Ernst Weber (* 30. November 1921; † 26. Mai 1994) war ein deutscher Politiker der SPD und von 1972 bis 1981 Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück.

Leben und Politik Weber stammte aus einer Arbeiterfamilie. 1956 wechselte er vom Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk zur IG Metall. Er war dort zunächst als Gewerkschaftssekretär und von 1974 bis 1985 als 1. Bevollmächtigter tätig. Er gehörte seit 1953 der SPD an und wurde am 21. November 1972 zum Oberbürgermeister von Osnabrück gewählt. Er folgte auf Willi Kelch, der ebenfalls der SPD angehörte. Weber übte das Amt bis 1981 aus; sein Nachfolger wurde der CDU-Politiker Carl Möller.

Am 27. Mai 1973 wurde durch Weber das Osnabrücker Nettebad eröffnet.

Im Oktober 1973 übergab Weber die neu eingerichtete Fußgängerzone in der Großen Straße der Öffentlichkeit.

Ab 1974 führte er zudem Gespräche mit der Familie Richter über den Erwerb eines ehemaligen Lagerhauses in der Altstadt; die Stadt erwarb das Gebäude Ende 1974, wodurch die Grundlage für das später dort eingerichtete soziokulturelle Zentrum Lagerhalle geschaffen wurde.

Am 9. April 1974 besuchte Bundeskanzler Willy Brandt Osnabrück, wo er von Weber empfangen wurde. Zu Brandts Begleitung gehörte auch sein persönlicher Referent Günter Guillaume, der am 24. April 1974 als DDR-Spion enttarnt wurde.

Am 13. November 1980 übergab Weber das neu errichtete Schulzentrum Sebastopol seiner Bestimmung.

Weber war Ehrenmitglied des Kleingärtnervereins Süd e.V. in Osnabrück.

Ernst Weber engagierte sich als Vorsitzender der Felix-Nussbaum-Gesellschaft. Er setzte sich früh dafür ein, das Erbe des im Holocaust ermordeten jüdischen Malers Felix Nussbaum in dessen Geburtsstadt Osnabrück angemessen zu würdigen, so unter anderem durch den Aufbau der Nussbaum-Sammlung. Dieses Engagement legte den Grundstein für die spätere Errichtung des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück.

Zu Webers 60. Geburtstag im Jahr 1981 wurde der „Ernst-Weber-Fonds“ zur Förderung von Kunst und Kultur, der Jugend- und Altenhilfe gegründet.

Weber starb am 26. Mai 1994. Er hatte bis dahin 33 Jahre lang dem Rat der Stadt Osnabrück angehört. Nach seinem Tod rückte der SPD-Politiker Christian Kleiminger als erste Ersatzperson auf der Wahlliste für das frei gewordene Ratsmandat nach. Er verzichtete jedoch auf das Mandat, da er sich bereits für ein Rechtsreferendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts Rostock entschieden hatte.

Nach Weber wurde die Ernst-Weber-Straße im Osnabrücker Stadtteil Kalkhügel benannt.

Einzelnachweise

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