Ludwig Stark (* 25. November 1911 in München; † 2. August 1995 ebenda) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer und Mitglied der Hartwimmer-Olschewski-Widerstandsgruppe.
Leben Stark war verheiratet und hatte zwei Kinder. Nach seiner Maurerlehre fand er 1928 keine Anstellung, ging 1929 auf Wanderschaft bis nach Dänemark und Holland, kehrte 1931 nach München zurück und war erneut arbeitslos. Stark war im Arbeitersport aktiv und wurde 1932 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband KJVD und der Naturfreundejugend.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten half er bei der Verteilung illegaler Publikationen. Zusammen mit den Genossen Franz Scheider und Sebastian Steer druckte er ab dem 17. August 1933 in einer Waschküche im Keller im Haus Rottenbucher Straße 25 in München etwa tausend Exemplare der siebten Ausgabe der KPD-Publikation Neue Zeitung. Das Trio wurde am 19. August 1933 von der Polizei wahrscheinlich aufgrund einer Denunziation festgenommen und Stark vierzehn Tage lang im Polizeigefängnis in der Ettstraße so schwer gefoltert, dass er einen Selbstmordversuch unternahm. Anschließend wurde er im KZ Dachau bis zu seinem Prozess inhaftiert. Das Oberlandesgericht München verurteilte Stark am 15. Mai 1934 wegen der „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis, die er in München-Stadelheim verbringen musste. Nach Verbüßung seiner Strafe wurde er vom August 1935 bis Mai 1936 erneut im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Freilassung arbeitete er als Maurer bei Baufirma Held & Franke und nahm erneut Kontakt zu seinen Genossen auf. Zu Kriegsbeginn 1939 wurde er Mitglied der Hartwimmer-Olschewski Widerstandsgruppe und versuchte, neue Mitglieder zu gewinnen.
1940 wurde Stark zu den Gebirgsjägern Mittenwald eingezogen und war in Frankreich im Kriegseinsatz. Dort erlitt er eine schwere Kopfverletzung, erblindete am rechten Auge und wurde im Krankenhaus Frankfurt und im Hirnverletztenheim Schwabing behandelt. Er wurde nach Enttarnung der Widerstandsgruppe am 9. Februar 1942 erneut festgenommen. Wegen seiner Verletzung konnte sein Fall im Prozess des Volksgerichtshofes gegen die Münchner Gruppenmitglieder nicht verhandelt werden. Am 14. Juli 1944 wurde Stark vom Volksgerichtshof in Berlin unter Vorsitz von Roland Freisler zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, erneut in das KZ Dachau verbracht und zur Zwangsarbeit in das KZ Mauthausen und dann in das Außenlager Wien-Floridsdorf deportiert. Nach der Räumung des Lagers überlebte Stark den Todesmarsch ins KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz, kam Anfang Mai 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft und kehrte nach seiner Freilassung nach München zurück.
Er arbeitete zehn Jahre als Sachbearbeiter im Wohnungsamt München und war anschließend bis zu seiner Pensionierung im Baureferat, Abteilung Stadtentwässerung tätig. Stark engagierte er sich vor allem in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und führte etliche Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau durch.
Literatur Marion Detjen: Zum Staatsfeind ernannt. Widerstand, Resistenz und Verweigerung gegen das NS-Regime in München. Buchendorfer Verlag, München 1998, ISBN 3-927984-81-7. Heike Bretschneider: Widerstand gegen den Nationalsozialismus in München 1933–1945. Miscellanea Bavarica Monacensia, Heft 4. Stadtarchiv München, 1968.
Einzelnachweise
Kategorie:Verurteilte Person (NS-Opfer) Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Kommunistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Person (Münchner Geschichte) Kategorie:Mitglied der VVN-BdA Kategorie:Häftling im KZ Dachau Kategorie:Häftling im KZ Mauthausen Kategorie:München in der Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann