Selling Sex ist eine deutsche Miniserie, die 2026 im Auftrag der Degeto Film für die ARD produziert wurde. Sie thematisiert die Erlebnisse einer Studentin, die nebenher als Escort arbeitet.
Inhalte und Personen Nelly und ihre beste Freundin Bonnie leben gemeinsam in einer WG, beide sind Mitte zwanzig. Nelly steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre, Bonnie studiert Modedesign. Neben ihrem Studium arbeitet Nelly, die einen hohen Studienkredit aufgenommen hat, als unbezahlte Praktikantin bei einem Finanzberatungsunternehmen und jobbt bei einem Cateringunternehmen.
Von einer ehemaligen Kollegin, die inzwischen als Escort arbeitet, animiert, meldet sich Nelly bei einer Escort-Agentur an und erlebt unter dem Künstlernamen „Aurora“, teils gemeinsam mit weiteren Escorts, Dates mit verschiedenen Männern. Tsuneo, ein junger extrem wohlhabender Mann, der im BDSM-Kontext Switcher ist, wird ihr Stammkunde, obwohl die ersten Dates nicht ohne Pannen verlaufen. Am Ende der Serie entscheidet sich Nelly sowohl gegen die ohne Gehalt, aber mit Provision angebotene Verlängerung ihrer Tätigkeit bei der Finanzberatung als auch gegen die Weiterführung ihrer Escort-Tätigkeit und macht sich als Finanzberaterin für Sexarbeiterinnen selbstständig.
Produktion Regie führten Miriam Dehne und Marie C. König, am Drehbuch wirkte neben Dehne und König auch Hannah Schopf mit. Ein großer Teil der Handlung beruht auf Erfahrungen von Marie C. König, die selbst zehn Jahre lang als Escort tätig gewesen war, sowie von anderen Sexarbeiterinnen aus ihrem Bekanntenkreis.Fabian Riedner, «Selling Sex»-Macherinnen: 'Es kann freiwillig sein und es kann Spaß machen', quotenmeter.de, 25. August 2026Peter Gratz, „Da erheben sich viele moralisch“, Abendzeitung vom 26. August 2026, Seite 25, auf pressreader.de
Produziert wurde die Serie von Pauline Striebeck und Estella Suplit, den Leiterinnen der Produktionsfirma Mia Wallace Productions, die ein Tochterunternehmen der Wild Bunch ist und sich auf das Erzählen von Geschichten aus einer weiblichen Perspektive spezialisiert hat.Geoffrey Macnab, Wild Bunch Germany launches female-focused production label, screendaily.com, 1. Juli 2021 Als Intimitätskoordinatorin war Philine Janssens tätig.Astrid Ebenführer, "Selling Sex"-Regisseurin Dehne: "Gibt noch immer Hass gegenüber Prostituierten", derstandard.de, 28. August 2026 Die Serie wurde in Belgien gedreht.
Aufführung Die ersten vier Folgen wurden am 28. Juni und 2. Juli 2026 im Rahmen des Filmfest München gezeigt.Selling Sex - Weltpremiere: Eine klischeefreie und differenzierte Serie über Sexarbeit, filmfest-muenchen.de Die lineare Fernseherstausstrahlung war in der Nacht vom 28. auf den 29. August 2026 im ARD-Programm Das Erste, alle sechs Folgen wurden am Stück ausgestrahlt.Timo Niemeier, Serien über Hooligans und Sex bald in der ARD-Mediathek, dwdl.de, 3. Juli 2026 Als Hauptverwertungsweg ist die ARD Mediathek vorgesehen, wo die Serie seit dem 28. August 2026 bereitsteht.
Kritik In mehreren Zeitungen erschienen Kritiken, die sich kaum mit der Serie als solcher beschäftigten, sondern diese lediglich als Aufhänger für Meinungskommentare für oder gegen Sexarbeit nutzten und die teils als realistisch, teils als zu positiv wahrgenommene Darstellung derselben hervorhoben. Tatsächlich mit der Serie beschäftigten sich Kritiken auf epd Film sowie auf Tittelbach.tv:
Auf epd Film kritisierte Noemi Ehrat: „»Selling Sex« hätte gut daran getan, sich mehr Zeit für die einzelnen Figuren und ihre Beweggründe zu nehmen. Stattdessen hechtet die Serie vom Junggesellenabschied zum Alpenhotel, von Nellys Arbeit zu Bonnies Datingerfahrungen. Und es entsteht der Eindruck, dass die Serie gar nicht so recht weiß, was sie erzählen will.“Noemi Ehrat, ARD-Mediathek: »Selling Sex«, epd-film.de, 28. August 2026
Ausführlicher und deutlich positiver fiel die Kritik von Rainer Tittelbach auf Tittelbach.tv aus, der 5½ von 6 Sternen vergibt und seine Kritik so zusammenfasst: „Die exzellent inszenierte Serie setzt weder plump auf das „Sex Sells“-Prinzip, noch biegt diese dreistündige Dramedy dramaturgisch irgendwo falsch ab. Beides ist die Voraussetzung dafür, dass die Autorinnen/Regisseurinnen Miriam Dehne und Marie C. König sowie Koautorin Hannah Schopf ihr kluges Konzept bis zum cleveren Ende (eine Art feministische Meta-Lösung!) durchziehen können. Psychologische Konflikte dominieren, auf äußerlich aufgesetzte wird vollständig verzichtet, angespannte Situationen mit den Kunden lösen sich kultiviert auf. Die Besetzung der Hauptrollen ist geradezu perfekt.“Rainer Tittelbach, Selling Sex, tittelbach.tv
Weblinks
Selling Sex, degeto.de
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie (Das Erste) Kategorie:Prostitution im Film Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre