Der Berkheimer See (historisch auch Berkheimer Weiher) ist ein künstlich angelegtes Gewässer im Stadtteil Berkheim der baden-württembergischen Stadt Esslingen am Neckar. Der bereits im 19. Jahrhundert als Feuersee genutzte Weiher diente der Löschwasserversorgung und ist spätestens seit 1894 bildlich dokumentiert. In den 2010er Jahren wurde der See aufwändig saniert und verkleinert, so dass er auch heute noch als lokaler Erholungsort dienen kann.
Geschichte Erste Erwähnungen links|alt=Fotografie des Berkheimer Weihers, aus dem Jahr 1894|mini|hochkant|Berkheimer Weiher, 1894Bereits früher bestand in Berkheim ein See bzw. ein Feuersee. Die örtliche Feuerwehr berichtet über ein solches Gewässer im historischen Oberdorf. Dieser See diente damals zusammen mit Bächen und Brunnen zur Brandbekämpfung. So konnte man hieraus Wasser mit Eimern entnehmen und es durch eine Menschenkette an den Brandplatz transportieren.
Eindeutige Quellen, dass es sich hierbei um genau diesen See handelt, gibt es allerdings nicht.
Sicher ist nur, dass der See, damals noch bekannt unter dem Namen Berkheimer Weiher, seit mindestens 1894 besteht. Hier findet man eine erste Fotografie, die das Bestehen des Sees an der heutigen Stelle dokumentiert.
Sanierung Der Berkheimer See, wie er heute zu finden ist, hat allerdings eine andere Form als noch vor einigen Jahren. Einst war der See ungefähr doppelt so groß, was sich an dem Foto von 1894 deutlich zeigt. Der Wasserspiegel liegt deutlich über dem heutigen.
In den 2010er Jahren änderte sich dies allerdings, als der Wasserspiegel drastisch sank. Der Grund hierfür war, dass die Teichfolie undicht geworden war und ein Teil des Wassers versickerte.
Schließlich entschied man sich dafür, den See in einer kleineren Form neu anzulegen. So konnte man ein weiteres Auslaufen des Wassers verhindern, da der größere Abstand zu den Bäumen, die Teichfolie vor den Wurzeln schützt.
Ökologie alt=Sumpf-Schwertlilien, wie sie am Berkheimer See gepflanzt wurden|mini|hochkant|Sumpf-Schwertlilien Der Berkheimer See bildet ein empfindliches Ökosystem, das für Kleingewässer typisch ist. Das ökologische Gleichgewicht wird primär durch den Zulauf frischen Quellwassers stabilisiert. Aufgrund der geringen Tiefe des Sees und dem hohen Nährstoffeintrag neigt der das Gewässer in Sommermonaten zur Eutrophierung.
Flora Landpflanzen Nach der Umgestaltung des Berkheimer Sees (siehe Abschnitt Sanierung) wurde das nun entstandene Seeufer neu gestaltet. Hierbei setzte man auf eine naturnahe Vegetation. So schmücken beispielsweise Sumpf-Schwertlilien das Seegelände.
Wasserpflanzen mini|Seerosen, Sydney (Australien) Auch auf beziehungsweise im Wasser kann man viele Pflanzen entdecken. So bedecken zahlreiche Blätter und Blüten der Seerosen, deren Wurzelstöcke (Rhizome) fest am Grund des Sees sitzen, die Wasseroberfläche. Der Berkheimer See erfüllt für die Bildung der Seerosen die optimalen Bedingungen, da es nur einen kleinen Zufluss in Form eines Bachs gibt und das Wasser im See aus diesem Grund steht, was es der Seerose möglich macht, sich am Grund zu verwurzeln.
Neben den Seerosen befinden sich im Wasser vor allem auch verschiedene Wasserpflanzen, die Nährstoffe aufnehmen und somit dem Algenwachstum entgegenwirken. Die hohe Nährstoffkonzentration, die sich trotzdem im See befindet liegt insbesondere daran, dass sich die Wasserpflanzen nach der Sanierung des Sees noch in der Entwicklung und im Wachstumsprozess befinden.
Algenentwicklung mini|hochkant|Algenteppich, Brühl Die erhöhte Nährstoffkonzentration führt in den warmen Monaten zu einer starken Entwicklung von fädigen Grünalgen. Diese bilden am Gewässergrund Algentuffs, die durch photosynthetisch gebildeten Sauerstoff Auftrieb erhalten und schließlich als Algenteppiche auf der Wasseroberfläche schwimmen. Man versuche zwar, dem entgegenzuwirken, indem die Stadt Esslingen sie immer wieder absaugt, allerdings kommen immer wieder Neubildungen vor.
Denn die Algen bilden eine große Gefahr für das Ökosystem des Gewässers. Sobald Algenteppiche, die stark wuchern, absterben und zum Seegrund sinken, werden sie dort von Mikroorganismen zersetzt. Doch hierbei wird lebenswichtiger Sauerstoff für die Fische und Pflanzen verbraucht, was zur Folge hat, dass diese absterben.
Doch die Stadt Esslingen unternimmt noch weitere Maßnahmen gegen das Absterben der Fische und Pflanzen, zusätzlich zum Abfischen der Algenteppiche. Einen hilfreichen Beitrag leisten zwei Solarsprudler, die dem Wasser zusätzlichen Sauerstoff geben. Außerdem werden Teichmuscheln eingesetzt, um das Wasser zu filtern, doch auch die Fische selbst sorgen für eine gute Wasserqualität. In Berkheim hat man gezielt auf einen algenfressenden Fischbestand gesetzt, der dem Wasser viele Nährstoffe entzieht.
Fauna Vögel (Avifauna) mini|Teichhuhn, Frankreich
Besonders im Fokus stehen die Teichhühner, auch Teichrallen genannt. Das besondere an ihnen ist, dass sie in Deutschland unter der Vorwarnstufe der Roten Liste gefährdeter Arten geführt werden. Am Berkheimer See profitieren sie von der dichten, naturnahen Uferbepflanzung, um ihren Nachwuchs großzuziehen.
Fische (Ichthyofauna) Auch Fische werden zahlreich erwähnt und sind am See zu finden. Allerdings ist nicht sicher, um welche genauen Arten es sich handelt. Trotzdem lassen sich die Fische in drei unterschiedliche Kategorien einteilen.
Nutzfische zur Bioregulation Wie im Abschnitt Algenentwicklung erwähnt, ist ein Teil des Fischbestands algenfressend, um dem Wasser Nährstoffe zu entziehen und dem Algenwachstum entgegenzuwirken.
Kleinfisch-Mischpopulation Offiziellen Beobachtungen des Grünflächenamts zufolge befinden sich im See „kleine Fische“. Spezifische Arten werden hierbei nicht erwähnt, es handelt sich um standorttypische, kleine Fische.
Invasive/Ausgesetzte Arten (Neozoen) Ein großes Problem für das Ökosystem sind (vom Menschen) ausgesetzte Zierfische. Es kommt immer öfter vor, dass Zierfische, wie Goldfische oder Karpfen, in örtlichen Gewässern ausgesetzt werden, was jedoch eine große Belastung darstellt. Denn auch diese bedingen eine höhere Nährstoffkonzentration durch die Ausscheidungen.
Wirbellose Zur Reinigung des Wassers befinden sich auch ganz besondere Wirbellose im See: Teichmuscheln.
Die Muscheln nehmen kontinuierlich Wasser in sich auf. Dabei werden Algen, Mikroorganismen und andere Stoffe, die dem See schaden, in der Muschel herausgefiltert. Das gereinigte Wasser geben sie dann wieder ab.
Anbindung Der See ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto oder dem ÖPNV zu erreichen. Der See liegt etwa 350 Meter vom Berkheimer Stadtzentrum entfernt. Über die Straße „Am Ziegelbrunnen“ kann man den See mit dem Auto erreichen, auch die Bushaltestelle „Berkheim, See“ liegt hier, die die Linien 113, 138 und N13 des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen am Neckar bedienen.
Weblinks Zustand Berkheimer See Stadt Esslingen am Neckar
Einzelnachweise
Kategorie:See im Landkreis Esslingen Kategorie:Geographie (Esslingen am Neckar)