mini|Prof. Jürgen Goos Jürgen Goos (* 6. März 1864 in Owschlag, Herzogtum Schleswig; † 7. September 1939 in Saskatoon, Saskatchewan) war ein deutschkanadischer Hochschullehrer und lutherischer Geistlicher. Er war der Gründer des Lutherischen College und Seminars in Saskatoon, leitete dieses von 1913 bis 1918 als Schulleiter und wirkte danach als Professor für Kirchengeschichte und Systematische Theologie dort. Von 1911 bis 1917 war er zudem Präses der Manitoba-Synode.
Biographie Goos wurde im schleswigschen Owschlag geboren und erhielt seine theologische Ausbildung am Predigerseminar Kropp, wo er für den Dienst an den deutschsprachigen Gemeinden in Amerika vorbereitet wurde. Nachdem er das Seminar 1887 abgeschlossen hatte, wurde er am 6. Juni desselben Jahres durch die Kanada-Synode in Sebastopol zum Pfarramt ordiniert. Er wirkte an drei Pfarreien in Ontario, darunter von 1882 bis 1889 an der St. Matthew’s Lutheran Church in Conestogo und von 1899 bis 1903 an der St. Mark’s Lutheran Church in Chesley. 1903 wurde er in den kanadischen Westen berufen, übernahm die Pfarrei St. Matthäus in Spruce Grove und schloss sich der noch jungen Manitoba-Synode an.
1911 wurde er zum Präses und damit zum leitenden Geistlichen der Synode gewählt und hatte dieses Amt bis 1917 inne. In seine Amtszeit fielen verstärkte Bemühungen um eine eigene Bildungseinrichtung für die Ausbildung kanadischer Pfarrer. So wurde er 1913 zum ersten Direktor des neugegründeten Lutherischen College und Seminars (LCS), das vorerst ein Proseminar auf Sekundarschulniveau war, ernannt und nahm im Herbst den Lehrbetrieb in seinem Pfarrhaus auf. Im nächsten Jahr zog die Schule an ihren späteren Standort in Saskatoon um. 1918 gab er die Schulleitung an Henry William Harms weiter, der die Schule zu einem vollwertigen theologischen Seminar mit angeschlossener Hochschule ausbaute. Goos wurde Pfarrer der Dreieinigkeitskirche in Saskatoon, übernahm aber auch den Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Systematische Theologie am LCS. Ab 1931 wirkte er in Vollzeit als theologischer Professor. Anlässlich seines Goldenen Ordinationsjubiläums zeichnete ihn das LCS 1937 mit dem Ehrendoktorgrad eines Doctor of Divinity aus.
Goos heiratete 1891 Louise Schierholz, mit der er neun Kinder hatte. Drei seiner Söhne wurden Pastoren, darunter auch Adelbert Goos, ein späterer Präses der Manitoba-Synode. Goos starb am 7. September 1939 in seinem Haus in Saskatoon und wurde auf dem dortigen Woodlawn Cemetery begraben.
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Einzelnachweise
Kategorie:Ehrendoktor des Lutheran Theological Seminary Saskatoon Kategorie:Geistlicher der Vereinigten Lutherischen Kirche in Amerika Kategorie:Präses der Manitoba-Synode Kategorie:Geistlicher der Kanada-Synode Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Systematischer Theologe Kategorie:Kirchenhistoriker (Theologe) Kategorie:Hochschullehrer (Lutheran Theological Seminary Saskatoon) Kategorie:Schulleiter (Kanada) Kategorie:Deutscher Emigrant in Kanada Kategorie:Kanadier Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann