mini|Maria E. Orthen, 1907 Maria E. Orthen (* 26. März 1878 in Gielsdorf bei Bonn; † 2. Januar 1948 in Braunschweig) war eine deutsch-amerikanische Solosopranistin und Reger-Interpretin.

Leben Maria Anna Hubertina OrthenIn späteren Dokumenten, spätestens seit 1907, änderte Maria Orthen ihren 2. u. 3. Vornamen. Statt Maria Anna Hubertina firmierte sie nun als Maria Elisabeth, meist abgekürzt „Maria E. Orthen“, so schließlich auch auf ihrer Todesanzeige 1948. wurde am 26. März 1878 als älteste Tochter der Eheleute Christian Ferdinand Orthen, Musiklehrer und Organist, und Anna Johanna, geb. Joesten, in Gielsdorf bei Bonn, heute ein Ortsteil der Gemeinde Alfter, geboren. Nach dem Tod der Mutter (1886) wanderte der Vater 1890 mit seiner 12-jährigen Tochter Maria und ihren vier jüngeren Geschwistern in die USA aus und ließ sich in Jersey City, New Jersey, nieder, wo er eine Anstellung als Musikprofessor am Saint Peter’s College fand und am 13. November 1903 eingebürgert wurde.Die am 24. April 1922 beglaubigte Einbürgerungsurkunde vom 13. November 1903 ist im Familienbesitz.

Musikalische Ausbildung Laut Reger-Werkausgabe (RWA-online) berichteten die „New Jersey City News“ 1893 erstmals über einen öffentlichen Auftritt der damals 15-jährigen Maria Orthen, „Fraulein Orthen“ habe „several solos“ (mehrere Soli) gesungen.Siehe Orthen-Biografie in der Reger-Werkausgabe (RWA Online). Ihre in den USA begonnene musikalische Ausbildung vertiefte sie von 1906 bis 1908 in Leipzig am Königlichen Conservatorium der Musik, wo sie bei Marie Hedmondt (1861–1941) Gesang studierte. Am 10. März 1908 gab die Schülerin ihr Abschlusskonzert mit Liedern von Rudolf Hänsel.Vgl. die Einladung des Königlichen Conservatoriums der Musik zu Leipzig zur „Fünften Prüfung“, dokumentiert in: Digitalisierte Sammlungen für Kultur und Wissenschaft SACHSEN digital

Karriere als Solosopranistin Während ihres Deutschlandaufenthalts trat sie 1907/1908 in Leipzig, Dresden und Zwickau als Lieder- und Konzertsängerin auf, was in der örtlichen Presse zahlreich gewürdigt wurde.Vgl. die von der Konzertdirektion Reinhold Schubert, Leipzig, für Maria E. Orthen zusammengestellten „Kritik-Auszüge, Saison 1907/08“ (16 Seiten, 15,5 × 23,2 cm, Druck: B. G. Teubner, Leipzig). Besonders prägend war ihre Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Pianisten Max Reger, der 1907 zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Conservatorium in Leipzig berufen worden war und mit dem sie – wie auch mit seiner Frau Elsa – freundschaftlich verbunden war.Am 8. Juli 1908 schenkte Orthen dem Ehepaar Reger eine Portrait-Postkarte (26,5 × 22,5 cm, Standort: Meiniger Museen) mit der Widmung: „Herrn und Frau Prof. Max Reger in aller Hochachtung und Dankbarkeit / July 1908, Leipzig. Maria E. Orthen“. Außerdem sind im Archiv der Meininger Museen zwei spätere (undatierte), englisch verfasste Bildpostkarten aus New York überliefert, eine von Orthen an die Familie Reger (Signatur 121/52,2), in der sie ihre Reise nach Braunschweig ankündigt, und eine weitere, unterzeichnet mit „Maria Orthen Neffgen“, ihrem Doppelnamen nach ihrer Verehelichung. - Zum Bezug zwischen Orthen und Reger siehe auch den Eintrag in der Reger-Werkausgabe (RWA Online).

Zu ihrem Repertoire zählten Werke unter anderen von Franz Schubert, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Richard Wagner, Richard Strauss, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und vor allem Max Reger, der sie öfter selbst am Klavier begleitete, so am 28. April 1908 in Dresden und am 30. April 1908 in Leipzig.Zum Bezug von Maria E. Orthen zu Max Reger siehe auch den Eintrag in der Reger-Werkausgabe.

Nach ihrer Rückkehr in die USA konzertierte Orthen am 17. Januar 1909 mit Liedern von Brahms, Wolf, Strauss und Reger in der New Yorker Carnegie Hall.Vgl. das Programmheft der Carnegie Hall, New York, vom 17. Januar 1909.mini|298x298px|Die Geschichte seiner ersten zehn Ehejahre, die durch den ersten Weltkrieg überschattet wurden, hat Wilhelm Neffgen, Architekt, humorvoll in 11 Bildern skizziert: Während Maria Orthen-Neffgen für ihren Gesangsauftritt probt, versorgt der Gatte die Kinder. - Skizze 1917, Privatbesitz der Familie.

Familie Am 25. November 1909 heiratete Maria Orthen in Jersey City den drei Jahre jüngeren, deutschen Architekten Wilhelm S. Neffgen (1881–1954) und folgte ihm nach Braunschweig, wo sie in den Jahren bis 1918 vier Töchter zur Welt brachte. Private Skizzen ihres Mannes (siehe Skizze 1917, eine von insgesamt elf Karikaturen) legen es nahe, dass sie in dieser Zeit noch gesungen und einzelne Konzerte gegeben hat, soweit dies die Wirren des Ersten Weltkrieges ermöglichten; aber genauere Daten sind nicht bekannt. Ihre Familie in den USA hat sie in Verbindung mit Konzertreisen noch mehrfach besucht, wie es zum Beispiel das Programmheft des Frauenbundes New York vom 9. November 1926Siehe das Programmheft der Catholic Women’s Union of New York vom 9. November 1926 aufzeigt.

Am 2. Januar 1948 ist Maria Orthen-Neffgen im Alter von knapp 70 Jahren in Braunschweig verstorben.

Einzelnachweise

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