Ermgardis von Arnsberg war die zweite Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Aegidii in Münster. Als Äbtissin ist sie urkundlich für die Jahre 1209 und 1217 belegt.
Leben Nach Wilhelm Kohl entstammte sie mit großer Sicherheit dem gräflichen Haus Arnsberg. Ihr Vater war danach Graf Heinrich II. von Arnsberg, der von 1175 bis 1217 bezeugt ist. Dieser war mit einer Ermgardis unbekannter Herkunft verheiratet.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 275 Eine andere Herkunft nimmt dagegen Peter Veddeler an. Danach war sie die Tochter von Graf Otto I. von Bentheim und seiner Frau Alveradis von Arnsberg. Er argumentiert, dass sie 1217 als .Ermengardis e Comitibus Benthernii" in der Urkunde genannt wurde.Peter Veddeler: Die mittelalterlichen Grafen von Bentheim. Ein Beitrag zur Genealogie des Bentheimer Grafenhauses (Teil 1). In: Osnabrücker Mitteilungen. Jf. 115/2010 S. 49f
Über die frühen Lebensjahre Ermgardis' ist nichts bekannt. Erstmals erscheint Ermgardis 1209 urkundlich als Äbtissin von St. Aegidii. Zugleich ist dies die erste sichere urkundliche Nennung einer Äbtissin des Klosters. Von ihrer Vorgängerin ist ein entsprechendes urkundliches Auftreten nicht bekannt. Im selben Jahr ist erstmals ausdrücklich von der Versorgung der neuen Klostergemeinschaft die Rede; außerdem schenkte Bischof Otto I. dem Kloster Zehnten.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 42 In einer Urkunde von 1209 handelte Ermgardis in einer Hörigenangelegenheit als Äbtissin allein, ohne dass der Konvent genannt wurde. Bei späteren Urkunden wurden dagegen Äbtissin, Konvent und zum Teil auch der Propst gemeinsam genannt.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 104
Im Jahr 1217 wird sie ausdrücklich als „zweite Äbtissin“ von St. Aegidii bezeichnet. In der betreffenden Urkunde ging es um eine Messstiftung des Priesters Landolf in Höhe von jährlich 30 Schilling. Mit Zustimmung des Priesters Lüdiger, des Gründers der Kirche St. Aegidii, des Propstes Crisanthus, der Äbtissin Ermgardis und des Kirchspiels wurden Landolf 24 Pfennige aus dem Zehnten zu Elverthe aus dem Hause Walters von Lüdinghausen angewiesen. Landolf überließ diese Einkünfte wiederum der Äbtissin zum Kauf von Wein, Weißbrot und Fisch am Jakobstag.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 459
Kohl nennt darüber hinaus mehrere Memorialeinträge für Ermgardis. Im Freckenhorster Nekrolog ist sie zum 21. März verzeichnet; im Borghorster Nekrolog erscheint eine Äbtissin Ermengardis mehrfach, unter anderem am 24. März und 7. September. Ein sicher bestimmbares Todesjahr lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 275f.
Einzelnachweise
Literatur Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 275f.
Kategorie:Äbtissin Kategorie:Zisterzienserin Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Cuyk (Linie Arnsberg) Kategorie:Person des Christentums (Münster) Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert Kategorie:Frau