Der Goldschnabelsaltator (Saltator aurantiirostris) manchmal auch Lachsschnabelsaltator ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die in Peru, in Chile, in Bolivien, in Brasilien, in Paraguay, in Uruguay und in Argentinien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Goldschnabelsaltator erreicht eine Körperlänge der Männchen von ca. 19,0 bis 20,5 cm und der Weibchen von 31,1 bis 44,8 cm bei einem Gewicht von ca. 38,0 bis 54,3 g. Das Männchen hat einen schwärzlichen vorderen Oberkopf, eine Färbung, die am Oberkopf und am Nacken ins Grau übergeht. Das Kinn und die Kehle sind weiß, die Zügel, das Gesicht, die Ohrdecken und die Ränder der Kehle an der oberen Brust sind schwarz. Die Oberseite, einschließlich der Flügeloberseiten und dem Schwanz sind grau. Die äußeren Steuerfedern sind ohne weiße Spitze oder an den Äußersten nur mit sehr geringen Spitzen. Die Unterseite unterhalb des schwarzen Brustbands ist rein grau, am oberen Bauch in ein helles Ocker und im Bereich um die Kloake in ein kräftigeres Ocker übergehend. Die Iris ist mittel- bis dunkel braun, der Schnabel orange und die Beine dunkel braun oder bleigrau. Beim Weibchen hat der Schnabel einen dunklen Hauch, das Schwarz am Kopf und am Gesicht ist durch ein mattes bräunliches Schwarz ersetzt. Der Überaugenstreif und das Kinn ist weißlich gelblich ockerfarben, das Brustband kaum oder gar nicht ausgeprägt. Jungvögel ähneln dem Weibchen, weisen jedoch ein Kopfgefieder auf, das weitgehend dem des Männchens gleicht. Ihnen fehlt das Brustband, und der Schnabel ist dunkel mit einer matt gelblichen Spitze an beiden Schnabelhälften.David Brewer (2020)

Lautäußerungen Der Gesang des Goldschnabelsaltators ist eine laute explosive Abfolge gepfiffener musikalischer Phrasen, die wie twi-tschou tou-swi? klingt, mit einer Betonung der letzten Silbe. Zu seinen Rufen gehört ein metallisch klingendes tschip oder tsäk sowie ein rrr-Alarmruf.

Fortpflanzung Die Brutsaison des Goldschnabelsaltators ist in Argentinien von November bis Januar, selten im Oktober. In Uruguay brütet er von Oktober bis Januar. Aus Peru wurden flügge Jungtiere im Juni gemeldet, aus Bolivien im Februar und März. Alle bekannten Daten stammen fast ausschließlich aus argentinischen Studien. Das Nest ist ein napfförmiges Gebilde aus Stroh, Stängeln und Flechten, ausgekleidet mit feinen Wurzeln und Blättern. Es hat einen Außendurchmesser von 10 bis 15 Zentimeter, einen Innendurchmesser von 7 bis 9 Zentimeter und eine Gesamttiefe von 7 bis 12 Zentimeter. Dieses wird in einer Höhe von 1,2 bis 3,7 Meter in einem Strauch oder Gebüsch platziert und ist oft halb von Kletterpflanzen verborgen. Häufig wird es in Celtis spinosa, Geoffroea decorticans oder ähnlichen Gewächsen gebaut. Ein Gelege besteht aus zwei bis drei blaugrünen Eiern mit schwarzen Flecken, Strichen und Linien, die sich besonders am stumpfen Ende konzentrieren und dort bisweilen einen Ring bilden. Die Brutdauer ist 14 Tage. Nestlinge werden nach 17 bis 18 Tagen flügge.

Verhalten und Ernährung Nur eine einzige quantitative Studie zur Ernährung des Goldschnabelsaltators wurde in einem Tieflandhabitat der Provinz Santa Fe durchgeführt. Die Nahrung bestand aus einer großen Menge an Samen, insbesondere von Solanum amygdalifolium, sowie verschiedenen Insekten wie beispielsweise Acromyrmex, Käfern, Schnabelkerfen und Zweiflüglern. Meist ist er paarweise unterwegs.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Goldschnabelsaltators (grün) Der Goldschnabelsaltator bevorzugt Gebirgsgebüsch, Feldränder, Gärten, Chaco-Wälder und so weiter. Im Süden Brasiliens, in Argentinien und Uruguay ist er in Höhenlagen bis fast auf Meereshöhe verbreitet. Die Andenpopulationen kommen in 1500 bis 3800 Meter Höhe vor.

Unterarten Es sind folgende Unterarten anerkannt: Saltator aurantiirostris iteratus , 1927Frank Michler Chapman (1927), S. 3. kommt in den Anden des nördlichen Peru in den Regionen Cajamarca, Amazonas, La Libertad, und Ancash vor. Bei der Unterart ist das Brustband gut ausgeprägt, die Kehlregion cremeweiß, die beiden äußeren Steuerfedern weisen schmalere weiße Spitzen auf und der Schnabel ist klein. Saltator aurantiirostris albociliaris ( & , 1861)Rudolph Amandus Philippi u. a. (1861), S. 611–612. ist in den Anden Perus in den Regionen Ancash und Huánuco bis ins nördliche Chile in der Provinz Arica verbreitet. Die Subspezies ähnelt S. a. iteratus, doch beschränkt sich das Weiß an der Kehle auf einen mittigen Streifen, der sich über Kinn und Kehle erstreckt. Saltator aurantiirostris hellmayri & , 1939James Bond u. a. (1939), S. 2–612. kommt in den Anden Boliviens im Departamento La Paz östlich und südlich bis ins Departamento Santa Cruz sowie südlich bis ins Departamento Potosí und den nördlichen Teil des Departamento Tarija vor. Die Unterart ähnelt der Nominatform ist jedoch auf der Oberseite dunkler grau mit einem sehr schwachen Olivton. Die Federn des Oberkopfs sind frisch schwarz gespitzt, der Überaugenstreif ist reinweiß, die Ohrdecken des Weibchens sind dunkler, die Brust und der Bauch blasser und grauer, die äußeren Steuerfedern haben weiße Spitzen. Saltator aurantiirostris aurantiirostris , 1817Louis Pierre Vieillot (1817), S. 103. ist im südlichen Bolivien über Paraguay, Uruguay, das südliche Brasilien und das nördliche Argentinien verbreitet. Saltator aurantiirostris parkesi , 1990Jose Maria Cardoso da Silva (1990), S. 172–174. kommt im südlichen Brasilien über Uruguay bis ins nordöstliche Argentinien vor. Die Subspezies ähnelt S. a. aurantiirostris weist jedoch einen warm beigefarbenen Überaugenstreif auf. Saltator aurantiirostris nasica & , 1922Alexander Wetmore u. a. (1922), S. 45–46 ist im westlichen zentralen Argentinien in den Provinzen La Rioja, Mendoza und dem westlichen Gebiet von La Pampa verbreitet. Der Unterart fehlen den Steuerfedern die weißen Spitzen, und der Schnabel ist größer als bei der Nominatform.

Migration Der Goldschnabelsaltator gilt als Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Goldschnabelsaltators erfolgte 1817 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Saltator aurantii rostris. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an. Er bezog sich dabei auf Habia de la pico naranjadoFélix de Azara (1802), S. 349–350. von Félix de Azara. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die neue Gattung Saltator ein.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 32.Die Gattung wurde für den Buntkehlsaltator (Saltator maximus (, 1776)) eingeführt. Das Wort leitet sich von ab.Saltator The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname aurantiirostris ist ein Wortgebilde aus und .aurantiirostris The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Hellmayri ist Carl Eduard Hellmayr gewidmet, parkesi Kenneth Carroll Parkes. Nasica hat seinen Ursprung in nasica The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, iteratus in iteratus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und albociliaris in und .albociliaris The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Er betrachtete Saltator aurantiirostris aurantiirostris als Unterart für das Land. In der Literatur sah er in Fortín Page am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 125 und in Waikthlatingmayalwa im Gran ChacoJohn Graham Kerr (1901), S. 223. durch John Graham Kerr sowie am Río MondayArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 64. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 125.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Tangaren