Sanctuary ist das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Evanescence. Es wurde am 5. Juni 2026 über BMGEvanescence announce new album ‘Sanctuary’ with dramatic single ‘Who Will You Follow’, nme.com/Columbia Records veröffentlicht.

Geschichte Die Band arbeitete über drei Jahre an dem Album. Wie beim Vorgänger The Bitter Truth wirkte Nick Raskulinecz an der Produktion mit, diesmal jedoch unterstützt unter anderem vom Produzententeam bestehend aus Jordan Fish und Zakk Cervini, die für ihre Modern-Metal-Produktionen bekannt sind und den Songs einen druckvollen, modernen Klang mit einigen elektronischen Elementen verliehen, etwa mit Einflüssen von Bands wie Bring Me the Horizon.

Als erste Single wurde Afterlife ausgekoppelt, gefolgt von Fight Like a Girl – das auf der Japan-Edition enthalten ist – und Who Will You Follow. Stil Sanctuary kombiniert die für Evanescence charakteristische Verbindung von Alternative Metal mit einer düsteren der Schwarzen Szene nahe gestellten Atmosphäre und melodisch-dramatischen Arrangements. Rezensenten verweisen derweil auf eine deutlich stärkeren Hinwendung zu elektronischen Klängen und härteren Metal-Passagen. Neben druckvollen Gitarrenriffs und einem insgesamt härteren Klangbild prägen Piano, Streicher und orchestrale Arrangements sowie elektronische Klangflächen die Stücke. Amy Lees zwischen fragilen und kraftvollen Passagen wechselnder Gesang bleibt dabei ein wesentliches stilprägendes Element.

Während die Band auf früheren Veröffentlichungen insbesondere mit Nu Metal, Alternative und symphonischen Elementen verbunden wurde, greift die Gruppe für Sanctuary die verschiedenen Einflüsse erneut auf. Besprechungen heben insbesondere die Rückkehr zu härteren Gitarren und eine an Nu Metal erinnernde Rhythmus- und Riffästhetik hervor. Trotz des Verweis auf Korn als Vergleichsgröße einzelner Stücke wird das Album nicht vollständig diesem Genre zugeordnet. Der eigenständige Stil der Band mit düsterer, melodischer und emotional stark aufgeladener Grundstimmung würde fortgeführt und um zeitgenössische elektronische Produktionselemente, die unter anderem auf die Einflüsse von Jordan Fish (Bring Me the Horizon) und Zakk Cervini zurückgeführt wurden, erweitert. Als charakteristisch gelten Dynamik und Kontrast zwischen zarten, atmosphärischen Passagen und kraftvollen, teilweise aggressiven Riffs. Die Produktion verbindet synthetische Klanglandschaften mit organisch wirkenden Instrumentalarrangements und einer organischen Dynamik zwischen ruhigen und schweren Abschnitten. Stilistisch steht das Album damit zwischen Alternative Metal, symphonisch geprägtem Rock und Metal, einer modernen Gothic-Ästhetik und Elementen des Nu Metal, wobei die Einflüsse je nach Stück unterschiedlich stark hervortreten.

Titelliste Beautiful Lie – 4:11 Tell Me When You’ve Had Enough – 3:19 Who Will You Follow – 3:55 Rapture – 3:26 Afterlife – 4:09 Sanctuary – 4:18 How Do I Heal – 3:49 About Us – 4:50 Calm Down – 4:18 Self Destruct – 3:54 Forever Without You – 5:15 Wide Open Heart – 3:36

Rezeption Kritiken Das Album erhielt mehrheitlich positive Kritiken. Kerrang schrieb: „Sure, there are certain experiments here like Calm Down that take the electronic glitches too far, while Self Destruct should have been kept as a curio, but you’d still rather see a band of this standing act push itself than stand still. It whets the appetite for September’s big UK arena shows, more rare treats from one of the most treasured acts in our world.“ („Sicher, es gibt hier bestimmte Experimente wie Calm Down, das die elektronischen Ausflüge zu weit führt, während Self Destruct als eine Rarität genommen werden sollte, aber man sollte eine Band von dieser Größenordnung besser sich selbst pushen als stillstehen sehen. Es regt den Appetit für die britischen Arena-Shows im September an, mehr seltene Leckereien von einer der meistgeschätzten Bands auf unserer Erde.“) Vier von fünf Punkten wurden vergeben. Sven Kabelitz von Laut.de vergab drei von fünf Sternen. Man müsse schon einen gewissen Hang zur Theatralik mitbringen, um Sanctuary an sich etwas abzugewinnen. Habe man sich nach dem ersten brachialen Schock auf Grund des hoffnungslos gestrigen Klangs erst einmal wieder in der Vergangenheit eingefunden, lebe es sich hier eigentlich ganz angenehm. Die Hoffnung auf irgendeine Art von Innovation sollte man jedoch begraben. Der melodramatische Klang und die oft zu formelhaften Lieder würden auf die radikalste Weise das Gestern feiern. Dennoch verwalte sich die Band hier nicht einfach selbst, sondern wolle sich spürbar wieder etwas beweisen.

Chartplatzierungen Sanctuary stieg am 12. Juni 2026 auf Rang fünf der deutschen Albumcharts ein, was zugleich die beste Platzierung darstellte. Das Album konnte sich fünf Wochen am Stück in den Charts platzieren, eine davon in den Top 10. Die letzte Platzierung verzeichnete das Album in der Chartwoche vom 10. Juli 2026. Sanctuary wurde für die Band zum achten Chartalbum in Deutschland sowie zum sechsten Top-10-Erfolg. Darüber hinaus erreichte das Album in der ersten Verkaufswoche Rang zwei der deutschen Popcharts, wo es sich lediglich Niall Horans Dinner Party geschlagen geben musste.

Außer in Deutschland, erreichte das Album ebenfalls Top-10-Platzierungen in Australien (Rang 2), Neuseeland (Rang 5), Österreich (Rang 6), Belgien-Wallonien und der Schweiz (je Rang 7) sowie dem Vereinigten Königreich (Rang 10). Es erreichte zudem Platz 38 der US Billboard 200.

Einzelnachweise

Kategorie:Album 2026 Kategorie:Album (Alternative Metal) Kategorie:Album (Dark Music) Kategorie:Evanescence