Die Schlacht bei Kosulitschi fand am 13. Februar 1664 während des Russisch-Polnischen Krieges 1654–1667 statt.

Vorbereitung Nach der erfolglosen Belagerung von Hluchiw begann die Führung des polnisch-litauischen Heeres, die nächsten Schritte zu beraten. Übertriebene Berichte über die heranrückenden Truppen der Fürsten Tscherkasski und Dolgoruki auf der einen sowie Romodanowski und Brjuchowezkyj auf der anderen Seite zwangen das polnische Kommando, defensive Maßnahmen zu ergreifen.

Die dringendste Aufgabe bestand darin, die beiden Heere, das polnische Kronheer und das litauische Heer, zu vereinigen, da beide getrennt einer großen Gefahr ausgesetzt waren. Johann II. Kasimir brach am 9. Februar von Hluchiw auf und schlug nach einem fünftägigen Marsch sein Lager bei Sewsk auf, zwei Meilen vom Lager des litauischen Heeres entfernt.

Nach dem Zusammenschluss mit den litauischen Truppen fand am 18. und 19. Februar eine zweitägige Beratung der Heerführer und Senatoren statt. Sie war einberufen worden, um endgültige Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Feldzuges zu treffen. Unter den Anwesenden zeichneten sich vier unterschiedliche Positionen ab:

die Fortsetzung des Krieges ohne Unterbrechung der militärischen Operationen, die Verschiebung der Offensive bis zum Frühjahr, den Rückzug des Kronheeres in seine Quartiere in Polesien sowie die Stationierung der litauischen Truppen zwischen Dnepr und Desna; der König selbst sollte in Oster verbleiben, die Einstellung der Operationen, jedoch ohne Rückzug der Truppen, die stattdessen entlang des Grenzstreifens einquartiert werden sollten, schließlich die Forderung nach der Rückkehr des Königs ins Land.

Der entschiedenste Befürworter einer Fortsetzung der militärischen Operationen war Johann II. Kasimir selbst.

Der angenommene Plan stellte einen Kompromiss zwischen der ersten und der dritten Position dar. In das feindliche Land wurde ein 10.000 Mann starkes Korps unter dem Kommando von Bidziński und Połubiński entsandt. Ihnen wurden außerdem 3000 Tataren sowie mehrere Tausend Kosaken zugeteilt. Die übrigen Truppen sollten inzwischen entlang der Grenze stationiert werden, während der König beabsichtigte, seinen Aufenthalt in Nowgorod-Sewerski, Starodub oder gegebenenfalls in Mahiljou zu nehmen. Das endgültige Ziel des Streifzuges von Bidziński und Połubiński war Starodub.Adam Kersten S. 580–582Jerzy Maroń S. 85

Die Schlacht Die polnischen Truppen trafen in der Schlacht bei Kosulitschi auf eine russische Abteilung unter dem Kommando von Iwan Prozorowski, die die Vorhut eines größeren Heeres von Jakow Tscherkasski bildete. Nachdem Prozorowski von Gefangenen erfahren hatte, dass das polnisch-litauisch-krimtatarische Heer zahlenmäßig überlegen war, entschloss er sich, eine größere Schlacht zu vermeiden, und zog seine Truppen schließlich nach Karatschew zurück. Der Rückzug erfolgte in voller Gefechtsordnung, und wie die spätere Teilnahme seiner Abteilung an weiteren Gefechten, insbesondere an der Schlacht bei Drokow, zeigt, erlitt sie dabei keine schweren Verluste.

Polubinski erfuhr von Gefangenen über das heranrückende Heer Jakow Tscherkasskis. Er gelangte nur bis zur Sasechnaja Tscherta und wandte sich anschließend nach Westen in Richtung der litauischen Grenze. Seine Leute verwüsteten mehrere Landkreise und führten mehrere Tausend Gefangene mit sich fort.

Folgen Inzwischen rückten die polnisch-litauischen Hauptstreitkräfte auf Nowgorod-Sewerski vor. Bereits am 23. Februar warnte Jan Sapieha, dass Romodanowski auf Woronez marschiere, und schlug vor, ihm zuvorzukommen, die Stadt zu besetzen und sich dort einschließen zu lassen, bis der Rest des Heeres eingetroffen wäre. Johann II. Kasimir billigte den Plan des Feldschreibers, doch wurde er durch Romodanowski selbst vereitelt, der sich in Woronez festsetzte, noch bevor Sapieha dort eintreffen konnte. Dennoch wurde auf einer Beratung am 25. Februar beschlossen, gegen die feindlichen Truppen vorzurücken und sie zu einer Schlacht zu zwingen. Zu dieser kam es schließlich in der Nacht vom 29. Februar auf den 1. März.Adam Kersten S. 583

Literatur Adam Kersten: "Stefan Czarniecki 1599–1665", Lublin 2005. Jerzy Maroń: "Kampania Zadnieprzańska Jana Kazimierza", Toruń 1998. Babulin, I. B.: "Die Verteidigung von Hluchiw gegen die polnische Armee König Jan Kasimirs im Jahr 1664", Slawisches Almanach (Slawjanski Almanach), 2019, Heft 1–2, Moskau 2019.

Einzelnachweise

Kossulitschi Kategorie:Belagerung im Russisch-Polnischen Krieg 1654–1667 Kategorie:Konflikt 1664 Kategorie:Oblast Orjol