanischen Küste. Wobei sie am 15. September 1776 an der britischen Landung auf der Insel Manhatten beteiligt war und am 5. Juni 1777 zusammen mit der Amazon und der Juno das amerikanische Kaperschiff Lucy, 15 Seemeilen vor Nantucket, erbeutete. Diesem folgte am 26. März 1778 die Rückeroberung der Neptune, eines zuvor von der amerikanischen Fregatte Warren (34 Kanonen) erbeuteten britischen Schiffs.
Die Orpheus gehörte im August 1778 zu den britischen Schiffen, die im Zuge der Schlacht von Rhode Island, durch starke französische Kräfte, unter dem Kommando des Vice-amirals Charles Henri d’Estaing, in der Narragansett Bay blockiert wurden. Zur Verhinderung einer Kaperung wurde das Schiff am 5. August durch ihre eigene Besatzung durch Feuer zerstört.
Literatur
Weblinks
Orpheus auf threedecks.org (englisch)
Einzelnachweise Rif Winfield: British Warships in the Age of Sail 1714 to 1792., S. 513.
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